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Minimill: Grazer Start-up will mit Minifräse CNC-Fräsen günstiger machen

Mit Minimill haben drei Studenten an der TU Graz eine Minifräse gebaut, die nicht nur mit ihrer Größe für Aufregung sorgt. Wie das Start-up qBot damit das CNC-Fräsen leistbarer macht.

qBot TU Graz CNC Start-up Produktion

Präzise, sauber, günstig: Minimill ist ideal für junge Unternehmen, die sich eine große teure CNC-Fräse nicht leisten können. 

Ohne coole Idee kein Start-up. Und wie so oft ergeben sich diese Ideen aus der Not heraus. So war es zumindest für die drei Studenten und Start-up Gründer Jakob Neuhauser, Thomas Schiefermair und Martin Viereckl. Weil sie oft Teile, die sie für komplexe Projekte brauchten, teuer fräsen lassen mussten und 3D Druck bei den Materialien zu sehr einschränkte, bauten sie kurzum ihre eigene CNC-Fräse. Das Ergebnis: Minimill, die wohl kompakteste und günstigste Fräse, die diese Branche je gesehen hat.

Open-Source für Benutzerfreundlichkeit

Der erste Prototyp erblickte zwar schon Ende 2014 das Licht der Welt, wurde aber seitdem konsequent weiter entwickelt. Denn schnell stellte sich heraus, dass Minimill für viele Studienkollegen interessant war. „Sie drängten uns die Fräse in Hinblick auf bestimmte Eigenschaften zu verbessern, und so wurde aus dem Versuch ein interessantes, und immer größeres Projekt“, erläutert Thomas Schiefermair, verantwortlich für die Entwicklung der Mechanik und Geschäftsführer des Start-ups.  Das Start-up entwickelte also Lösungen, die es in dieser Maschinenklasse so eigentlich nicht gibt. Mit der speziell für Minimill kreierten Open-Source Software wurden Genauigkeit und Verlässlichkeit der Maschine gesteigert. Jetzt nimmt die Software dem Bediener Arbeitsschritte so weit, wie möglich ab und erfordert nur eine minimale Einschulung. „Alle kritischen Arbeitsschritte werden durch die Software überwacht, so dass es zu keinen gefährlichen Situationen kommen kann“, betont Martin Viereckl, zuständig für die Softwareentwicklung bei qBot. Und das ist auch gut so, sind es doch vor allem Kleinunternehmen, Prototypenhersteller und Start-ups, die auf der Kundenliste der drei findigen Studenten stehen.

Schiefermair, Neuhauser, Minimill © qBot

Machen CNC fräsen leistbar: Thomas Schiefermair und Jakob Neuhauser Gründer des Start-ups qBot und Erfinder der Minimill.

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Viel Wert für kleine Börsen

Die Minimill mag zwar mehr David als Goliath sein, vollendet aber den Spruch „Klein - aber oho“: Am Anfang steht ihr kleiner Preis mit 2.990 Euro und danach ihre Kompaktheit mit 40x40x40 cm und dann ihr Leistungsspektrum. Das kleine Fräsenwunder ist nämlich z.B. für die Platinenfertigung bestens geeignet. Sie berechnet den optimalen Fräspfad für ein- und zweiseitige Platinen direkt aus Gerber Dateien und vermisst vor dem Fräsen automatisch die Platinenoberfläche, um eine perfekte Gravur zu sichern. Bohren, Gravieren und Konturfräsen erfolgen vollautomatisch. Aber auch individualisierte Kleinserien und Prototypen aus verschiedenen Materialien - von Holz über Schaumstoff, Plexiglas bis eben zu Platinen - können direkt aus 2D oder 3D-Dateien auf der Minimill gefertigt werden. Hochleistungs-Spindelmotor, präzise Kugelumlaufspindeln, stabiler Stahlrahmen  und ein robustes Gehäuse machen sie damit zur perfekten CNC Fräsmaschine für die Platinen- und Prototypenfertigung.

Da das CNC-Fräsen in der Industrie ein sehr wichtiger, aber immer noch teurer Prozess ist, ist es für viele, vor allem junge Unternehmen, nicht möglich, eigene Teile mal eben schnell fertigen zu lassen. Mit der Minimill soll sich das ändern. „Labore, Forschungsgruppen aber auch kleinere Unternehmen haben unsere Minifräse schon im Einsatz“, freut sich Schiefermair. Eben eine kleine Maschine für große Wunder für jedermann.

qBot © qBot

Das kleine Fräsenwunder ist auch für die Platinenfertigung bestens geeignet.