Datenmanagement

HPE bringt GAIA-X auf den Markt

Ein neues Lösungsframework, Marktplatz und Services sollen Unternehmen helfen, sich auf die Dateninfrastruktur GAIA-X vorzubereiten. Der Österreicher Johannes Koch löst das Rätsel darum, wie wir Netzwerkeffekte erzeugen können, ohne alle Daten zu zentralisieren.

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HPE GAIA-X Daten Datenmanagement

„Wer bereit sein will, wenn GAIA-X bereit steht, der muss jetzt beginnen, sich vorzubereiten“, sagt Johannes Koch, Senior Vice President, Deutschland, Österreich und Schweiz bei HPE.

Hewlett Packard Enterprise (HPE) hat heute Lösungen vorgestellt, die Unternehmen dabei helfen, die Monetarisierung von Daten voranzutreiben, indem sie GAIA-X nutzen, eine neu entstehende föderierte Dateninfrastruktur, die von mehr als 300 Unternehmen in Europa und weltweit unterstützt wird. „Wer bereit sein will, wenn GAIA-X bereit steht, der muss jetzt beginnen, sich vorzubereiten“, sagt Johannes Koch, Senior Vice President, Deutschland, Österreich und Schweiz bei HPE und fügt hinzu: „Europäische Unternehmen sind weltweit tätig, daher ist es wichtig, nicht-europäische Länder nicht auszuschließen.”

Das HPE GAIA-X Solution Framework wurde für Unternehmen, Service Provider und öffentliche Organisationen entwickelt, die sich auf die Teilnahme an GAIA-X vorbereiten wollen. Es unterstützt praktisch alle Funktionen, die erforderlich sind, um Daten und Services in einer dezentralen, föderierten Umgebung sowohl bereitzustellen als auch zu konsumieren. Als Ergebnis können Organisationen ihre Fähigkeit zur Wertschöpfung aus Daten verbessern, riesige verteilte Datenpools anzapfen und ihre Souveränität über ihr datengetriebenes Geschäftsmodell stärken.

Das Framework basiert auf einer Referenzarchitektur, die Schlüsselkomponenten aus dem Software-Portfolio von HPE, Software von Drittanbietern und der Geschäftsplattform Cloud28+, einem Marktplatz für die Monetarisierung von Daten und Services, nutzt. Einzelne Lösungskomponenten und ganze Lösungsumgebungen sind als Service über HPE GreenLake Cloud Services verfügbar.

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HPE kündigte außerdem den HPE Pointnext GAIA-X Roadmap Service an, der Kunden dabei helfen soll, ihre GAIA-X-Bereitschaft zu bewerten und eine Roadmap zu entwickeln. „GAIA-X ist eine Antwort auf die Schlüsselfrage der nächsten Welle der digitalen Transformation: Wie können wir Netzwerkeffekte erzeugen, ohne alle Daten zu zentralisieren? Das passt perfekt zu unserer Unternehmensstrategie, die darauf ausgerichtet ist, den Wert von Daten zu erschließen, die über Standorte und Clouds verteilt sind“, so Koch. „Allerdings erledigt GAIA- X die Aufgabe nicht allein. Es bedarf einer Reihe von Fähigkeiten, um von dieser Plattform zu profitieren. Im Wesentlichen muss man wissen, wie man Daten monetarisieren kann und sie zum Einsatz bringen kann. Das ist genau das, was wir unseren Kunden mit unseren GAIA-X-Lösungen ermöglichen.“

Neue Ära dezentraler Daten als Motor für wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt

Die Europäische Kommission hat die Wertschöpfung aus Daten zur entscheidenden Quelle des wirtschaftlichen und sozialen Fortschritts in den nächsten Jahrzehnten erklärt. Angetrieben wird dies durch eine neue Welle von industriellen und beruflichen Daten getrieben werden, wobei 80 Prozent des gesamten Datenvolumens bis 2025 dezentral verarbeitet werden sollen.

Laut dem Weltwirtschaftsforum können Unternehmen auf diese Weise „Wert aus Datenerkenntnissen“ in Form von neuen Einnahmequellen, neuen Geschäftsmodellen, besseren Kundenerlebnissen und besseren Entscheidungen schaffen. So schätzt McKinsey, dass die Monetarisierung von Daten aus vernetzten Autos den Akteuren im gesamten Mobilitäts-Ökosystem im Jahr 2030 einen jährlichen Mehrwert von 250 bis 400 Milliarden US-Dollar bringen könnte. Und für die Europäische Union wird prognostiziert, dass sich die Datenwirtschaft zwischen 2018 und 2025 fast verdreifachen und einen Wert von 829 Milliarden Euro erreichen wird.

