Energie

Umweltfreundliche Energieverteilung von Siemens

Das Technologieunternehmen will mit seiner neuen fluorgasfreien Ringkabelschaltanlage neue Maßstäbe für die umweltfreundliche Energieverteilung setzen.

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Herzstück der Anlage ist ein Dreistellungs-Lasttrennschalter mit Vakuumschaltröhre im Nebenstrompfad (Blue Switch).

Siemens Smart Infrastructure bringt mit dem Typ 8DJH 24 eine vollständig fluorgasfreie Ringkabelschaltanlage (RMU) für Netzspannungen bis zu 24 Kilovolt (kV) auf den Markt. Die Mittelspannungs-Schaltanlage für die sekundäre elektrische Verteilung hat im Vergleich zur Variante mit Schwefelhexafluorid (SF6) die gleichen Abmessungen und nutzt das klimaneutrale Isoliermedium “Clean Air“, das ausschließlich aus natürlichen Bestandteilen der Umgebungsluft besteht.

Herzstück der Anlage ist ein Dreistellungs-Lasttrennschalter mit Vakuumschaltröhre im Nebenstrompfad (Blue Switch). „Bei Siemens sind wir davon überzeugt, dass der einzig richtige technologische Ansatz darin besteht, Fluorgase vollständig zu ersetzen. Deshalb verzichten wir nicht nur auf das Klimagas SF6, sondern auf sämtliche F-Gase und chemische Zusätze“, so Stephan May, CEO der Business Unit Distribution Systems bei Siemens Smart Infrastructure. Die neue Lastschaltanlage verringert damit den CO2-Fußabdruck auch bei den Netzbetreibern. Vorteile sind zudem die einfache Handhabung beim Umgang mit der Schaltanlage und deren unkompliziertes Recycling am Ende der Lebensdauer. Eine erste Anlage dieser Neuentwicklung ist seit Herbst 2020 im Rahmen einer Entwicklungskooperation mit Netze BW in einer Ortsnetzstation im deutschen Oberallgäu, im Einsatz.

Siemens entwickelte die neue Ringkabelschaltanlage für den Einsatz in öffentlichen und industriellen Energienetzen der sekundären Verteilungsebene. Zu den Anwendungsgebieten gehören Ortsnetz-, Übergabe- und Schaltstationen von Energieversorgungsunternehmen ebenso wie Industrie- und Infrastruktureinrichtungen.

White Paper zum Thema

Eignung für 80 Prozent der europäischen Anlagen

Lastschaltanlagen der sekundären Verteilebene mit Netzspannung bis zu 24 kV machen rund 80 Prozent der Anlagen in Europa aus. Der Trend zu dezentralen Energiesystemen führt gleichzeitig zu einem steigenden Bedarf, die Verteilnetze optimal zu steuern, überwachen und auszulasten. Ergänzend zur hohen Umweltverträglichkeit ermöglichen es digitale Anwendungen, die neue Lastschaltanlage zukunftssicher und kosteneffizient für die Anforderungen der dezentralen Netze zu konfigurieren. Die Ringkabelschaltanlage ist fernsteuerbar, kommunikationsfähig und kann an IoT Plattformen wie MindSphere, das cloudbasierte, offene IoT-Betriebssystem von Siemens, und andere Systeme angebunden werden.

Siemens plant als nächsten Schritt, sein fluorgasfreies Mittelspannungsportfolio mit Produkten bis zur Spannungsebene von 36 kV zu komplettieren. Auch diese Neuentwicklungen sollen technologisch mit Clean Air- Isolation, Vakuumtechnologie sowie allen Vorteilen von gasisolierten Schaltanlagen umgesetzt werden.