Studie

Microsoft: Sicherheitsbedenken gegenüber IoT

Der aktuelle Forschungsbericht "IoT-Signals" von Microsoft verrät viel über die Technologietreiber der nächsten zwei Jahre. Wo sehen Unternehmen die Gefahren von künstlicher Intelligenz, Edge Computing und 5G.

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IT Microsoft Digitalisierung IoT

„Viele glauben, dass sich durch IoT ihr Kernprodukt verändern wird. Das heißt, das Angebot wird sich nicht nur auf ein physisches Produkt beschränken, sondern auch viele digitale Services hervorbringen.“ Paul Lehner, Digital Advisor bei Microsoft Austria

Microsoft stellte mit dem Forschungsbericht „IoT-Signals“ den aktuellen Stand der Verbreitung des Internet of Things (IoT) in Unternehmen vor. Eines der Hauptergebnisse ist die schnell wachsende Akzeptanz von IoT-Lösungen. Dafür wurden weltweit mehr als 3.000 Entscheidungsträger in Unternehmen befragt. Die Studienteilnehmer davon aus, dass schon in zwei Jahren rund 30 Prozent des Umsatzes ihres Unternehmens auf IoT-Projekte entfallen werden. „Das Thema IoT ist in der Industrie angekommen“, bestätigt Paul Lehner, Digital Advisor bei Microsoft Austria. „Andererseits wollten wir mit dieser Studie die Bedarfe und großen Themenblöcke der Kunden verstehen lernen.“ Rund 88 Prozent der Befragten sehen die Technologie als profitabel und maßgeblich für den zukünftigen Geschäftserfolg. IoT-Lösungen schaffen zudem Möglichkeiten, fortschrittlichere Cloud- und Netzwerktechnologien zu nutzen. Unternehmen, die IoT bereits einsetzen, erwarten aus den IoT-Projekten in Zukunft einen ROI von rund 30 Prozent.

Pragmatische Gründe für den IoT-Einsatz

Mit Blick auf die Zukunft glauben die Studienteilnehmer, dass die künstliche Intelligenz (KI), Edge Computing und 5G, gefolgt von digitalen Zwillingen und Blockchain, entscheidende Technologietreiber für den Erfolg von IoT sein werden. Im Schnitt nennen die Unternehmen drei bis vier wesentliche Gründe, die sie zur Einführung von IoT-Lösungen bewogen haben. Die beiden wichtigsten Gründe für den Einsatz von IoT-Lösungen sind die Betriebsoptimierung (56 Prozent) und Verbesserung der Mitarbeiterproduktivität (47 Prozent). Wobei die Befragten Effizienz und Produktivität als wichtige Motivatoren angeben. „Neben der Geschäftsoptimierung und Produktivitätssteigerung stehen laut der Befragten auch die Hilfestellungen für die Mitarbeiter im Vordergrund“, so Lehner. „Dabei geht es nicht darum, den Menschen durch die Maschine zu ersetzen, sondern um die Bereitstellung von Auswertungen an die Mitarbeiter, zur Verbesserung der Arbeitsprozesse oder Vermeidung lästiger Arbeit.“

Das Kerngeschäft verändert sich

Zu den weiteren Gründen bzw. häufigsten Anwendungsfällen gehört das Thema Security, das 44 Prozent der Unternehmen als Hauptgründe für den Einsatz von IoT ansehen. 30 Prozent bis 40 Prozent der Unternehmen setzen IoT-Lösungen ebenfalls ein, um die Lieferkette zu managen, die Qualität zu sichern, die Bestände zu verfolgen und den Verkauf zu realisieren. Insgesamt sehen die Entscheider und Entwickler IoT als eine Möglichkeit, Prozesse zu rationalisieren und effizienter zu arbeiten. „Darüber hinaus betrachten wir aus der Sicht der Kunden zunehmend auch die Umsatzperspektive“, betont Lehner. „Viele glauben, dass sich ihr Kernprodukt verändern wird. Das heißt, das Angebot wird sich nicht nur auf ein physisches Produkt beschränken, sondern dass IoT auch viele digitale Services hervorbringen wird und somit komplett neue Geschäftsfelder entstehen.“ Während IoT branchenübergreifend vorteilhafte Anwendungen bietet, priorisiert jede Branche nach ihren spezifischen Anforderungen unterschiedliche Anwendungsfälle. In der industriellen Fertigung sind die wichtigsten Anwendungsfälle für das IoT: Automatisierung, Qualität und Compliance, Produktionsplanung, Lieferkettenlogistik und Anlagensicherheit (siehe Diagramm).

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Hindernisse, Stolpersteine und Blockaden

Die Akzeptanz gegenüber IoT nimmt zu und so hat sich die Tür zur Unternehmenstransformation ein Stück weiter geöffnet. Unternehmen nehmen Fachkräftemangel, Projektkomplexität und Sicherheitsherausforderungen als Umsetzungshürden wahr. So gibt es laut der Studie Kompetenzlücken bei IoT-Lösungen, die durch die Komplexität der Lösung noch verstärkt werden. Fast die Hälfte gibt an, dass nicht genügend Fachkräfte zur Verfügung stehen, und jeder vierte IoT-Anwender nennt Komplexität sowie technische Herausforderungen bei der Nutzung von IoT als Hindernis für die weitere Einführung von IoT.

Das große Thema Fachkräftemangel

„Das Hauptproblem ist der Mangel an Mitarbeitern, die an den IoT-Themen arbeiten“, unterstreicht Lehner. „Viele Kunden sammeln schon viele Daten und gewinnen Erkenntnisse daraus, aber oftmals gelingt es nicht, diese Erkenntnisse wieder in Aktionen zu überführen und in die Prozesse überzuleiten.“ Das bedeutet für Lehner, dass Fachkräfte gebraucht werden, die überhaupt das verstehen, was in den Produktionshallen abläuft, aber auch gleichzeitig die gewonnenen Erkenntnisse in die Prozesse implementieren können. Fachkräftemangel heißt für ihn aber auch, dass für diese Aufgaben nicht genügend Personal freigestellt wird. Somit verhindern bestehende IoT-Komplexitäten und fehlende Ressourcen, dass IoT-Entscheider mehr IoT einsetzen; und 20 Prozent nennen Komplexität sowie technische Herausforderungen als eine Top-Herausforderung.

Top-Thema: Security

Ausreichende Sicherheitsvorkehrungen sind entscheidend für das Vertrauen und die Integrität in IoT-Cloud- und Edge-verbundenen Geräten, da sie sich nicht immer in einer vertrauenswürdigen Verwahrung befinden. Fast alle Befragten (97 Prozent) geben daher Sicherheitsbedenken bei der Umsetzung des IoT an. Wobei dies nicht grundsätzlich die Akzeptanz der Technologie behindert. Doch eine Internet-Verbindung ist immer eine Zwei-Wege-Straße. Da diese Geräte zu einem Tor zu unseren Wohnungen, Arbeitsplätzen und Industrien werden, bieten sie stets ein Ziel von Angriffen. Die Kosten für Datenschutzverletzungen liegen im Durchschnitt zwischen 4 Mio. und 8 Mio. US-Dollar. Die drei wichtigsten Sicherheitsbedenken, die die Studie bei den IoT-Anwendern festgestellt haben, lauten: die Erstellung starker Benutzer-Authentifizierungen (43 Prozent), die Verfolgung und Verwaltung aller IoT-Geräte (38 Prozent) und die Sicherung der Endpunkte für jedes IoT-Gerät (38 Prozent).

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