Kooperation

Rittal & Hummel: Was steckt hinter der Partnerschaft

Seit September kooperiert Rittal Österreich mit dem deutschen Industriekabelverschraubungshersteller Hummel. Eine Partnerschaft hinter der nicht zu unterschätzende Umsatzziele stecken.

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Rittal Hummel AG Kooperation Elektronik Automation

Marktstrategen: Marcus Schellerer, Geschäftsführer Rittal GmbH (links) und Ralf Schuler, Vorstand Hummel AG (rechts) schlossen im September eine Partnerschaft.

Seit September kooperiert Rittal Österreich mit dem deutschen Industriekabelverschraubungshersteller Hummel. Beide Unternehmen wollen ihren Kunden Premiumprodukte anbieten. In Euro gegossene Ziele gäbe es zwar nicht, dafür ist der sportliche Ehrgeiz der beiden Geschäftsführer nicht zu unterschätzen. Im Interview verraten Marcus Schellerer, Geschäftsführer Rittal, und Ralf Schuler, Vorstand der Hummel AG, Details zu dieser neuen Partnerschaft. 

Herr Schuler, diese Kooperation mit Rittal Österreich ist nicht die erste die Sie mit dem Schaltschrankhersteller eingehen. Wer in die Vergangenheit blickt, erkennt ein ähnliches Modell in den Niederlanden.

Ralf Schuler: Richtig. Vor 25 Jahren haben wir eine ähnliche Kooperation mit Rittal in Holland auf die Beine gestellt. Eine Zusammenarbeit, die uns heute siebenstellige Umsatzzahlen beschert.

Also ein echtes Erfolgsmodell, dass Sie nun in Österreich in Angriff nehmen. Aber warum in der Alpenrepublik und nicht beim Stammhaus in Deutschland?

Schuler: Gespräche gibt es auch mit dem Stammhaus. In Österreich begann der Dialog jedoch früher und führte zügig zu einem erfolgreichen Abschluss. Das zeigt, dass Herr Schellerer und sein Team in der Philosophie und der Marktdurchdringungsstrategie sehr gut zu uns passen.

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Herr Schellerer, mit Hummel-Produkten bieten sie nun Produkte für Industriekabelverschraubung an, ein Segment, wo Rittal hauseigene Produkte vorzuweisen hat. Kommt man sich da nicht in die Quere?

Marcus Schellerer: Eigentlich kaum. Wir wurden von Kunden immer wieder darauf angesprochen zu unseren Edelstahlgehäusen, Hygienic Design Gehäusen und EMV – Lösungen ein breiteres Programm an hochwertigen Verschraubungen anzubieten. Verschraubungen gibt es aber wie Sand am Meer. Mit Hummel-Produkten bedienen wir allerdings das Premiumsegment

Premiumsegment heißt was?

Schellerer: Produkte, die in schwierigen Bereichen wie in explosionsgefährdeten Umgebungen oder im Lebensmittelbereich Anwendung finden. Gerade bei letzterem sind die Hygienevorschriften besonders streng. Es braucht viel Fachexpertise. All das beinhaltet die Kooperation mit Hummel. Dem Kunden wird vieles dadurch erleichtert, so muss er sich keine Gedanken um Zertifizierungen mehr machen.

Und wie läuft diese Kooperation im Detail ab? Ein Provisionsmodell?

Schellerer: Nein, eigentlich ganz einfach: Wir kaufen auf eigene Rechnung ein und verkaufen auch wieder auf eigene Rechnung. Hummel unterstützt uns wiederum mit Mustern, Schautafeln und vor allem Fachexpertise.

Herr Schuler, jetzt haben Sie aber bereits seit vielen Jahren einen Außendienstmitarbeiter in Österreich, der Ihre Produkte vertreibt. Was passiert mit dem, wenn Rittal nun übernimmt?

Schuler: Rittal übernimmt nur den Bereich Kabelverschraubung, Kabelschutzsysteme und -schläuche. Alles was mit Industriesteckverbindern zu tun hat, wird nach wie vor von unserem Mann verkauft. Für uns ist die Kooperation auch insofern ein Vorteil, als dass wir nun auch gemeinsame Messeauftritte ins Auge fassen. So wird unser Vertriebsmitarbeiter bei der Smart Automation in Linz als quasi Untermieter bei Rittal am Stand für unsere Kunden zur Verfügung stehen.

Siebenstelliger Umsatz bei der holländischen Variante. Wo liegen die Ziele in Österreich?

Schellerer: Das erste Jahr dient der Marktbeobachtung. Wir wissen, wie groß der Markt in Österreich dafür ist, aber in Euro gegossene Ziele haben wir keine.

Wie groß war denn bisher der Markt für Hummel in Österreich?

Schuler: Kein sehr hoher sechsstelliger Betrag. Allerdings sind wir bisher auch andere Segmente angegangen. Ich kenne Herrn Schellerers sportlichen Ehrgeiz und bin sehr zuversichtlich, dass sich hier mit guten Summen künftig rechnen lässt.

Vielen Dank für das Gespräch! Das Gespräch führte Elisabeth Biedermann.

Das leisten Hummel-Produkte

Hochwertige Industriekabelverschraubungen geeignet auch für besonders schwierige Anwendungen

  • Zertifizierungen inklusive: UL, UR, VDE, EHEDG, CSA, EAC, IECEx, Ex, CE, KEMA, ABS, Bahnzulassung, DNV, Germanischer Lloyd
  • Explosionsschutz: ATEX, FM, CSA, IEC
  • Schlagschutz
  • Wasserdichtigkeit: IP 68/10bar bzw. IP 69K
  • Tipp: Zu sehen gibt es das Produktportfolio auf den Power Days (13. bis 15. März in Salzburg) oder auf der Smart Automation (14. bis 16. Mai in Linz)
  • Mehr Informationen unter: www.rittal.at/hummel

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