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SPS IPC Drives 2018: Das sagen Festo, Weidmüller, Escha und Co

Die SPS IPC Drives füllt im 29ten Jahr ihres Bestehens erstmals 17 Hallen. Vom 27. bis 29. November wird es in der Messe Nürnberg damit sicher ein Rekordjahr. Wie Aussteller zu Trends der Automatisierung stehen.

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Industrie 4.0 und die Digitalisierung sind klar definierte Schwerpunktthemen der SPS IPC Drives 2018. An die 1.700 Aussteller werden erwartet.

An die 1.700 Aussteller werden erwartet. Dabei jubelte der Veranstalter Mesago schon im Juli, denn die Buchungsrate lag damals über jener des Vorjahres. Die SPS IPC Drives 2018 lässt Teilnehmerrekorde erahnen - und die Hallenzahl expandierte auf erstmalig 17. Die komplett neue Halle 3C erlebt vom 27. bis 29. November ihre Premiere, gewidmet dem Schwerpunkt Mechanische Infrastruktur, als inhaltliche Schwester der Halle 2 mit demselben Thema. Auf Geschwisterbildung setzen auch Location 5 und 6 mit dem Themensetting Software und IT in der Fertigung. Das macht Sinn, weil „die beiden Branchen IT und Automation zunehmend verschmelzen“, so Christian Wolf, Ausstellerbeirats-Vorsitzender zum generellen Messetrend. Ebenfalls neu: Ein Hotspot für Ideen, denn erstmalig zur Messe wird ein Hackathon unter dem Motto „Digitale Ideen für eine smarte Automation“ durchgeführt. Auf diese Weise sollen gemeinsam für die Automatisierungsbranche nützliche und kreative Softwareprodukte in einem kreativen Wettstreit der Ideen entwickelt werden, Siegerehrung dazu folgt am ersten Messetag. Und was meint die Branche zur Messe, Factory hat Statements dazu gesammelt.

Thomas, Korb © Escha

„Die Messeorganisatoren haben ja bereits angekündigt, dass es für 2019 eine grundlegende Überarbeitung der Messe geben wird.“ Thomas Korb, Leiter Produktmanagement bei Escha

Weidmüller: Die Welten verbinden

„Industrie 4.0 und die Digitalisierung sind klar definierte Schwerpunktthemen der SPS IPC Drives 2018“, so Michael Matthesius, Leiter Division Automation Products & Solutions bei Weidmüller. Für ihn ist sie schlicht die „Messe der Messen”  und „Trendscout für technologische Weiterentwicklungen sowie für kurz- bis mittelfristige Markttendenzen“, so Matthesius. Sie verbindet auch bisher getrennt agierenden Welten, durch die „Zusammenführung von Automation und Digitalisierung.“ Tendenziell wird Software weiter an Bedeutung gewinnen, betont Matthesius mit Blick in die Zukunft, „ Heute decken wir mit unserem Ansatz ,From Sensor to Cloud’ die vertikale Ausrichtung ab. Mit Fortschreiten der Digitalisierung rückt die horizontale Wertschöpfung weiter in den Focus“. Und er zieht einen Vergleich hinzu: „Dabei umschließt das Digitalisierungsportfolio das Automatisierungsportfolio wie eine Schale“. Doch selbst muss man als Unternehmen dabei definieren, wo man steht: „Weidmüller wird sich zukünftig eher mit den Themen in der äußeren Schale beschäftigen, als die Automatisierungstechnik bis ins kleinste Detail zu optimieren“.

White Paper zum Thema

Bosch-Rexroth: Abstraktes real zeigen

Messe muss reale Beispiele und Projekte lebendig machen, das wissen viele Aussteller. Auch Bosch Rexroth gehört zu diesen. „Für viele Maschinenhersteller und Endanwender ist das Thema Industrie 4.0 noch sehr abstrakt“, kritisiert Steffen Winkler, Vertriebsleitung Business Unit Automation and Electrification Solutions, „auf der SPS IPC Drives zeigen wir bereits heute existierende Lösungen für die Fabrik der Zukunft.“ Nachgefragt, welche Zukunft das sei, hier spricht Winkler klare Worte:  „Es geht immer stärker in die konkrete Umsetzung vernetzter Lösungen. Damit wächst die Bedeutung offener Standards enorm an“. Und er konkretisiert sein Zukunftsszenario so: „Wer an morgen denkt, setzt nicht alles auf ein einzelnes proprietäres System, sondern hält sich mit Multi-Ethernet alle Optionen offen und beschäftigt sich mit Protokollen wie OPC UA mit der Echtzeiterweiterung TSN“.

