Zulieferindustrie

Peneder Businessbau sichert sich Großauftrag von Pollmann

Weil das Stammwerk in Karlstein längst seine Kapazitätsgrenze errreicht hat, investiert Pollmann 17 Millionen Euro in ein neues Werk in Vitis. Schon im Herbst 2019 soll dort die Serienproduktion starten.

Ein Bild mit Symbolkraft: Gemeinsam mit dem Team von Peneder Businessbau setzt Pollmann zum Höhenflug an. (v.l.): Bauleiter Markus Ottinger, Peneder Businessbau, Herbert Auer, Geschäftsführer Pollmann International, Projektleiter Dietmar Ebner und Architekt Harald Setka, beide Peneder Businessbau.

In praktisch allen Fahrzeugen namhafter PKW-Produzenten arbeiten Komponenten von Pollmann. So kommen etwa Schiebedach-Kinematiken, Seitentürschlosskomponenten oder Bauteile für elektrische Lenkungen aus dem Waldviertel. Mit einem Exportanteil von nahezu 100 Prozent ist das Stammwerk in Karlstein (NÖ) längst an der Kapazitätsgrenze. Deshalb erfolgte Ende Mai der Spatenstich für Werk II in Vitis. Rund 17 Mio. Euro beträgt die Investitionssumme für Grundstück, Gebäude und Maschinen. In Vitis entsteht ein Werk mit hochkomplexen Produktions- und Logistikprozessen samt Erweiterungsszenarien, das schon im September 2019 im Vollbetrieb sein muss. Deshalb hat Pollmann die oberösterreichische Peneder Businessbau für die Gebäudeplanung und das Baumanagement engagiert. Unter anderem soll mit dem neuen Werk der Pollmann-Konzernumsatz von aktuell 171 Mio. Euro bis zum Jahr 2022 auf 240 Mio. Euro wachsen. Auch in China wurde deshalb kräftig investiert. 

September 2019 wird die Serienproduktion gestartet

Dass der Weltmarktführer bei Schiebedach-Kinematiken und elektromechanischen Türschlössern auch beim Baumanagement auf Routine und Sicherheit setzt, überrascht nicht. Deshalb hat die Pollmann International GmbH vor der Entscheidung für Peneder Businessbau zwei bereits realisierte Projekte vor Ort unter die Lupe genommen. „Wir haben in Bayern die von Peneder errichteten Werke der kößler technologie GmbH und der Gaplast GmbH besichtigt. Beide Projekte sind in ihrer Komplexität sehr gut mit unserem Bauvorhaben vergleichbar“, präzisiert Pollmann-Geschäftsführer Herbert Auer. Tatsächlich stellt das Bauprojekt mit einer Gesamtfläche von 3.500 m2 und 5.500 Paletten-Stellplätzen nicht zuletzt aufgrund des knappen Zeitbudgets eine Herausforderung dar. „Weil wir schon jetzt Aufträge für das Werk Vitis in den Büchern haben, werden wir im Februar 2019 mit der Installation der ersten Maschinen starten. Ab September wird die Serienproduktion gestartet, sodass bis Jahresende 2019 mit 60 neuen Mitarbeitern im Dreischichtbetrieb an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr gearbeitet werden kann“, präzisiert Herbert Auer den knappen Zeitrahmen. Immerhin ist die erste großvolumige Serienproduktion schon für Herbst 2019 eingetaktet. Dort soll in Zukunft die Produktion größerer Baugruppen konzentriert werden.

Peneder, Pollmann © Simlinger/Peneder

Pollmann International-Geschäftsführer Herbert Auer (mi.), Architekt Harald Setka (li.) und Projektleiter Dietmar Ebner (li.), beide Peneder Businessbau, mit einer jener Komponenten, die schon bald im Werk Vitis produziert werden sollen.
 

