Start-up

Mit wenigen Klicks zum Ersatzteil

Sparetech heißt die digitale „Datenautobahn“ zweier Ex-Porsche-Ingenieure, die Ersatzteilmanagement kosteneffizient und Lieferketten resilienter machen soll. Dafür erhielten sie von großen europäischen Technologieinvestoren und B2B-Experten nun fünf Millionen Euro Investment.

Start-up Sparetech Ersatzteilmanagement lieferkette

Von gut bezahlten Porsche-Ingenieren zu Start-up-Gründern: Dr. Lukas Biedermann links, Martin Weber rechts.

58 Milliarden Euro an Ersatzteilbeständen für Produktionsanlagen lagern als totes Kapital in Deutschen Fabriken. Gleichzeitig klagt die Industrie allerorts über fehlende Teile. Das wollen Dr. Lukas Biedermann und Martin Weber ändern. Beide hängten ihre Jobs bei Porsche Consulting an den Nagel und gründeten 2019 das Start-up Sparetech. Erklärtes Ziel der beiden: das industrielle Ersatzteilmanagement zu digitalisieren. Lieferketten sollen gestärkt werden, indem alle Abläufe von der Identifikation bis zur Bestellung von Ersatzteilen für die Maschinen und Anlagen automatisiert werden. Seit der Gründung im Jahr 2019 erzielten sie damit dreistellige Wachstumszahlen. Und nun winkt eine Seed-Finanzierung in Höhe von 5 Millionen Euro. Zu den KundInnen zählen unter anderem Deutschlands Automobillegenden wie Porsche und Volkswagen, Luftfahrt-Gigant Airbus, der Konsumgüterhersteller WEPA Hygieneprodukte und der Aluminium-Verarbeiter Speira.

Raus aus der Abhängigkeit

„COVID-19 hat die Verwundbarkeit traditioneller Produktionsstrategien und -lieferketten fast überall aufgedeckt. Produzierende Unternehmen weltweit stehen unter enormen Wettbewerbsdruck, ihre Abhängigkeit von als riskant empfundenen Lieferquellen zu reduzieren oder zu beseitigen. Gleichzeitig ist eine ständige Verfügbarkeit von Ersatzteilen erforderlich, um Produktionsstillstände zu vermeiden. Doch große Lagerbestände sind teuer und binden Kapital. Sparetech löst dieses Problem.“, so CCO Biedermann. „Wir sehen uns als technologischen Enabler der Smart Factory, in der Ersatzteile zum Zeitpunkt des tatsächlichen Bedarfs eingekauft werden“, erklärt CEO Weber.