Drohne

Hier fliegen Ihnen bald die Drohnen um die Ohren

Drohnen – nur ein Hobby oder unumgänglich für die Industrie 4.0? FACTORY hat eruiert, welche Bereiche am meisten vom Einsatz der Flugobjekte profitieren könnten.

Von

Der Drohnenmarkt boomt. Laut dem deutschen Bundesverband für Luftverkehrswirtschaft übersteigt derzeit noch die Zahl der privat genutzten Drohnen jene der kommerziell genutzten um das 24-fache. Doch: Der Profi-Drohnenmarkt wächst und wird es auch in Zukunft tun. Die Zahl der einsatzbereiten Drohnen in Deutschland wird sich bis 2030 auf rund 850.000 erhöhen. Während das Wachstum im Bereich der privaten Nutzung abflacht, nimmt die Zahl der kommerziell genutzten Drohnen zu. Die Weiterentwicklung hängt aber auch von Technik, Gesetzgebung, Sicherheit, Infrastruktur und von der Forschung ab.

Die Top 7 Einsatzgebiete von Drohnen im industriellen Bereich:

1. Vermessen leicht gemacht

Bei der Vermessung können Drohnen von Nutzen sein. Durch den Einsatz von den autonomen Flugobjekten ist es möglich, Zeit zu sparen und Produktivität und Qualität zu steigern. Sie kommen zunehmend auch bei der Inspektion von Gebäuden und Infrastrukturen wie Windkraftanlagen und Hochspannungsleitungen zum Einsatz. Sie sind flexibel in der Anwendung, der laufende Betrieb am aufzunehmenden Objekt wird nicht gestört und gefährliche Vermessungen können aus sicherer Entfernung durchgeführt werden. Weitere Vorteile sind kurze Mobilisierungszeiten und berührungslose Messverfahren. Das Bauunternehmen Strabag führt bereits UAV-Mapping mittels Drohnen durch. „Ergänzend zu traditionellen Messmethoden mit terrestrischem Equipment wie Laserscannern und Messfahrzeugen, setzen unsere Kollegen des Drohnen-Kompetenzzentrums unter der Leitung von Thomas Gröninger bereits heute zusätzlich auf Drohnen-basierte Vermessungstechnologien. So werden Brückenbauwerke zur Unterstützung der Planungsarbeiten digital vermessen“, so Marco Xaver Bornschlegl, Bereichsleiter IT-Services bei Strabag Österreich.

https://www.youtube.com/watch?v=sFFKWSuONv4

White Paper zum Thema

2. Logistik

Die digitale Transformation setzt Veränderungen heraus. Um der Logistik 4.0 näher zu kommen, muss sie auf ein neues Level gehoben werden. Ein automatisiertes Bestandsmanagement, das Daten automatisch generiert, kontinuierlich relevante Informationen liefert und so effizienteres Logistik-Management möglich macht, könnte mit dem Einsatz von Drohnen zum Alltag werden. Sie können in vielfältige und kostengünstige Lösungen umgesetzt werden, die neue Möglichkeiten eröffnen und die Prozesszeiten im Belieferungsprozess deutlich reduzieren. Der Transport von kleinen und leichtgewichtigen Gütern oder die Durchführung einer autonomen Inventur mithilfe von Drohnen sind die beliebtesten Anwendungsszenarien, die auch schon in manchen Fabriken Gang und Gäbe sind. Zwei deutsche Start-Ups machen die Logistik bereits mit ihren autonomen Drohnen mobil. 

Viafly, Drohne © Viafly

Viafly präsentiert eine frei navigierende autonome Drohne für Industrieanwendungen und den Transport von 15 Kilogramm schweren Lasten.

Drohne, Third, Element, Aviation, ConVecDro © Third Element Aviation

Die Hexakopter-Drohne ConVecDro von Third Element Aviation ist schon bei der innerbetrieblichen Ersatzteillogistik bei ZF in Friedrichshafen im Einsatz.

3. Paketdrohnen anstatt menschliche Lieferanten

Paketdrohnen könnten die Lösung für den Lieferverkehr in den Innenstädten sein. Jedoch müssen solche eingesetzt werden, die viel Gewicht aushalten. Mini-Drohnen können derzeit lediglich Waren mit einem Gewicht von bis zu 2,5 kg transportieren, womit sich die möglichen Anwendungsbereiche bereits deutlich einschränken. Zahlreiche Transportunternehmen haben jedoch schon die unbemannten Fahrzeuge getestet. Durch den Wegfall von Ampeln und Staus könnten die Paketdrohnen die Zukunft der Lieferung sein. Die Österreichische Post machte 2017 erste Tests mit einer Drohne, die Pakete in entlegene Bergregionen zustellt. Das Postunternehmen war jedoch nicht zufrieden mit den Ergebnissen. Die Zukunft liegt also in der Optimierung der Paketdrohnen, um damit Erfolg zu haben.