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Hoher Auftragsstand schon vor Spatenstich

Die Planung der mittelfristigen Kapazitätsanforderungen stellt für die Businessbau-Experten von Peneder freilich nur eine der Herausforderungen dar. „Pollmann hat sehr langfristige und umfangreiche Erweiterungs-Szenarien vorgesehen. Deshalb müssen wir alle Produktions-, Logistik- und Lagerprozesse so konzipieren, dass jederzeit eine nahtlose Erweiterung möglich ist“, erklärt Peneder-Geschäftsführer Mag. Christian Peneder. Das vollautomatisierte Hochregallager setzt gewissermaßen als Rückgrat des Standortes ein markantes bauliches Signal. Herzstück des Businessbaus ist allerdings jene Magistrale, die als Verkehrsknoten zwischen Produktions-, Lager- und Logistiktrakt fungierte. Dort laufen alle Versorgungsleitungen sowie alle Personen- und Warenströme zusammen, um auch bei – bereits vorausgeplanten – baulichen Erweiterungen auf eine leistungsstarke Logistikachse vertrauen zu können. „Diese Magistrale stellt sicher, dass in allen Erweiterungs-Szenarien die Prozessqualität gesichert ist“, betont Christian Peneder.
 

65.000 m2 für Expansions-Szenarien

Dass diese Erweiterungs-Szenarien durchaus realistisch sind, unterstreicht die Größe jenes Areals, das Pollmann von der Gemeinde Vitis erworben hat. 65.000 m2 stehen dem international agierenden Konzern mit 1.700 Mitarbeitern und Produktionsstätten in Österreich, Tschechien, China und den USA dafür zur Verfügung. Vitis ist für Pollmann aus mehreren Gründen erste Wahl für den zweiten Produktions-Standort in Österreich. Neben der guten Verkehrsanbindung und der Nähe zum Headquarter in Karlstein und dem im tschechischen Jindřichův Hradec ist das vor allem die Verbundenheit zur Region. „Das Waldviertel und die Mitarbeiter aus der Region sind die Basis unseres Erfolges. An dieser Erfolgsformel wollen wir nichts ändern“, sagt Pollmann-Geschäftsführer Auer.

Peneder, Businessbau, Pollmann, Werk, Vitis © Peneder Businessbau

Ein Rendering vom neuen Pollmann-Standort.

Partnerschaftliche Zusammenarbeit

Unterstützt werden die Pollmann-Mitarbeiter in Vitis von modernster Produktions- und Logistik-Technologie. „Wir machen mit diesem Werk technologisch zwei Schritte in die Zukunft“, betont Auer. Dafür hat Peneder Businessbau eine Fabrik konzipiert, in der das Zusammenspiel aus Fördertechnik, Robotik, Lager- und Transportlogistik sowie Haustechnik höchste Produktivität erlaubt. So sorgen eine konsequente Nord-Süd-Ausrichtung des Gebäudes und eine Wärmerückgewinnung für minimierte Heiz- und Kühlkosten und die Verschattungen mit Photovoltaik-Modulen für Energieeffizienz. Um alle Prozesse und die Dimensionierung der Anlagen exakt planen zu können, stellte Pollmann fundiertes Zahlen- und Datenmaterial zur Verfügung. „Der vorbildliche Planungsprozess bei Pollmann ist ein wiederholter Beweis dafür, dass gerade in der Bauwirtschaft ein partnerschaftlicher Zugang die größten Erfolgsaussichten hat", freut sich Christian Peneder über die Qualität der Zusammenarbeit.
 

Über Peneder Businessbau: Businessbau, Hallenbau und Bogendach bilden zusammen die Business-Unit „Gebäudelösungen“ und stellen gemeinsam mit der Business-Unit „Brandschutz“ die beiden operativen Geschäftsfelder der Peneder Bau-Elemente GmbH dar. Diese beschäftigt derzeit 340 MitarbeiterInnen und wird den Umsatz im Geschäftsjahr 2017/18 von zuletzt 83 Mio. Euro voraussichtlich auf 87 Mio. Euro steigern. Ob Zu-, Um- oder Neubau, Peneder Businessbau steht für moderne Architektur, Geschwindigkeit und Zukunftsorientiertheit. Mit intelligenten und hochwertigen Industrie- und Gewerbebauten verschafft der Totalunternehmer Wettbewerbsvorteile wie Markenbildung, optimierte Produktionsprozesse und minimierte Betriebskosten.

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