Gernot Hutter und Mario Kwas sind Co-Founder des Institutes für Intrapreneurship. Kwas begann seine Karriere als Bürokaufmann-Lehrling Mitte der 90er Jahre und arbeitete sich vom Projektleiter zum Verkaufsleiter bis hin zum Geschäftsführer in Industriebetrieben hoch. In seiner akademischen Laufbahn beschäftigt er sich wissenschaftlich mit den Themen Entrepeneur- und Intrapreneurship. Dr. Gernot Hutter hat nach Abschluss seines BWL-Studiums als First-Mover Unternehmer mit Herzblut mehrere Unternehmen in unterschiedlichsten Branchen (Energie, Immobilien, Luxusgüter) aufgebaut. Getrieben von Neugierde, Freude am Experimentieren sowie kreativem und kreadoofen Querdenken lebt er seine Mission als leidenschaftlicher Entrepreneur und Intrapreneur.

Kolumne

"kreadoof" ist das neue kreativ

Wann ist eine Idee genial, wann verrückt oder sogar deppert, wie man in Österreich sagt. Wer kann entscheiden ob es sich um eine g´scheite Idee handelt oder eben nicht. Die Kollumnisten Hutter und Kwas gehen der Frage nach und fordern mehr Mut zu kreadoofen Ideen.

Blog Innovation Ideenmanagement Zotter Schokoladen Manufaktur

Der von uns sehr geschätzte Josef Zotter bringt es im Artikel auf Seite 14 auf den Punkt: „Manchmal muss man querdenken, um zu Innovationen zu kommen“. Querdenken ist ein integraler Bestandteil von Innovation und man sollte meinen, dass dieses „um die Ecke denken“ überall praktiziert wird. Aber die Praxis zeigt leider ein anderes Bild.

Potenzial des Querdenkens

Von ihren Vorgesetzten und KollegInnen wird dieses kreative Potenzial herabgewürdigt, weil es nicht dem mehrheitlichen Denken entspricht. Querdenkerische Ideen werden oft als „doofe“ oder „blöde“ Ideen abgetan und nicht weiter beachtet. Man kann sich gut vorstellen, wie sich dieses Feedback auf die Kreativität und die Motivation von engagierten, innovativen Mitarbeitern auswirkt. Und genau darin liegt ein großer Fehler, der die Innovation in Unternehmen zum Teil stark beeinträchtigt.

kreativ + doof = Chance auf Erfolg

Daher haben wir den Kunstbegriff „kreadoof“ geschaffen, um das negative Image und auch die empfundene „Schmach“ aufzulösen und einen ganzheitlichen Blick auf Kreativität zu forcieren. Jede Idee, die ein Mitarbeiter entwickelt (wir klammern völlig abstruse Ideen natürlich aus), entspringt seiner Kreativität und hat zu Beginn ein bestimmtes Potenzial zum Erfolg. Erst wenn man den Weg der Umsetzung geht, wird man herausfinden, ob die Idee in der Praxis funktioniert oder nicht. Wer also maßt sich an, eine nur ausgesprochene Idee als „doof“ zu bewerten, wenn man nicht einmal probiert hat, diese in die Praxis umzusetzen und zu schauen, was dabei herauskommt? Warum gibt man dem Ideengeber nicht einmal die Chance es zu probieren?

White Paper zum Thema

Mut zu scheitern

Nur wenn man es versucht, eine Idee zu realisieren, wird man wissen, ob sie funktioniert oder nicht. Im Nachhinein zu sagen, dass die Idee doof ist, kann mit der Weisheit des Rückblicks jeder. Aber es zu probieren, dafür braucht man Mut, Willenskraft und Durchhaltevermögen. Diese Fähigkeiten haben nicht alle Kritiker. Aber warum urteilen sie dann vorschnell über eine Idee und verunsichern und demotivieren damit kreative Menschen? Es darf und kann nicht sein, dass Mitarbeiter deshalb Angst davor haben, ihre Idee auszusprechen, nur weil man im Unternehmen vorschnell meint, dass diese Idee doof ist. Deshalb Mut zu kreadoofen Ideen und Mut zur Umsetzung!

Ideen-Dolmetscher

Ein wichtiger Aspekt wird bei kreadoofen Ideen oft übersehen, der wunderbar in folgendem Zitat eines uns unbekannten Verfassers beschrieben wird: „Eine kreadoofe Idee kann die Cousine einer guten Idee sein, die wiederum die Nachbarin einer herausragenden Idee ist“. Sprich erst durch vermeintlich doofe Ideen kommt man in Umsetzungsversuchen oder beim Experimentieren auf völlig neue Ideen oder Gedanken, auf die man sonst nie gekommen wäre. Hier liegt also auch ein weiteres Kreativitätspotential verborgen, das man ungenützt liegen lassen würde, wenn man kreadoofen Ideen keine Chance gibt. Warum lässt man dieses Potenzial also ungenützt brach liegen? Wir haben bis heute noch keine Antworten darauf gefunden.