Ein radikal neuer Ansatz für die souveräne Datenmonetarisierung

Es ist jedoch nicht sicher, inwieweit Unternehmen in der Lage sein werden, diese Chancen tatsächlich zu nutzen. Laut einem globalen Bericht von IDC und Seagate werden nur 32 Prozent der Daten, die Unternehmen zur Verfügung stehen, auch genutzt. Außerdem, so die Europäische Kommission, „hält derzeit eine kleine Anzahl großer Tech-Firmen einen großen Teil der weltweiten Daten. Dies könnte die Anreize für datengetriebene Unternehmen verringern, zu entstehen, zu wachsen und innovativ zu sein.“

Dezentrale Cloud- und Dateninfrastrukturen verfolgen einen radikal neuen Ansatz, um diese Herausforderung anzugehen. Sie ermöglichen die gemeinsame Nutzung und Aggregation von Daten, Erkenntnissen und Diensten in großem Umfang ohne einen zentralen Vermittler. Dies schafft gleiche Wettbewerbsbedingungen, wobei Macht und Möglichkeiten auf alle Parteien verteilt werden.

GAIA-X entwickelt sich zu einem Schwerpunkt dieser Bestrebungen. GAIA-X verbindet zentrale und dezentrale Infrastrukturen, um die Fähigkeit zu stärken, sowohl auf Daten zuzugreifen als auch sie sicher und vertrauensvoll zu teilen. GAIA-X tritt jetzt mit ersten Vorzeigeprojekten in seine operative Phase ein, und die ersten GAIA-X-konformen Lösungen werden voraussichtlich im Dezember 2021 zertifiziert.

Lösungsframework für GAIA-X-Bereitschaft

Ein zentrales Element des HPE GAIA-X Solution Frameworks ist eine Referenzarchitektur, die das Fundament der für die Erstellung von GAIA-X-Anwendungsfällen notwendigen Komponenten definiert. Sie gewährleistet den sicheren Betrieb der Infrastruktur für dezentrale Workloads und beinhaltet eine zentrale Governance-Struktur.

Die technologische Grundlage ist die HPE Ezmeral Software Platform, die Funktionen wie den einheitlichen Zugriff auf verteilte Daten und die einheitliche Steuerung von verteilten Kubernetes-Clustern bietet. HPE nutzt außerdem SPIFFE, das Secure Production Identity Framework For Everyone, und SPIRE, das SPIFFE Runtime Environment - Open-Source-Standards für die sichere Authentifizierung von Software-Services durch die Verwendung von plattformunabhängigen, kryptografischen Identitäten.

Die Geschäftsplattform Cloud28+ ermöglicht es Kunden, ihre Daten und Dienste über einen Marktplatz zu nutzen und zu monetarisieren. Diese Plattform wurde ursprünglich als Service-Katalog der Cloud28+-Community geschaffen und steht nun neben dem Partnernetzwerk von HPE auch einzelnen Unternehmen zur Verfügung. Als aktiver Mitgestalter der GAIA-X-Architektur und -Standards will HPE sein Lösungsframework mit den erforderlichen Schnittstellen, Konnektoren und Services ausstatten, damit sich Kunden nahtlos mit der GAIA-X-Plattform und dem Ökosystem verbinden können.

Verfügbarkeit

Das HPE GAIA-X Solution Framework und der HPE Pointnext GAIA-X Roadmap Service sind in Europa verfügbar. Einzelne Lösungskomponenten und ganze Lösungsumgebungen sind über HPE GreenLake Cloud Services verfügbar. GAIA-X Schnittstellen und Konnektoren werden zur Verfügung gestellt, sobald die GAIA- X Spezifikationen final sind.


Koch fasst kurz zusammen: „Gaia-X ist ein Katalysator zur Lösung eines globalen Problems: Netzwerkeffekte ohne Zentralisierung schaffen. Gaia-X erledigt die Aufgabe nicht allein - jede Organisation muss zu einer Cloud in einem Netzwerk von Clouds werden. Und: Die Strategie von HPE ist perfekt auf Gaia-X und ähnliche Initiativen abgestimmt - die heutige Ankündigung ist ein Ergebnis dieser Strategie.“