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Symflower: Wie ein Linzer Startup Software automatisiert testet

Wenn die Software spinnt, dann spielt der Computer verrückt. Um das zu vermeiden, hat sich das Linzer Startup Symflower auf das professionelle Testen von Software spezialisiert - voll automatisiert und rein maschinell.

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Die Symflower Gründer Markus Zimmermann und Evelyn Haslinger setzen beim Softwaretesting auf Mathematik und künstliche Intelligenz.

Entwickler und User kennen das Klagelied: Immer zu wenig Zeit zum ausführlichen Testen von Software.  Und genau hier beginnt die Geschichte des Linzer Start-ups Symflower. Mitgründer Markus Zimmermann war mehr als 16 Jahre als Software-Consultant tätig, und hat in dieser Zeit immer wieder ein Problem gesehen: „Selbst wenn ausführlich getestet wird, werden weiterhin Fehler übersehen.“ Und er erkannte sehr schnell, dass sich Menschen einfach nicht eignen, um Fehler in Software zu finden. „Aus dieser Kernidee ist schließlich unser Fokus entstanden, den ganzen Testprozess weitestgehend zu automatisieren und die repetitive Arbeit an Maschinen abzugeben“, so Zimmermann im Rückblick auf den Start von Symflower 2018.

Künstliche Intelligenz erkennt Fehler und Sicherheitslücken

„Das Problem ist, dass Software heutzutage einfach zu komplex ist“, betont Norbert Presslaber, Managing Director Sales and Marketing beim Startup, „und es mit den derzeitig verfügbaren Testansätzen für den Menschen unmöglich ist, alle Fehlerursachen zu überprüfen“. Symflower setzt daher verschiedene mathematische Methoden und künstliche Intelligenz ein, um Fehler aufzuspüren. Damit geht es der zu prüfenden Software beim Testen heftig an den Kragen: „Wir bringen unserer Software bei, wie man Fehler, wie beispielsweise Abstürze und Sicherheitslücken, in diesen Programmen identifiziert und aufzeigt“, erläutert Presslaber, „auch das Verhalten der zu testenden Software wird betrachtet“. Auf Basis dieser Analysen werden automatisierte Tests erstellt und gleichzeitig auch automatisch ausgeführt. Co-Gründerin Evelyn Haslinger bringt es auf den Punkt: „Kurz gesagt: Symflower testet Software ohne Menschen!“ Und sie ergänzt mit Stolz: „Wir sind das erste Unternehmen weltweit, das in diesem Bereich die Erkenntnisse der universitären Grundlagenforschung in ein fertiges Produkt überführen konnte“. Das klingt sehr nach Expansion, und Haslinger bestätigt: „Wir können so viel verraten, dass wir derzeit unter anderem an internationalen Vertriebskooperationen arbeiten und für manche Länder noch Partner suchen, die uns zukünftig vertrieblich unterstützen“.      

Gut vernetzt in der Förderlandschaft

Symflower hat schon vor der Firmengründung die heimische Förderlandschaft nach Finanzspritzen gecheckt, und das mit Erfolg: „Wir konnten uns deshalb relativ rasch einen sechsstelligen Betrag an Fördergeldern von UBG und FFG sichern“, so Norbert Presslaber, dazu kam eine gezielte Investorensuche: „Aus mehreren Angeboten haben wir uns letztlich für Eqventure entschieden, da diese uns das beste Kombinationsangebot gemacht haben“, so Presslaber, denn: „Eqventure hat uns neben Geld auch Unterstützung im täglichen Geschäft, sowie Zugang zu einem internationalen Netzwerk geboten“. Expansion ist angesagt: Bis vor drei Monaten waren es vier Personen, heute arbeiten bereits zehn Mitarbeiter an den Softwaretests. Der Marketingexperte gibt sich voll optimistisch: „Wir gehen davon aus, dass bis Jahresende bis zu 5.000 Programmierer mit unserer Software arbeiten werden“. Und gefragt nach seiner Vision für 2030 hat er ein klares Ziel: „Wir wollen bis 2030 weltweit die Nr.1 im Bereich Softwaretesten werden“.

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