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USound: Grazer Start-up entwickelt kleinsten Smartphone-Lautsprecher der Welt

Das Grazer Start-up USound bastelt seit mehreren Jahren am kleinsten Lautsprecher der Welt und hat sich nun weitere zwölf Millionen Euro Kapital für den Markteintritt geholt.

USound Halbleiterindustrie Elektronik Start-up Innovation

Die drei USound-Gründer Ferruccio Bottoni, Andrea Rusconi-Clerici und Jörg Schönbacher haben eine extrem kleine, energieeffiziente und erstmals digitale Version eines Miniaturlautsprechers entwickelt.

USound will mit seinen Mikro-Lautsprechern für Smartphones den Handymarkt aufmischen. Namhafte Investoren aus der IT- bzw. Halbleiterindustrie haben uSound vor einem halben Jahr schon rund fünf Millionen Euro gegeben, nun kommen zwölf weitere hinzu. Mit an Board ist nun auch der Risikokapitalgeber Hermann Hauser. 

Der kleinste Lautsprecher der Wel ist nun marktreif, die Produktion steht kurz bevor. Die Gründer von USound haben sich ihre auf der MEMS-Technologie (Micro Electronic Mechanical Systems) basierenden Lautsprecher mit zahlreichen Patenten abgesichert.

Kaum Weiterentwicklung in den letzten 150 Jahren

Der Lautsprechermarkt dank neuer Halbleitertechnologien im Umbruch. In Smartphones sind Lautsprecher der letzte wichtige analoge Bauteil, ihre Soundqualität ist oft mäßig. Seit dem Patent von Werner von Siemens aus dem Jahr 1877 haben sich die weitverbreiteten elektrodynamischen Lautsprecher technologisch nur wenig weiterentwickelt.

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Die drei USound-Gründer Ferruccio Bottoni, Andrea Rusconi-Clerici und Jörg Schönbacher haben eine extrem kleine, energieeffiziente und erstmals digitale Version eines Miniaturlautsprechers entwickelt. In einem ersten Schritt sollen diese in Kopfhörern zum Einsatz kommen, danach in Smartphones und anderen Bereichen, so der Wunsch des Gründerteams.

Serienproduktion in den nächsten Monaten

USound ist bereits im Gespräch mit großen Handykonzernen, dem Vernehmen nach auch mit einem chinesischen Hersteller. Ob auch Apple dabei ist, verriet Bottoni nicht. Erste Kundenaufträge seien bereits eingelangt. Mit dem frischen Geld soll ab dem Frühjahr die Serienproduktion finanziert werden. Das Grazer Unternehmen fertigt die Lautsprecher nicht selbst, sondern lässt diese in Schweden und Althofen in Kärnten produzieren. "Wir sind auch im Gespräch mit großen Halbleiterherstellern im EU-Raum", so USound-Chef Bottoni zur APA.

USound © USound

Dick im Geschäft mit Handykonzernen: Besonderes Interesse zeigt ein chinesischer Hersteller. Ob auch Apple dabei ist, verraten die Gründer nicht. 

Businessangel Hermann Hauser im Boot

Neue Investorin bei USound ist die Beteiligungsgesellschaft eQventure, die laut Firmenbuch auch 63 Prozent an dem Start-up hält. eQventure gehört großteils Herbert Gartner, Gründer des 2011 für rund 145 Mio. Euro an ein US-Unternehmen verkauften Halbleiterherstellers SensorDynamics. Gartner hat nun den Business Angel Hermann Hauser ins Boot geholt. "Ich bin davon überzeugt, dass USound den milliardenschweren Mikrolautsprechermarkt schon bald ins digitale Zeitalter führen wird", so Hauser. Hauser hat den britischen Chiphersteller ARM gegründet, der im September 2016 für 31 Mrd. Dollar (29 Mrd. Euro) an das japanische Technologieunternehmen Softbank verkauft wurde.

Neben Hauser haben voriges Jahr bereits Gartner, Greg Galvin, Gründer des Elektronikspezialisten Kionix, sowie Ignazio Rusconi-Clerici, Gründer der Softwarefirma Hyperion, die mittlerweile zu Oracle gehört, bei USound investiert. Bei der neuen, 12 Mio. Euro schweren Finanzierungsrunde sind auch noch weitere, kleinere Investoren dabei, die nicht genannt werden wollen. In den kommenden Monaten will USound den Personalstand von derzeit 30 Ingenieuren auf 50 Mitarbeiter aufstocken. (apa)