SPS IPC Drives, 2017, Mesago, SPS © Mesago/Thomas Geiger

Ein Hotspot für Ideen, denn erstmalig zur Messe wird ein Hackathon unter dem Motto „Digitale Ideen für eine smarte Automation“ durchgeführt.

Escha: Arbeiten statt ausstellen

Für die aktuelle SPS IPC Drives, so Thomas Korb, Leiter Produktmanagement bei Escha, „sehen wir keinen großen Optimierungsbedarf.“ Aber Weiterentwicklung ist angesagt: „Die Messeorganisatoren haben ja bereits angekündigt, dass es für 2019 eine grundlegende Überarbeitung der Messe geben wird“, weiß Korb, „Dem blicken wir gespannt entgegen und wir hoffen, dass das ein weiterer Schritt in die richtige Richtung sein wird“ Was das ganz konkret bedeutet, auf die Frage wird Korb direkter: „Für Escha ist es entscheidend, dass auch das neue Format den Charakter einer Arbeitsmesse bietet“. Hohe Anforderungen hat das Produktportfolio zu erfüllen, meint der Experte für industrielle Anschlusstechnik: „In komplexen Anlagen oder Maschinen werden mehr als nur Steckverbinder und Kabel benötigt, die durch hohe Schutzklassen der industriellen Umgebung gerecht werden“. Die konsequente Evolution der Industrie verlangt mehr, so Korb zum Zukunftstrend: „Wir erleben derzeit einen steigenden Bedarf nach Komponenten, die im Bereich der Datenübertragung messbar hohe Qualität liefern können, zugleich die Performance der Anlage aber nicht belastet“.

Leopold, Schlagl, Festo © Festo / Martina Draper

„Die Messe ist ein Treffpunkt der Branche mit einer Strahlkraft, die über die Grenzen hinaus reicht“. Leopold Schagl, Leiter Technic and Applicationcenter Festo Österreich

Festo: BionicWorkplace kommt

Für Festo ist die SPS IPC Drives ein „Must have“, denn, wie Leopold Schagl, Leiter Technic and Applicationcenter Festo Österreich festhält, „Die Messe ist ein Treffpunkt der Branche mit einer Strahlkraft, die über die Grenzen hinaus reicht“. Der Reiz der konkreten Lösungen ist dabei entscheidend, und Schagl nennt ein konkretes Beispiel: „Wir zeigen unser App-gesteuertes Motion Terminal, mit dem die Pneumatik ins digitale Zeitalter katapultiert wird. Eine universelle Hardware, die dank Apps viele Funktionen vereint“. Und was wird die Zukunft bringen: „Mensch und Maschine kommen sich dabei immer näher oder arbeiten sogar Hand in Hand – Stichwort kollaborative Robotik“, berichtet Schagl, „wie so eine Arbeitsumgebung der Zukunft aussehen kann, zeigen wir in Nürnberg“ . Mit dem BionicWorkplace entsteht ein selbstlernender Arbeitsplatz für die Mensch-Roboter-Kollaboration, der, so der Festo-Experte „die Vorteile des pneumatischen Leichtbauroboters BionicCobot mit IT-Systemen aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz verbindet“.

Phoenix Contact: Mehrsprachig programmieren

„Die Messe hat sich zu einer international bedeutenden Leitmesse für Automatisierungstechnik entwickelt“, argumentiert Thomas Lutzky, Geschäftsführer Phoenix Contact, „durch die Nähe zu Österreich können wir zudem jedes Jahr viele österreichische Kunden persönlich vor Ort begrüßen“. Den Branchentrend sieht er ohne Grenzen fließend, also durchwegs positiv: „Zukunftsfähige Automatisierungssysteme müssen flexibel, offen und vernetzt sein. So können Projekte ohne die Grenzen proprietärer Systeme realisiert und auch Cloud Services integriert werden“. So wird auch eine neue Plattform im Zentrum des Messeauftritts stehen. Und Lutzky setzt in der Messepräsenz genau bei diesem offenen System an: „Darauf können mehrere Entwickler in unterschiedlichen Programmiersprachen unabhängig voneinander an einem Steuerungssystem arbeiten, freuen Sie sich auf eine tolle Show.“

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