Raumfahrt

Von der Nordsee ins All

Deutschland träumt vom Weltall. Jetzt sind die Nachbarn dem Ziel ein Stück näher gekommen. In Berlin haben am Montag vier europäische Raketenhersteller Absichtserklärungen für die Zusammenarbeit mit der German Offshore Spaceport Alliance (Gosa) unterschrieben.

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Europa muss ins All. Von der Nordsee aus soll das in Zukunft möglich sein. 

Deutschland baue für Europa eine mobile Raketenplattform in der Nordsee, heißt es beim Bund der deutschen Industrie (BDI). Die Verbandsvertreter arbeiten seit einigen Jahren an der Idee. Vier europäische Raketenhersteller unterzeichneten in Berlin Absichtserklärungen für die Zusammenarbeit mit der German Offshore Spaceport Alliance (GOSA). Es handelt sich um Rocket Factory aus Augsburg, HyImpulse aus Neuenstadt in Baden-Württemberg, T-Minus aus den Niederlanden und Skyrora aus dem Vereinigten Königreich.

Raumfahrt und ihre zunehmende Kommerzialisierung, New Space genannt, sind Schlüssel für neue Technologien, globale Vernetzung und datenbasierte Geschäftsmodelle, ist man sich bei den Unternehmen sicher. Diese treiben die Entwicklung von Anwendungen voran wie etwa dem autonomen Fahren oder ausgedehnten digitalen Produktionsnetzwerken. Auch für den Klima- und Umweltschutz ist New Space ein elementarer Teil der Lösung.

Allein bis 2030 werden weltweit knapp 15.200 Satelliten ins All befördert, so die Analysen des Verbands. 90 Prozent dieser Satelliten sind Kleinsatelliten. Diese Entwicklung verändere auch den Bedarf an Trägerraketen. Zukünftig wird es eine Mischung aus großen, mittleren und kleinen Raketen geben, heißt es weiter. Dabei gewinne vor allem die Möglichkeit an Bedeutung, kleine Satelliten mit kleinen Trägerraketen, sogenannten Microlaunchern, punktgenau einzusetzen.

White Paper zum Thema

Bislang gibt es in Kontinentaleuropa keine Möglichkeit, kleine Satelliten flexibel und zügig in den Weltraum zu transportieren. Für den Start ins All müssen Satelliten aus Deutschland und Europa zu weit entfernten Startplätzen transportiert werden.