Hohes Niveau

Trotz Pandemie: Mehr österreichische Patentanmeldungen in Messtechnik

Österreichische Unternehmen liefern entgegen dem Trend ein Anmeldeplus in der Messtechnik. Im Ranking der größten Ursprungsländer lag Österreich 2020 auf dem 14. Platz. Das sind die Top-Anmelder.

Vergleich liegt bei den Patentanmeldungen aller Länder auf Rang 14.

Österreichische Erfinder und Unternehmen haben im vergangenen Jahr 2.303 Patentanmeldungen beim Europäischen Patentamt (EPA) eingereicht. Das entspricht zwar einem Minus von 1,8 Prozent im Vergleich zum Rekordergebnis vom Vorjahr (2019: 2.346), das Anmeldevolumen liegt jedoch deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre von rund 2.232 Patentanmeldungen. Besonders im Bereich der Arzneimittel stiegen die Anmeldungen um nahezu das Doppelte auf 91 (+93,6 Prozent).

Insgesamt blieben die Anmeldezahlen beim EPA im Jahr 2020 trotz Pandemie nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. Mit 180.250 angemeldeten Patenten wurde das Rekordhoch aus 2019 nur knapp verfehlt (181 532; -0,7 Prozent).

Österreichische Unternehmen gegen Trend mit Anmeldeplus in der Messtechnik

Elektrische Maschinen, Geräte und Energie, worunter viele Erfindungen im Bereich Klimatechnologien fallen, war 2020 trotz des deutlichen Rückgangs von 25,1 Prozent das anmeldestärkste Segment österreichischer Unternehmen beim EPA. Dagegen stieg die Zahl der Patentanmeldungen im zweitstärksten Segment, dem Hoch- und Tiefbau, um 6,5 Prozent. Transport, der drittstärkste Bereich österreichischer Anmelder beim EPA, blieb nahezu stabil (-0,6 Prozent). Gegen den allgemeinen Anmeldetrend stiegen die Einreichungen aus Österreich in der Messtechnik, zu der auch die Sensortechnik zählt, um 8 Prozent auf 108 Patentanmeldungen. 

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In der gesamtem Anmeldeentwicklung beim EPA lagen die Wachstumsführer aus dem Vorjahr, Digitale Kommunikation (einschließlich Technologien zur Implementierung von 5G-Netzwerken) und Computertechnik (einschließlich Erfindungen im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz) mit weiter starken Patentaktivitäten auf dem zweiten (+1,0 Prozent) bzw. dritten Platz (+1,9 Prozent). Hingegen ging das Anmeldevolumen im Transport-Segment, zu dem auch der Fahrzeug-, Zug- und Schiffsbau sowie der Flugzeugbau zählen, am stärksten zurück (-5,5 Prozent).

Wien führt das Bundesländer-Ranking an

Die Rangliste der österreichischen Bundesländer wurde 2020 erneut von Wien angeführt, (-0,7 Prozent). Ein kräftiges Wachstum verzeichnete Oberösterreich auf dem zweiten Platz mit einem Plus von 8,6 Prozent. Hingegen ging das Anmeldevolumen aus der drittplatzierten Steiermark deutlich zurück (-8,6 Prozent).

China und Südkorea mit rasantem Anmeldewachstum

Die fünf aktivsten Ursprungsländer waren 2020 wie in den vergangenen Jahren die USA (44 293 Patentanmeldungen), gefolgt von Deutschland (25.954), Japan (21.841), China (13.432) und Frankreich (10.554). Erneut kamen die größten Zuwächse bei den führenden Ländern von chinesischen (+9,9 Prozent) und südkoreanischen Anmeldern (+9,2 Prozent).

Österreich lag 2020 im Ranking der größten Ursprungsländer auf dem 14. Platz. Gemessen an der Einwohnerzahl befand sich Österreich mit 260 europäischen Patentanmeldungen pro Million Einwohner auf dem siebten Rang. 

Borealis erneut Top-Anmelder in Österreich

Im Ranking der anmeldestärksten Unternehmen in Österreich lag 2020 erneut der Kunststoffhersteller Borealis vorne, gefolgt vom Beleuchtungsspezialisten Tridonic und dem Halbleiterhersteller ams. Auf den Plätzen vier und fünf befanden sich ZKW (Lichtsysteme) beziehungsweise Fronius International.

Auf Ebene der größten Anmelder beim EPA spiegelt sich das anhaltende Wachstum der Patentanmeldungen aus China und Südkorea wider. So stand Samsung im Anmelder-Ranking mit 3.276 Anmeldungen an der Spitze, gefolgt vom Vorjahres-Erstplatzierten Huawei (3.113) und LG auf dem dritten Rang (2.909). Unter den Top 10 befinden sich neben der Siemens AG (Platz 6), Robert Bosch (Platz 7) und BASF (Platz 10) mit Ericsson und Royal Philips zwei weitere Unternehmen aus Europa, und damit so viele wie seit 2014 nicht mehr.