Forschung

Über den Horizont hinaus

Für das EU-Programm „Horizon Europe“ sind bis 2027 über 95 Milliarden Euro geplant. Ein spezieller Fokus liegt auf der industriellen Wettbewerbsfähigkeit Europas.

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Die Forschungsinitiative "Horizon Europe" ist mit ihrem budgetären Rahmen die weltweit größte ihrer Art und beruht auf drei Säulen.

Mit Beginn des neuen Jahres erfolgte auch der Startschuss für das EU-Forschungsrahmenprogramm „Horizon Europe“. Es gilt mit einem Budget von 95,5 Milliarden Euro für die Jahre 2021 bis 2027 als weltweit größte Forschungsinitiative. Das Vorläuferprogramm „Horizon 2020“ verfügte über etwa 25 bis 30 Prozent weniger an Mitteln.

Wissenschaftsminister Heinz Faßmann weist darauf hin, dass Forschung, Technologie und Innovation (FTI) nicht nur zentral dafür seien, um so gut wie möglich durch und gestärkt aus der Coronakrise zu kommen, sondern auch unerlässlich bei der Gestaltung der großen Herausforderungen wären, die in ‚Horizon Europe‘ mit Clustern und Missionen konkret adressiert werden. Die Geschäftsführerin der Forschungsförderungsgesellschaft FFG, Henrietta Egerth, sieht im vorhandenen Budget „ein sehr starkes Signal, über das wir uns sehr freuen - es hat ja nicht immer danach ausgeschaut“ und verweist auf den langwierigen Budgetierungsprozess.

Die drei Säulen des Forschungsprogramms

Wie schon „Horizon 2020“ ruht auch „Horizon Europe“ auf drei Säulen. In der Säule I sollen unter dem Titel „Exzellente und offene Wissenschaft“ insgesamt 25 Millliarden Euro (26 Prozent der Gesamtmittel) zur Verfügung gestellt werden.

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Mit einer Dotation von insgesamt 53,5 Milliarden Euro ist die Säule II das finanzstärkste Element des Programms (56 Prozent der Gesamtmittel). Unter dem Titel „Globale Herausforderungen und europäische industrielle Wettbewerbsfähigkeit“ werden hier Maßnahmen gefördert, die bestmöglich zu den industrie- und gesellschaftspolitischen Zielen der EU beitragen sollen.

Für Säule III sind unter dem Titel "Innovatives Europa" 13,6 Mrd. Euro vorgesehen. Neu ist hier etwa der mit 10,1 Milliarden Euro ausgestattete „Europäische Innovationsrat“ (EIC), der vielversprechende Technologien vom Labor bis zur Marktreife unterstützen und damit Europa zum Vorreiter bei „marktschaffenden Innovationen“ machen soll.

Egerth hebt die Bedeutung von starken Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft für zukunftsfähige Innovationen und Lösungen hervor. Insgesamt habe Österreich bisher knapp 1,7 Milliarden Euro aus „Horizon 2020“ zurückgeholt und somit mehr, als das zum Programmstart gesteckte Ziel von 1,5 Milliarden Euro.