Christoph Höinghaus ist CEO von Trivadis, einem IT-Dienstleister im deutschsprachigen Raum für Beratung, Systemintegration und Lösungsentwicklung mit Fokus auf Oracle- und Microsoft-Technologien.

Tech-Crashers

Industrie 4.0 ist Aufgabe des Managements

Was bedeutet es, wenn durch digitale Technologien wie Sensoren, Big-Data-Analysen oder 3D-Drucker eine intelligente Fabrik entsteht, die sich selbst organisiert? Welche Aufgabe kommt da dem Management zu?

Industrie 4.0 Blog Trivadis

Herausforderung Industrie 4.0: Die Revolution verlangt Management, Mitarbeitern und IT-Systemen viel ab.

Die Umsetzung von Industrie 4.0 ist eine strategische Aufgabe mit hohen Anforderungen an das Management. Es gilt, den Wandel im eigenen Unternehmen zu planen und zu vollziehen. Denn wenn die klassische Produktion mit dem Internet verschmilzt, ändern sich die Arbeitsprozesse und damit auch die Anforderungen an die Fachkräfte und IT-Systeme in der Fabrik maßgeblich.

Österreich, Land der Inseln

Laut der Studie „Industrie 4.0 – Österreichs Industrie im Wandel“ von PwC haben zwar bereits fast drei Viertel der österreichischen Industrieunternehmen ihre Wertschöpfungsketten zum Teil digitalisiert. Häufig sind aber eben erst Teilbereiche und Insellösungen umgesetzt. Hier besteht Nachholbedarf: Eine Smart Factory sollte als Ganzes effizient arbeiten und individuelle Aufträge, die sich von selbst steuern, ermöglichen - von der Bestellung des erforderlichen Rohmaterials über die Reservierung der Bearbeitungsmaschinen, Montagekapazitäten, Lagerhallen und der erforderlichen Logistikleistung bis hin zur Qualitätskontrolle und Auslieferung.

Die moderne Fertigung im Sinne einer Industrie 4.0 macht aber sogar vor Betriebsgrenzen keinen Halt. Eine integrierte auftragsorientierte Produktion, die vom Rohstoff bis hin zum fertigen Industrieprodukt reicht, erfordert firmenübergreifende Wertschöpfungsketten. Zu diesem Zweck müssen Informationen zwischen Unternehmen standardisiert und sicher ausgetauscht werden können. Eine effektive Datenlogistik wird damit zur wichtigsten Aufgabe der IT eines Unternehmens werden.

White Paper zum Thema

IT-Systeme sind viel zu langsam

Die IT-Systeme im Zeitalter von Industrie 4.0 müssen hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit sowie eine schnelle und umfassende Bereitstellung historischer, aktueller und prognostischer Produktionsdaten garantieren. Davon sind wir heute noch weit entfernt. Es gilt, eine traditionelle IT, die darauf ausgelegt ist, Daten intern in verschiedenen Anwendungen zu verwalten, zu modernisieren und mit neuen Technologien zu integrieren. Ein signifikanter Teil der Investition muss in diese Tätigkeit einfließen, da ansonsten die traditionelle IT mehr und mehr Anteile des bestehenden IT-Budgets auffrisst. Darüber hinaus gilt es, die entsprechenden Standards für den Informationsaustausch branchenweit zu adaptieren. Nur so ist gewährleistet, dass die integrierte Produktion über Firmengrenzen hinweg funktionieren wird.

Erfolg ist Investition

Wer auch künftig erfolgreich bestehen will, muss also investieren: zum einen in die Qualifikation bestehender Mitarbeiter − wahrscheinlich wird es auch ohne Neueinstellungen mit interdisziplinären Fachkenntnissen in Informatik und Maschinenbau nicht gehen − und zum anderen in die Bereitstellung und den Betrieb einer firmenübergreifenden Infrastruktur, die fähig ist, mit sehr großen Datenmengen umzugehen. Die Industrieunternehmen in Österreich haben das erkannt und wollen gemäß PWC-Umfrage künftig 4 Milliarden Euro pro Jahr investieren; in anderen Branchen ist heute dieselbe Entwicklung abzusehen.

Wenn es um die Anpassung der IT-Systeme geht, kommen erfahrene IT-Dienstleister ins Spiel. Wir beschäftigen uns nicht nur mit der Konzeption, Weiterentwicklung und Lieferung dieser neuen Technologien. Wir sind vielmehr der Begleiter auf dem Weg durch die digitale Transformation; wir unterstützen Unternehmen dabei, den Wandel zu vollziehen