Antriebstechnik

Triebwerkshersteller Rolls-Royce tief in Verlustzone

Die Coronakrise führte 2020 zum Abbau von 7.000 Stellen. Die Unternehmensführung geht von einer Erholung des Geschäfts aus, sobald die Reisebeschränkungen aufgehoben werden.

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Triebwerke verkaufen und sie langfristig warten - damit ist derzeit kein gutes Geschäft zu machen.

Die Coronapandemie hat den britischen Triebwerkshersteller Rolls-Royce im vergangenen Jahr noch tiefer in die roten Zahlen gedrückt. Weil das Virus die Luftfahrtbranche in eine Krise stürzte, stand unter dem Strich ein Verlust von knapp 3,2 Milliarden Pfund, also etwa 3,7 Milliarden Euro, wie der Konzern heute mitteilte. Im Jahr davor hatte sich das Defizit bereits auf 1,3 Milliarden Pfund belaufen. Der Umsatz des Konzerns brach um 29 Prozent auf 11,8 Milliarden Pfund ein.

Das Management hatte mit einem radikalen Sparprogramm auf die Folgen der Pandemie reagiert. Rolls-Royce-Chef Warren East sprach nun vom größten Umbau der jüngeren Unternehmensgeschichte. 2020 hat der Konzern bereits 7.000 Stellen abgebaut, bis Ende 2022 sollen weitere 2.000 folgen. Die Rolls-Royce-Führung geht von einer Erholung des Geschäfts aus, wenn die Reisebeschränkungen wieder fallen.

Rolls-Royce härter getroffen als andere

Der Einbruch des weltweiten Luftverkehrs und die Notlage vieler Airlines trifft Rolls-Royce noch stärker als andere Triebwerkshersteller. Im Gegensatz zu General Electric aus den USA, Safran aus Frankreich, dem US-Unternehmen Pratt & Whitney und der deutschen MTU haben sich die Briten ganz auf Antriebe für Großraumflugzeuge von Boeing und Airbus verlegt, die auf Langstreckenverbindungen zum Einsatz kommen. Airline-Manager und Flugzeughersteller erwarten, dass sich das Geschäft mit Fernflügen als Letztes von der Krise erholt. Daher macht sich Konzernchef East keine Illusionen darüber, dass Rolls-Royce auch 2021 eine Milliardensumme verbrennen dürfte. Er rechnet mit einem freien Barmittelabfluss von rund zwei Milliarden Pfund - vor allem in der ersten Jahreshälfte. Für das Jahr 2022 erwartet das Management dann aber wieder einen Barmittelzufluss von 750 Millionen Pfund.

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Der Triebwerkshersteller ist übrigens auch der Pionier was Equipment as a Service (EaaS) betrifft. Das Konzept erlebt gerade einen Aufschwung, ist aber nicht neu: Durch Rolls-Royce kam das Verfahren, bei dem Produktionssysteme oder Maschinen nicht gekauft, sondern von einem Anbieter gegen eine Gebühr bereitgestellt werden, schon im Jahr 1962 auf. (apa/red)