Ausbildung

Industrielle Mechatronik: FH Joanneum startet duales Studium

Ab dem dritten Semester wechseln sich Lernen und bezahlte Praxis im Unternehmen ab. Gestartet wird im Herbst in Kapfenberg mit 25 Studienplätzen.

Gemeinsam mit der steirischen Industrie wurde in der Steiermark ein spezieller Studiengang für die Industrielle Mechatronik entwickelt.

In der österreichischen Industrie sind Experten an den Schnittstellen von Maschinenbau, Elektronik und Informatik heiß begehrt. An der FH Joanneum startet im Herbst am Standort Kapfenberg deshalb erstmals ein duales Studium für "Industrielle Mechatronik". Ab dem dritten Semester wechseln sich Lernen und bezahlte Praxis in steirischen Industrieunternehmen ab. Begonnen wird mit 25 Studienplätzen.

Wenn es darum geht, Anlagen, Maschinen oder Roboter aufzubauen, zu warten und zu vernetzen, Prozesse zu installieren und zu optimieren und Transportsysteme smart zu organisieren sind Mechatroniker*innen gefragt. Gemeinsam mit der steirischen Industrie hat man in der Steiermark einen speziellen Studiengang für die Industrielle Mechatronik entwickelt. „Maschinenbau und Fertigungstechnik, Technische Informatik und Elektronik sind die Säulen“, erklärt Karl Peter Pfeiffer, wissenschaftlicher Geschäftsführer der FH Joanneum.

Angelegt sei das duale Studium auf sechs Semester. Bei dieser Form des Studiums verbringt man im Vergleich zu den gängigen Pflichtpraktika bei einem klassischen FH-Studium deutlich mehr Zeit im Unternehmen. So sind die Studierenden im ersten Studienjahr komplett an der FH, ab dem zweiten Studienjahr sollen sie jedoch in einem dreimonatigen Rhythmus das Gelernte in der Industrie umsetzen, berichtet Studiengangsleiter Wolfgang Belitsch.

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Praxis in der steirischen Industrie

Zu den Ausbildungsunternehmen gehören etwa die voestalpine High Performance Metals, Knapp Systemintegration, AVL List, Magna Steyr Fahrzeugtechnik und Pankl Racing Systems AG. Neben der praktischen Erfahrung werden die Studierenden vom dritten bis zum sechsten Semester in Teilzeit angestellt und bekommen eine finanzielle Vergütung laut Kollektivvertrag. „Es ist eine Investition in die Zukunft, die sich auf jeden Fall auszahlen wird“, ist Franz Rotter, Vorstandsmitglied der voestalpine und Leiter der High Performance Metals Division, überzeugt. „Die Industrie hat größtes Interesse an den Absolventen des Studiums“, betont auch Gernot Pagger, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Steiermark.

Robotik, Sensorik und digitale Bildverarbeitung sind Wahlpflichtfächer, Lehrveranstaltungen im Bereich Technologiemanagement und Englisch ergänzen das technische Know-how. Im sechsten Semester können die Studierenden ihre Bachelorarbeit während der letzten Praxisphase im jeweiligen Ausbildungsunternehmen verfassen. Begonnen wird mit 25 Studienplätzen. „Zielgruppe sind Absolventen der AHS und BHS, möglicherweise ist auch der eine oder andere Berufstätige aus dem Mechatronik-Bereich darunter“, so Pfeiffer. Die steirische Industrie selbst bietet aktuell an die 500 Mechatronik-Lehrlinge aus, ergänzt Pagger.