Maschinenbau

So wichtig ist der Standort Pasching für Trumpf

Neun Millionen Euro investierte der scheidende Trumpf-CEO Armin Rau in den Ausbau des Standortes Pasching. Weitere 40 Millionen Euro sollen folgen.

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Der Stratege: Der scheidende Trumpf-CEO Armin Rau machte aus Pasching eine Biegemaschinen-Hochburg.

Der Blechbiegespezialist Trumpf Maschinen Austria wächst und wächst. Im gerade abgelaufenen Geschäftsjahr kletterte der Umsatz der Österreich-Tochter auf rund 335 Millionen Euro. Bis 2025 sollen es 600 Millionen Euro werden. „Um dieses Wachstum zu bewerkstelligen, haben wir eine Strategie erarbeitet“, erzählt Armin Rau, scheidender CEO des Unternehmens. Seit einem Jahr ist Pasching nämlich nicht nur das Biege-Kompetenzzentrum, sondern auch das Robotikzentrum der Trumpf-Gruppe. „Digitalisierung ist ein Thema, das uns in allen Bereichen stark beschäftigt“, sagt Rau. So sind in der Produktion beispielsweise bereits sechs kollaborative Roboter im Einsatz. In der Verwaltung ist seit zwei Monaten ein Softwareroboter an Bord: Er prüft derzeit unter anderem Eingangsrechnungen und wird vermehrt repetative Aufgaben übernehmen. Bei den Kunden wiederum biegen bereits 1.000 Roboter vollautomatisch Blechteile.

Konjunktur bremst Bauarbeiten

Damit beide Zentren in den nächsten Jahren weiter prosperieren, werden auch bauliche Voraussetzungen geschaffen. Rund neun Millionen Euro fließen derzeit in ein Parkhaus mit rund 460 Stellplätzen sowie die Erweiterung der Kantine. Weitere 40 Millionen sind für die Erweiterung der Produktion mit einer Smart Factory reserviert. Wann genau die Bauarbeiten starten, steht noch nicht exakt fest. „Die Konjunktur ist derzeit nicht so prickelnd. Wir warten ab, bis Besserung in Sicht ist“, sagt Rau.

Werben um die neuen Fachkräfte

Fix ist allerdings, dass der Mitarbeiterstand weiter steigen wird. Derzeit beschäftigt Trumpf Austria rund 700 Personen. Gut 300 werden in den nächsten drei Jahren noch gesucht. Gute Mitarbeiter zu finden sei zwar ein schwieriges Thema. „Aber wir haben es immer noch geschafft, die freien Stellen mit guten Leuten zu besetzen“, sagt Rau. Etwa dank der guten Kooperation mit Forschungs- und Studieneinrichtungen. Umworben werden aber auch künftige Lehrlinge: „Wir machen viel Werbung an den Polytechnischen Schulen und den Neuen Mittelschulen“, so über eine seiner letzten erfolgreichen Taten für Trumpf. Nach über 15 Jahren tritt Armin Rau tritt als Geschäftsführer in Österreich mit Ende August 2019 in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird Jens Hirschgänger (52).

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