Gernot Hutter und Mario Kwas sind Co-Founder des Institutes für Intrapreneurship. Kwas begann seine Karriere als Bürokaufmann-Lehrling Mitte der 90er Jahre und arbeitete sich vom Projektleiter zum Verkaufsleiter bis hin zum Geschäftsführer in Industriebetrieben hoch. In seiner akademischen Laufbahn beschäftigt er sich wissenschaftlich mit den Themen Entrepeneur- und Intrapreneurship. Dr. Gernot Hutter hat nach Abschluss seines BWL-Studiums als First-Mover Unternehmer mit Herzblut mehrere Unternehmen in unterschiedlichsten Branchen (Energie, Immobilien, Luxusgüter) aufgebaut. Getrieben von Neugierde, Freude am Experimentieren sowie kreativem und kreadoofen Querdenken lebt er seine Mission als leidenschaftlicher Entrepreneur und Intrapreneur.

Kolumne

Maschinenbau - quo vadis? Reaktionen auf die Krise.

Die Ergebnisse einer Umfrage von McKinsey überraschen auf den ersten Blick kaum: Allheilmittel, um gestärkt aus der Krise zu herauszugehen, sind Digitalisierung, optimierte Lieferketten und flexible Arbeitsmodelle. Doch ein Ergebnis der Umfrage überrascht. Die neuen FACTORY-Kolumnisten Kwas & Hutter reden darüber.

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Eine aktuelle Umfrage von McKinsey bei über 500 deutschen Mittelstandsunternehmen zeigt einerseits die dramatischen Auswirkungen des Corona Virus (Umsatzeinbußen, Ausfälle in der Lieferkette etc.) andererseits aber auch einen gewissen Optimismus, die Krise positiv zu bewältigen. 77% der befragten Geschäftsführer und leitende Angestellte blicken im Gegensatz zu ihren Kollegen aus der Tourismus-, Hotellerie- oder Gastrobranche demnach positiv in die Zukunft. Die Ansätze zur Krisenbewältigung beziehen sich auf wichtige, aber bekannte Maßnahmen wie Digitalisierungslücken schließen, Lieferketten überprüfen oder Arbeitsmodelle flexibilisieren.

Eine Maßnahme, die auch angeführt wurde, überrascht, nämlich „reden“, und zwar mit Kunden und Geschäftspartnern bzw. Konkurrenten. Neun von zehn (!) Unternehmen wollen demnach die Interaktion mit ihren Kunden verbessern, idealerweise sprechen sie dann aber nicht übereinander, sondern miteinander, um gemeinsam das Produkt, die Dienstleistung oder das Geschäftsmodell zum Wohle aller zu verbessern. Ein ähnlich hoher Prozentsatz der Befragten spricht sich für eine stärkere Einbindung in Branchennetzwerke oder regionale/lokale Ökosysteme aus, auch strategische Allianzen mit Geschäftspartnern oder Mitbewerbern stehen hoch im Kurs. Eine wichtige, aber dennoch verspätete Erkenntnis, man kann nur hoffen, dass diese Vorsätze auch so rasch wie möglich in die Praxis umgesetzt werden, denn sonst wird man in der fortschreitenden Globalisierung oder Glokalisierung im Nachteil sein.

Aus unserer Arbeit wissen wir, wie wichtig es ist, sein „Umfeld“ laufend zu beobachten, immer in gutem Kontakt mit allen zu sein, um daraus zu lernen und wichtige Maßnahmen für die Zukunft abzuleiten. Es ist klar, dass man in Zeiten der Hochkonjunktur dazu neigt, sich vor vollen Auftragsbüchern zu verstecken, um nicht zu viele strategische Themen anpacken zu müssen, aber ehrlicherweise ist es nur eine Frage des Wollens. Oder es steckt doch Angst dahinter. Angst, dass ein Kunde vielleicht etwas verlangt, was man nicht (sofort) liefern kann oder Angst, dass ein Konkurrent dann zu viel über einen wissen könnte und noch bedrohlicher wird.

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Diese Angst verschleiert den Blick auf die Chancen von guter und laufender Kommunikation mit Kunden und Geschäftspartnern. Spricht man mit dem Kunden über dessen Probleme kann sich der Blick auf neue, innovative Produktideen oder neue gemeinsame Marktchancen eröffnen. Durch offene und ehrliche Gespräche mit Geschäftspartnern oder Mitbewerbern erlangt man einen besseren „Rundum-Blick“ über seine eigene Situation und kann sich besser für die Zukunft justieren. Es wäre eigentlich viel möglich, wenn man nur reden wollte. Man muss es einfach nur tun. Und zwar jetzt!

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