Robotik

Robotik: China First?

China will in den kommenden Jahren Technologieführer in der Robotik werden. Warum es chinesische Robotikunternehmen ohnehin leichter haben, als europäische Konkurrenten.

China hat unter anderem Beteiligungen an Kuka.

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? Diese Frage ist bekannt und teils gefürchtet. Doch wo sieht sich China in fünf Jahren? Der neue chinesische 5-Jahresplan sieht unter anderem vor, dass das Land die Nummer 1 in der Robotik werden soll und es vermutlich auch wird. Robotik wird in China als Schlüsselbranche betrachtet. Bereits heute ist der chinesische Roboter-Markt größer als der addierte von den USA, Japan und Korea. Allerdings spielen westliche Firmen noch eine wichtige Rolle. Das will China ändern und setzt dabei auch stark auf Künstliche Intelligenz und weitere chinesische Robotik-Unternehmen im Ausland. In Deutschland sind die Cobot-Startups Yuanda und Neura Robotics in mehrheitlich chinesischer Hand. Nicht außer Acht zu lassen sind die Beteiligungen an etabilierten Roboter-Herstellern wie beispielsweise Kuka.

Der chinesische Markt ist aus zwei Gründen sehr stark, was für europäische Konkurrenten eine Herausforderung darstellt: Er ist riesig und zudem hat China ein höheres Lohnwachstum als der Westen und damit einen größeren Anreiz zur Automatisierung für Unternehmen. Die Qualität der chinesischen Roboter ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Auch die Pandemie könnte für China von Vorteil sein. Während Europa noch mit ihr kämpft, scheint China diese schon überwunden zu haben.

IFR, World, Robotics, 2020, Report, China, Robotik © World Robotics 2020 Report

Jährliche Installationen von Industrierobotern Top 15 Länder.

Laut World Robotics 2020 Report der International Federation of Robotics (IFR) wurde in China die breite Mehrheit von 71 Prozent der neuen Roboter von ausländischen Anbietern geliefert. Chinesische Hersteller beliefern nach wie vor hauptsächlich den heimischen Markt, wo sie immer mehr Marktanteile gewinnen. Ausländische Zulieferer liefern etwa 29 Prozent ihrer Einheiten an die Automobilindustrie, während es bei chinesischen Zulieferern nur etwa 12 Prozent sind. Daher sind die ausländischen Zulieferer vom Rückgang des Geschäfts in der chinesischen Automobilindustrie stärker betroffen als die inländischen Zulieferer.