Laborhilfe

Plasmion: Münchner Start-up entwickelt elektronischen Geruchssensor

Das Münchner Start-up Plasmion hat ein elektronisches „Riechorgan“ entwickelt, das Proben online messen kann. Wie der automatische Geruchssensor das Messen von Proben erleichtern soll.

Von
Start-up Plasmion Elektronik Medizintechnik

Entwickeln die beste elektronische Nase auf dem Markt, die beiden Gründer Jan Christoph Wolf und Klaus Wutz mit Plasmion.

Das bayrische Hightech-Startup Plasmion verwandelt Laborgeräte für Massenspektrometrie in echte elektronische Nasen. Dafür gab’s im Juli 2018 beim Münchener Businessplan Wettbewerb von BayStartUP Platz 3 im Finale. Labore können damit erstmals Proben ohne aufwendige Vorbereitung direkt zu messen. Geschnüffelt kann aber noch mehr werden: Die Geräte selbst können automatisiert als Geruchssensoren eingesetzt werden. Dahinter steckt die patentierte Sicrit-Technologie, eine Erweiterung für Laborgeräte, mit der Proben direkt durch Davorhalten analysiert werden. Und das sogar online durchführbar, wobei dies mittels Massenspektrometrie im Normalfall bisher so nicht möglich ist, weil in der Routine die Proben batchweise gesammelt und erst zeitlich versetzt analysiert werden konnten. Erst durch die Möglichkeit, online zu messen, ist eine kontinuierlich Überwachung zeitkritischer Prozesse möglich.

Selbstbewusste Sensorien

Der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK), Dachorganisation der  bayerischen ‎Unternehmerverbände, kürte Plasmion bereits im Februrar zum Start-up des Monats. Geschäftsführer Jan-Christoph Wolf gab sich im Statement dazu selbstbewusst: „Plasmion entwickelt mit seiner Sicrit Technologie die beste ‚elektronische Nase’ auf dem Markt.“ Und er legt nach, warum: „Unsere Innovation revolutioniert nicht nur chemische Analytik im Laborumfeld - einfacher, intelligenter, sensitiver -, sondern stellt auch das Leistungsspektrum eines analytischen Labors in einem automatisierten Messsystem für die Industrie zur Verfügung“.

Plasmion © Plasmion

Der automatische Geruchssensor analysiert mithilfe der patentierten Sicrit-Technologie direkt durch Davorhalten.

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Begonnen hat alles mit ersten Entwicklungen an der ETH Zürich und nachfolgend im Rahmen eines EXIST-Stipendiums 2016/2017. Danach hat sich aber viel getan: „Unsere Produkte sind aktuell bereits als Upgrade für verschiedene Modelle von Massenspektrometern verfügbar“, so Klaus Wutz, Co-Gründer von Plasmion, „im nächsten Schritt arbeiten wir an einem völlig autonomen Messgerät für die industrielle Prozesskontrolle und -steuerung“.

Besser als alle Nasen

Dabei erweitert die Sicrit-Ionenquelle von Plasmion jedes LC-MS-System (Flüssigchromatographie mit Massenspktrometrie-Kopplung) um die Möglichkeit, Analyten in Gasströmen zu messen. So ist die Direktmessung oder die Kopplung mit einem Gas-Chromatographen möglich. Die Ionenquelle erlaubt eine sehr weiche Ionisierung, sodass nicht viele Fragmentionen entstehen. Und da Proben direkt vor die Quelle platziert werden können, sind die austretenden Komponenten eben auch sofort vermessbar. Vielfältige industrielle Anwendungen bieten sich neben klassischer Forschung und Entwicklung etwa im Rahmen der Qualitätskontrolle oder Sortierung in der Lebensmittel-, Pharma- oder Kosmetikindustrie. Auch Abgaskontrolle und Luftqualitäts-Überwachung sind zukünftige Einsatzgebiete für die neue Messtechnologie. Eine hohe Anerkennung für das junge Unternehmen war eine weitere Prämierung heuer: „ Wir sind stolz darauf, dass wir dieses Jahr auch als eines von drei Start-ups den Achema-Gründerpreis erhalten haben,“ freut sich Klaus Wutz über das positive Feedback für Plasmion.

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