Heidi, Drohne © Österreichische Post AG

80 Mio. Pakete pro Jahr werden von der Post im Durchschnitt verschickt. In Zukunft könnten sie mittels Drohne geliefert werden.

4. Smarte Inventurlösung

Ein wesentlicher Prozess in der Logistik ist der Inventurabgleich, der aufwendig, teuer und fehlerträchtig sein kann. Drohnen können dabei Abhilfe schaffen: Sie könnten automatisch Palettenlabel in der Logistik finden, Mitarbeiter entlasten und zudem für höhere Qualität und weniger Fehlerquoten in der Bestandsführung sorgen. 

https://www.youtube.com/watch?v=R1qtwoPde0U

5. Inspektion

Inspektion erweist sich als nützliches Anwendungsgebiet von Drohnen. Wie Smart Inspection in Zukunft mit Drohnen funktionieren kann: Flugobjekte können dann praktisch sein, wenn Gebäudebestandteile wie Gasbrenner oder Schornsteine von Industrie- und Chemieanlagen oder Großgeräte aus dem Tagbau in luftigen Höhen inspiziert werden müssen. Die Drohne liefert einen 360°-Scan in hoher Auflösung und braucht dafür in vielen Fällen nur wenige Stunden. Ohne Drohneneinsatz ist die Inspektion personalintensiv, aufwendig und zum Teil auch gefährlich. Wien Energie hat mit dem Start-up Skyablitity intelligente Drohnen eingesetzt, um Kraftwerksanlagen, Industriekamine und Windkrafträder zu inspizieren. Im Einsatzgebiet der Inspektion von Fernwärmeleitungen in Kooperation mit den Wiener Netzen wurden sehr gute Ergebnisse erreicht. Die Erhöhung der Wirtschaftlichkeit bei der Inspektion von Photovoltaik- und Windkraftanlagen sowie Industriekaminen bei geringen Stillstandszeiten und auch die Erhöhung der Effektivität beim Suchen von Leckagen in Fernwärme-Netzen sind starke Argumente für den zukünftigen Drohneneinsatz.

Wien, Energie, Drohne, Smart, Inspection © Wien Energie

Smart Inspection: Bei Wien Energie erledigt eine Drohne bepackt mit künstlicher Intelligenz die Inspektion von Kraftwerksanlagen, Industriekaminen und Solaranlagen. 

6. Instandhaltung

Flugroboter erweisen sich als eine nützliche Hilfestellung bei der Instandhaltung. Drohnen können dabei helfen, genaue Daten zu gewinnen, wodurch das Condition Monitoring unterstützt, Reparaturprozesse beschleunigt und Ausfallzeiten minimiert werden können. Sie können an unzugängliche und für den Menschen oft gefährliche oder zu hoch gelegene Orte gelangen und diese untersuchen. Wenn die mit der Drohnenkamera aufgenommenen Bilder in eine Datenbrille gelangen, kann der Mitarbeiter von einem sicheren Ort aus die Instandhaltung der Maschine durchführen.

7. Luftfahrtindustrie

Stau, Lärm, verstopfte Straßen: All das soll mit autonomen Flugtaxis mit Elektromotor der Vergangenheit angehören. Welchen Nutzen hat ein Lufttaxi für die Luftfahrtindustrie? Bereits 2025 sollen Flugtaxis in Großstädten zum Einsatz kommen, wie die Studie "Urban Air Mobility" der Managementberatung Horváth & Partners am Anfang des Jahres verkündete. Der Luftverkehr soll dadurch deutlich einfacher zu kontrollieren sei, weil es im Gegensatz zur Straße keinen Individualverkehr gebe. Derzeit werden bereits Teststrecken in Städten weltweit für die künftig eingesetzten Flugtaxis errichtet, der europäische Flugzeughersteller Airbus ist vorne mit dabei. In Dubai ist das Durchstarten mit dem ersten Lufttaxi bereits gelungen:

https://www.youtube.com/watch?v=ROJ76foyihs

Verwandte tecfindr-Einträge