Elaktromobilität

VW plant sechs Batteriezellen-Fabriken in Europa

Mit einer Investition von 30 Milliarden Euro geht Volkswagen in die Offensive, was den Ausbau der E-Mobilität betrifft. Neben dem Bau der Fabriken schloss der Konzern auch Kooperationen zur Herstellung von Vorprodukten, zum Recycling von Batterien und zum Abbau von Lithium in Deutschland.

Volkswagen Elektromobilität Lithium-Ionen-Batterie Automobilindustrie

Umicore-CEO Mathias Miedreich (l.) und Volkswagen-Konzernvorstand Technik Thomas Schmall.

Es gilt als sicher, dass Volkswagen in der bevorstehenden Zeit weiter dem Ausbau der Elektromobilität eine sehr hohe Priorität einräumen wird. Technik-Vorstand Thomas Schmall hatte für die Investitionen dafür sowie für die Sicherung der Rohstoffmengen im Reuters-Interview unlängst die Summe von bis zu 30 Mrd. Euro genannt.

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Etwa 2,2 Millionen E-Autos bis 2030

Ein Gemeinschaftsunternehmen mit Umicore werde die Zellfabriken mit Kathodenmaterial beliefern, erläuterte Schmall nun. Die Produktion solle 2025 mit einer anfänglichen Kapazität von 20 Gigawattstunden für die Versorgung der Zellproduktion in Salzgitter starten und schrittweise erhöht werden. Bis zum Ende des Jahrzehnts werde eine jährliche Produktionskapazität von bis zu 160 Gigawattstunden angepeilt, was dem Bedarf für den Bau von etwa 2,2 Millionen E-Autos entspreche. Dazu will VW in Europa sechs eigene Fabriken für Batteriezellen bauen. Neben Salzgitter ist Skellefteå in Nordschweden schon gesetzt, ein dritter Standort in Spanien hat gute Chancen. Der Autobauer kooperiert bereits mit Spezialfirmen wie Northvolt aus Schweden oder Gotion aus China. Ziel ist es, die noch recht starke Abhängigkeit von externen Zelllieferanten zu durchbrechen und eine profitable Großserienproduktion eigener Batteriesysteme aufzusetzen. Zusammen mit Umicore will Volkswagen Kapazitäten für die Produktion von Vorstufen- und Kathodenmaterial aufbauen. Zu einem späteren Zeitpunkt wollen die Partner auch beim Recycling von Batterien zusammenarbeiten. Um modernste Produktionstechnologien für Zellfabriken zu entwickeln, beteiligt sich VW ferner an dem amerikanischen Batteriespezialisten 24M, einem Spin-off der Technik-Uni Massachusetts Institute of Technology (MIT).

Abbau von deutschen Lithium

Mit Vulcan, der im Oberrheingraben Lithiumhydroxid gewinnen will, traf Volkswagen eine langfristige Liefervereinbarung für den Batterierohstoff. Bedingung ist allerdings, dass die deutsche Tochter des australischen Unternehmens Vulcan Energy die kommerzielle Förderung von Lithium 2026 auch erfolgreich aufnehmen kann. Der zur Herstellung von Batterien für Elektroautos benötigte Rohstoff soll aus Thermalwasser im Oberrheingraben gewonnen werden. Durch die gleichzeitige Nutzung der Wärme des aus der Tiefe geförderten Wassers ist das Lithium nach Unternehmensangaben CO2-neutral. 

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