Robert Kaup ist Geschäftsführer von TietoEvry Austria – einem global tätigen Digitalisierungs-Dienstleister mit starker lokaler Präsenz. Gemeinsam mit 200 MitarbeiterInnen in Österreich berät und begleitet er Unternehmen in den Bereichen Digital Excellence, Digital Transformation, SAP, Data Driven Business, Industry Solutions sowie Customer Experience Management.

Gastkommentar

Neues Jahr, neue Trends – Digital Advisory 2021

Im vergangenen Jahr wurde der Digitalisierungs-Turbo gezündet. Und auch 2021 haben sich Unternehmen viel vorgenommen. Es wird eine Reihe von Entwicklungen, Umbrüchen und Must-Dos im Bereich Digitalisierung geben. Folgende zehn Themen sollte dabei jedes Unternehmen am Radar haben. Ein Gastkommentar von Robert Kaup.

TietoEvry Blog Digitale Transformation

Trend 1: Der Mensch steht im Mittelpunkt der digitalen Transformation

Dies sollte kein Trend, sondern ein Leitsatz sein. Die Digitalisierung muss dem Menschen dienen – nicht umgekehrt. Das Pandemie-Jahr 2020 hat bewiesen, dass Digitalisierung im Best Case eine systemerhaltende Funktion erfüllt. Nämlich dann, wenn wir dank modernster Technik und digitaler Plattformen ortsunabhängig arbeiten können. Oder, wenn Unternehmen, deren Geschäfte schließen mussten, dank digitaler Vertriebswege ihr Business zum Teil absichern oder sogar ausbauen konnten. Den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und rund um ihn und seine Bedürfnisse sinnvolle, digitale Lösungen zu entwickeln, wird sich auch 2021 fortsetzen.

Trend 2: Ein kluger Mix schlägt Einzelmaßnahmen

Für nachhaltig erfolgreiche Digitalisierungsvorhaben ist ein gesamtheitlicher Blick auf das jeweilige Unternehmen entscheidend. Vor allem, wenn es darum geht, wichtige Wachstumsschritte zu setzen. Ob Customer Experience Management, Digitalisierung des Contact Centers, CRM, New Work, künstliche Intelligenz, Machine-Learning oder die Analyse und Verarbeitung von Daten – die digitale Transformation ist allumfassend und wer für sich die richtige „Gewürzmischung“ findet, verschafft sich einen gewaltigen Vorteil.

Trend 3: Im SAP-Bereich bleibt die Umstellung von ERP auf S/4 HANA Thema #1

Ein Task, der IT-Verantwortliche in Unternehmen auch im neuen Jahr beschäftigen wird: Die Umstellung von ERP auf S/4 HANA. Fast jedes Unternehmen ist betroffen und die Nachfrage nach SAP-ExpertInnen am Markt dementsprechend groß. Die Umstellung auf S/4 HANA auf die lange Bank zu schieben, ist keine Option. Denn die Vorteile des neuen Systems sprechen für sich. Als langjähriger SAP-Experte lautet meine Empfehlung daher: Sichern Sie sich so früh wie möglich externe Ressourcen und Kompetenzen für einen reibungslosen Umstieg.

White Paper zum Thema

Trend 4: Unternehmen müssen Kundenerlebnisse liefern

Eine Studie von Bain & Company besagt, dass 80 Prozent aller Unternehmen der Annahme sind, ein ausgezeichnetes Kundenerlebnis zu bieten. Auf Kundenseite teilen allerdings nur 8 Prozent der Befragten diese Wahrnehmung. Das Ergebnis zeigt: Die Erwartungshaltung von Kundinnen und Kunden im Bereich Customer Experience Management ist gestiegen – und zwar zu Recht. Customer Experience matters! Damit das digitale Kundenerlebnis zum Wettbewerbsvorteil werden kann, empfiehlt das CX-ExpertInnen-Team von TietoEvry auf folgende drei Säulen in der CX-Betrachtung zu setzen: Strategie, Business und Technologie.

Trend 5: Weg vom Silo, hin zum Ökosystem

Alone we are great, together we are better. Ökosystem-Plattformen werden 2021 eine rasante Entwicklung erleben. Durch die geschäftsübergreifende Zusammenarbeit werden Geschäftsmodelle weitergedacht und bestehende Prozesse und Wertschöpfungsketten durch Technologien und branchenübergreifende Zusammenarbeit gestärkt. Ein Win-Win-Ansatz, den wir selbst mit unserer erfolgreichen Ecosystem-Lösung „Insurance in the Box“ für die Versicherungsbranche verfolgen.

Trend 6: Gemeinsam wird digitaler Mehrwert geschaffen

Im Jahr 2021 ist Digitalisierung kein Business für „Lonely Wolves“. Die besten Lösungen entstehen im Kollektiv und dank starker Partnerschaften. „Modern Collaboration” heißt das Stichwort und diese Art der Zusammenarbeit wird zukünftig auch andere Branchen und Bereiche erfassen.

Trend 7: Bigger is better

Oder: Groß zu denken geht nur durch weltweite Vernetzung und Kompetenzbündelung. Als Geschäftsführer einer Landesorganisation, die in ein weltweites Konzernnetzwerk eingebunden ist, weiß ich um die Stärke und Innovationskraft eines 24.000 Mann und Frau starken ExpertInnen-Teams. Unternehmen, die ihr Business 2021 nachhaltig transformieren wollen, empfehle ich, bei der Auswahl ihrer Partner mehr denn je auf möglichst diverse und weltweit vernetzte Teams zu setzen.

Trend 8: Die Krise als Chance

Bereits im Frühjahr 2020 hieß es: Unternehmen müssen jetzt in die Digitalisierung ihres Business investieren. Diese Prognose muss 2021 doppelt unterstrichen werden. Die aktuelle Krise lässt keinen Platz für ineffiziente Prozesse und veraltete Strukturen. Es ist das Gebot der Stunde, dass Unternehmen in diesem Jahr einen großen Schritt in Richtung digitale Weiterentwicklung setzen. Digitalisieren Sie Ihre Geschäftsprozesse, werden Sie kundenfreundlicher und reagieren Sie schneller! Holen Sie sich Partner ins Boot, die integrativ denken und unter allen Digitalisierungstechnologien die für Ihr Business beste Lösung einsetzen!

Trend 9: Kommunikation wird transparenter und unmittelbarer

2020 war das Jahr, in dem alte Kommunikationsmuster radikal aufgebrochen wurden. Stattdessen haben schnelle und transparent kommunizierte Entscheidungen die Führungskultur in vielen Unternehmen, aber auch die Kommunikation mit Kundinnen und Kunden geprägt. Diese Entwicklung wird sich auch 2021 fortsetzen – und persönlich würde ich mich freuen, wenn Entscheidungsfreudigkeit und Transparenz in der Kommunikation auch die Zeit nach der Krise überdauern würden.

Trend 10: Purpose und Nutzen als Treiber der digitalen Transformation

Die digitale Transformation wird auch 2021 stark von den Faktoren Purpose und Nutzen getrieben sein. Dieser Trend geht für mich persönlich mit dem Wunsch einher, gemeinsam mit meinem Team weiterhin bedeutsame Schritte in der Digitalisierung für österreichische Unternehmen setzen zu können. Dank unserer agilen Organisation und Arbeitsweise, haben wir eine starke Basis, um dieses Vorhaben auch in Zeiten von Lockdown und Co bewerkstelligen zu können.