Corona-Krise

Hermle mit Umsatz- und Auftragsrückgang im 1. Quartal 2020

Die Maschinenfabrik Berthold Hermle erzielte im ersten Quartal 2020 einen Konzernumsatz von einem Viertel weniger als im entsprechenden Vergleichszeitraum 2019. Seit März ist das Geschäft des schwäbischen Werkzeugmaschinenherstellers zunehmend durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie beeinträchtigt.

Der Auftragseingang des Hermle-Konzerns nahm in den ersten drei Monaten 2020 um 35,9 % ab.

Die Maschinenfabrik Berthold Hermle erzielte im ersten Quartal 2020 einen Konzernumsatz von 79,5 Mio. Euro, 24,9 % weniger als im entsprechenden Vergleichszeitraum 2019 (Vj. 105,9 Mio. Euro). Seit März ist das Geschäft des schwäbischen Werkzeugmaschinenherstellers zunehmend durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie beeinträchtigt. Auf das Inland entfiel im Berichtszeitraum ein Volumen von 32,3 Mio. Euro (Vj. 50,4 Mio. Euro) und auf das Ausland 47,2 Mio. Euro (Vj. 55,5 Mio. Euro). Das Betriebsergebnis nahm erwartungsgemäß überproportional zum Umsatz ab.

Stillstand ab Mitte März

Auf Basis seines Konzepts des atmenden Unternehmens reagierte Hermle schnell auf die Krise und legte die Produktion wegen Störungen beim Warenverkehr und zum Schutz der Belegschaft ab Mitte März bis Ostern für drei Wochen still. Im Zuge dessen wurden die aus den starken Vorjahren gut gefüllten Gleitzeitkonten der Beschäftigten zu guten Teilen abgebaut. Der Auftragseingang des Hermle-Konzerns nahm in den ersten drei Monaten 2020 um 35,9 % auf 70,5 Mio. Euro ab (Vj. 109,9 Mio. Euro), wobei sich die Corona-Pandemie auch hier deutlich bemerkbar machte. Aus dem Inland kamen neue Bestellungen im Wert von 21,2 Mio. Euro herein (Vj. 46,4 Mio. Euro) und aus dem Ausland 49,3 Mio. Euro (Vj. 63,5 Mio. Euro). Der Auftragsbestand verringerte sich zum Stichtag 31. März 2020 auf 90,3 Mio. Euro (31.12.2019: 99,3 Mio. Euro).

Die Finanz- und Vermögenslage von Hermle blieb per Ende März 2020 sehr solide. Das Unternehmen verfügt über hohe Liquiditäts- und Eigenkapitalreserven und ist daher gut auf die Ausnahmesituation vorbereitet. Zum Stichtag 31. März 2020 beschäftigte die Hermle-Gruppe 1.310 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, das waren neun Personen weniger als Ende 2019 (31.12.2019: 1.319). Durch Fluktuation oder Pensionierungen frei gewordene Stellen wurden aufgrund der aktuellen Situation nicht neu besetzt.

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Entwicklungen schritten trotz Krise voran

Unabhängig von der Krise brachte das Unternehmen seine Entwicklungsaktivitäten in der Berichtsperiode weiter voran - insbesondere im Bereich Automation und Digitalisierung, um den Kunden den Aufbau einer Industrie 4.0-Fertigung zu ermöglichen. Im ersten Quartal 2020 wurde beispielsweise das neue Handlingsystem HS flex heavy für besonders schwere Bauteile auf den Markt gebracht, von dem bereits erste Exemplare verkauft wurden. Damit verfügt Hermle nun für das komplette Maschinenprogramm über optimal angepasste Automatisierungslösungen.

Kurzarbeit, Nachfragerückgang und Produktionseinstellungen

Im April verstärkte sich der Nachfragerückgang im Werkzeugmaschinenbau durch die Corona-Pandemie weiter. Bei Hermle lief die Fertigung nach Ostern zunächst für drei Wochen im Normalbetrieb. Ab Mai führte das Unternehmen Kurzarbeit ein und wird voraussichtlich vor allem im zweiten Halbjahr erneut vollständig produktionsfreie Wochen einlegen. Ersatzteilversorgung, Service und Vertrieb stehen den Kunden stets zur Verfügung. Im Gesamtjahr 2020 rechnet Hermle unverändert mit einem Rückgang des Konzernumsatzes um rund 50 % und einer hierzu überproportionalen Ergebnisreduzierung. Wegen der nach wie vor unsicheren weiteren Auswirkungen der Covid-19-Krise sind Abweichungen von der Prognose sowohl nach oben als auch nach unten möglich.

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