Elektromobilität

Schachinger Logistik geht in die grüne E-Offensive

Auf den Straßen von Linz und Wels wird gerade ein Elektrokleinlaster „made in Austria“ getestet. Warum Schachinger Logistik das E-Mobility-Projekt LEEFF anführt und wer sonst noch seine Finger im Spiel hat.

E-Mobility-Projekt LEEFF: Zur Entwicklung der E-Vans aus OÖ hat Schachinger Logistik eine breite Koalition aus Firmen- und Forschungspartnern gebildet.

Jahre Entwicklungszeit, jetzt rollt er endlich über oberösterreichische Straßen. Rund um den Hauptsitz de Schachinger Logistikgruppe in Hörsching ist seit Februar ein Elektrokleinlaster für die Paketlogistik im Einsatz. Im Moment bedient der E-Van 140 Kilometer lange Touren. Stufenweise soll die Reichweite auf 200 Kilometer ausgedehnt werden. Man wolle sich sukzessive an die Kapazitätsgrenzen herantasten, so Peter Overkamp, CFO bei Schachinger Logistik. Spitze Zungen würden jetzt wohl behaupten, E-Vans sind nicht unbedingt etwas Neues. Richtig. Aber ein E-Van „made in Austria“ ist dies sehr wohl.

Kräftig gefördert

sind Unternehmen wie Kreisel Electric, Oberaigner Powertrain, Smatrics oder Energie Ingenieure Consulting, die gemeinsam mit Forschungspartnern wie der Universität für Bodenkultur, der Universität Wien und der FH Hagenberg am Projekt LEEFF arbeiten. Hinter dem sperrigen Namen „Low Emission Electric Freight Fleets“ steckt der selbst entwickelte E-Van. Möglich machte dies der Projektinitiator i-LOG, ein namhaftes Logistik Engineering Unternehmen. Und eine kräftige Förderung gibt es obendrauf. 5,2 Millionen Euro stellt der Klima- und Energiefonds, dotiert aus Mitteln des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) zur Verfügung.

3D-Modell zur Kleinserie

September wird diese Testphase dauern. In dieser Zeit wolle man den E-Van, der mit einem von Kreisel Electric eigens entwickelten 86 kWh Akku und einem Getriebe von Oberaigner Powertrain eine Nutzlast von bis zu 1.060 kg bewegt, vom Prototypen bis zur Serienreife weiterentwickeln. „In diesen acht Monaten lesen wir ständig die Akku-Daten aus. Kombiniert man diese mit den GPS- und Wetterdaten sehen wir nicht nur genau, wie der Akku auf die Temperaturen in Sommer und Winter reagiert, sondern auch auf verschiedene Tourenprofile, unterschiedliche Beladungen und die individuellen Fahrstile der Lenker“, erklärt Markus Kreisel vom gleichnamigen Akku-Pionier aus Freistadt.

White Paper zum Thema

Schachinger, LEEFF © Schachinger Logistik / Werner Dedl

E-Mobility-Projekt LEEFF: Im Bild (v.l.n.r.): Roland Glöckl, Geschäftsführer Schachinger Paketdienst (DPD Austria), Peter Overkamp, CFO Schachinger Logistik, Markus Kreisel, CEO bei Kreisel Electric

Aufgebaut auf einem Mercedes-Sprinter

Aufgebaut ist der E-Van aus Oberösterreich auf einem Mercedes-Sprinter. „Wir haben das Auto natürlich komplett zerlegt, den Verbrennungsmotor und alle dazugehörigen Komponenten entfernt, alles genauestens vermessen und 3D-Modelle erstellt“, skizziert Kreisel die Startphase des LEEFF-Projektes. „Auf Basis dieser 3D-Modelle konnten sowohl die perfekte Größe und Position der Akkus als auch die Getriebekonstruktion perfekt auf das Fahrwerk des Mercedes-Sprinters abgestimmt werden.“

Breite Entwicklungspartnerschaft

Während Oberaigner für die Entwicklung des Getriebes und Kreisel für jene des Akkus verantwortlich zeichnet, stellt Smatrics die Ladeinfrastruktur zur Verfügung, Satiamo und die FH Hagenberg zeichnen als Software-Entwicklungspartner für die Flottenmanagementplattform und mobile Applikationen verantwortlich. Neben Schachinger planen auch andere Partner den E-Van-Einsatz. So wollen auch Spar Österreich, Quehenberger Logistics, Gebrüder Weiss Paketdienst, Selecta Österreich und FEN-Systems mitmachen. Die Fahrzeugbereitstellung übernimmt übrigens Voltia.

Emissionen im städtischen Lieferverkehr senken

Erklärtes Ziel aller 17 Projektpartner ist es, eine Kleinserienproduktion für E-Vans für den städtischen Güterverkehr anzustoßen. Damit würden die hohen Umrüstkosten konventioneller Fahrzeuge entfallen. Das soll helfen, die im städtischen Lieferverkehr verursachten Emissionen durch ein grünes Flottenmanagement um bis zu 40 Prozent zu senken.

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