Übernahmeangebot

Kauft DSV seinen Schweizer Konkurrenten Panalpina?

Die dänische DSV stößt eine weitere Großübernahme in der Logistikbranche an. Das Unternehmen will den Schweizer Wettbewerber Panalpina um rund 3,6 Mrd. Euro kaufen.

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Dänischer Logistikkonzern DSV greift nach Schweizer Panalpina.

DSV bietet 4 Mrd. Franken (3,6 Milliarden Euro). Der Verwaltungsrat von Panalpina prüfe den Vorschlag mit seinen Beratern und informiere zu gegebener Zeit weiter. Entscheidend dürfte die Haltung der Ernst Göhner Stiftung sein, die rund 46 Prozent der Panalpina-Anteile hält. Die Stiftung wollte sich vorerst nicht äußern. Von DSV hieß es indessen: "Ein Zusammenschluss von DSV und Panalpina würde ein globales Transport- und Logistikunternehmen mit bedeutenden Wachstumschancen schaffen."

Die Aktie machte einen Kurssprung

DSV machte einen unverbindlichen Vorschlag, Panalpina für 170 Franken in bar und eigenen Aktien zu kaufen. Dies entspricht einem Aufschlag von knapp einem Viertel gemessen am Schlusskurs des Vortages. Die Panalpina-Aktie schoss am Vormittag um 31 Prozent auf 179 Franken - damit gehen die Anleger davon aus, dass ein noch höheres Offert für Panalpina vorgelegt werden dürfte. Vontobel-Analyst Michael Foeth bewertete den Vorschlag der Dänen als angemessen. "Aber wir können ein höheres Angebot eines anderen Spielers nicht ausschließen", erklärte er. Im November hatte der Schweizer Rivale Kühne+Nagel Interesse an Panalpina signalisiert. Ein Sprecher von Kühne+Nagel wollte sich nicht äußern.

Zweitgrößter Eigner Cevian gab kein Statement

Auf eine Übernahme von Panalpina drängt der zweitgrößte Eigner Cevian. Kapitalmarktexperten zufolge ist das für den aktivistischen Investor die beste Option, die Beteiligung von rund zwölf Prozent zu einem guten Preis abzustoßen. Ein Cevian-Sprecher wollte sich nicht äußern.

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Cevian ist seit rund acht Jahren an Panalpina beteiligt, hat inzwischen aber die Geduld verloren und einen Wechsel des Verwaltungsratspräsidenten durchgedrückt. Angesichts zu hoher Kosten und zu niedriger Umsätze sei der Konzern schlecht geführt, monierte Cevian. Tatsächlich hinkt Panalpina etwa dem Rivalen Kühne+Nagel beim Wachstum hinterher, unter anderem weil sich die Einführung eines neuen Informatik-Systems verzögert hat.

Aufschluss zu DHL, Kühne+Nagel und DB Schenker

In einem fragmentierten Markt sind DSV und Panalpina mittelgroße Anbieter, als Marktführer gilt DHL gefolgt von Kühne+Nagel und DB Schenker. Während die Dänen rund 44.000 Personen beschäftigen, kommt Panalpina auf 14.000 Mitarbeiter. In der Logistikbranche läuft zurzeit eine Konsolidierung. So stellte der französische Schifffahrtskonzern CMA CGM eine Übernahme der Schweizer Ceva Logistics in Aussicht. Zuvor hatte bereits DSV um Ceva gebuhlt. DSV hat bereits mehrere größere Übernahmen wie die kalifornische UTi erfolgreich integriert. (APA/Reuters)

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