Konjunktur

VDMA: Maschinenbau in Ostdeutschland beendet Abwärtstrend

Der VDMA sieht derzeit keine Branchenkrise, da sich die Auftragslage stabilisiert. Bis März 2020 erwartet etwa ein Fünftel der ostdeutschen Betriebe bessere Geschäftschancen – das sind 6 Prozent mehr als bisher.

VDMA Anlagenbau Maschinenbau Konjunktur

Die Konjunktur im ostdeutschen Maschinen- und Anlagenbau hat sich zum Jahresende 2019 stabilisiert. Im Herbst hatte die abgekühlte Kundennachfrage noch deutliche Spuren in der Auftragslage hinterlassen, im vierten Quartal jedoch konnten die Betriebe einen weiteren Abwärtstrend abwenden. Außerdem bewerten die Unternehmen ihre kurzfristigen Geschäftschancen optimistischer als zuletzt. Das ergab eine Umfrage des VDMA-Landesverbandes Ost unter seinen 350 Mitgliedern in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Demnach beurteilen fast zwei Drittel der ostdeutschen Maschinenbaubetriebe ihre aktuelle Gesamtsituation positiv. Das sind ähnlich viele wie im Vorquartal. Wir haben weiterhin eine Auftragsflaute, von einer pauschalen Branchenkrise kann aber keine Rede sein. Vielmehr hat sich die Konjunktur trotz des schwierigen Marktumfeldes nicht weiter eingetrübt", sagt Oliver Köhn, Geschäftsführer des VDMA Ost.

Auftragslage entspannt sich leicht

Die globalen politischen Krisen und Handelsstreitigkeiten, die zyklisch rückläufige Weltkonjunktur und der Technologiewandel in Automobilindustrie und Energiesektor hatten im Jahresverlauf zu sinkenden Kundenbestellungen geführt. Auch Ende 2019 registrierte etwa die Hälfte der Maschinenbauer weniger Aufträge als drei Monate zuvor. Hiervon betroffen waren zu gleichen Teilen Firmen mit einer positiven und negativen Geschäftssituation. „Wir müssen hierbei unbedingt berücksichtigen, dass ein mehrjähriges Wachstum mit einer überdurchschnittlichen Auftragslage hinter uns liegt. Allein diese Normalisierung führt zu weniger Aufträgen", erläutert Köhn. Dennoch konnten die Unternehmen im Vergleich zum Vorquartal ihre vorhandenen Produktionskapazitäten wieder etwas besser auslasten. Der durchschnittliche Auslastungsgrad stieg um 1 Prozent auf 86 Prozent. Das Auftragspolster indes blieb nahezu unverändert und reicht im Durchschnitt bis Mitte Mai 2020. Die einzelnen Betriebe können dabei zwischen zwei Wochen und anderthalb Jahren planen.

Investitionen und Geschäftsaussichten steigen

Ungeachtet der schwierigen Rahmenbedingungen blicken wieder mehr Unternehmen zuversichtlich in die nahe Zukunft. Bis März 2020 erwartet etwa ein Fünftel der Betriebe bessere Geschäftschancen – das sind 6 Prozent mehr als bisher. Darüber hinaus sieht mehr als die Hälfte aller Firmen gleichbleibenden Geschäften entgegen. „Die politischen Entwicklungen können wir nicht beeinflussen. Auch kann sich kaum ein Unternehmen dem schwierigen Umfeld komplett entziehen. Daher stimmt es optimistisch, dass die ostdeutschen Maschinenbauer ihre Investitionszurückhaltung aufgegeben haben. Gerade mit Blick auf alternative Antriebsstränge und Klimaschutz ist es jetzt wichtig, in neue Geschäftsmodelle, Produkte und Dienstleistungen zu investieren", betont Landesverbandsgeschäftsführer Köhn. Derzeit seien die strukturellen Veränderungen schmerzhaft, auf Dauer eröffne der Technologiewandel aber vielfältige Chancen.

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