Stahl

Hat sich die voestalpine verkalkuliert?

Das Edelstahlwerk in Kapfenberg wird deutlich teurer als geplant. Die Kosten erhöhten sich um 35 bis 70 Millionen Euro auf 385 bis 420 Millionen Euro. Der Vollbetrieb startet zudem erst 2022 statt 2021.

voestalpine Edelstahlwerk Investition

Das neue Edelstahlwerk der voestalpine im steirischen Kapfenberg, das Mitte 2022 in Vollbetrieb gehen soll, wird spürbar teurer als ursprünglich geplant und soll nun bis zu 420 Millionen Euro kosten. Aus heutiger Sicht sei mit einer Kostenerhöhung von 10 bis 20 Prozent gegenüber dem Investitionsplan von 350 Millionen Euro zu rechnen, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Corona und Lieferverzögerungen bei Anlagenlieferanten hätten zu Verzögerungen beim Bau geführt.

Auch die Inbetriebnahme erfolgt später als ursprünglich geplant. Der Vollbetrieb wird Mitte 2022 erwartet statt bereits heuer. Das Projekt schreite nun wieder zügig voran, einzelne Schritte wie die Kaltinbetriebnahme erfolgten noch heuer, berichtete der Vorstand. Die jährliche Produktionskapazität in dem Werk soll bis zu 205.000 Tonnen Spezialstahl erreichen.

Über einen Zeitraum von fünf Jahren sollten Investitionen in Höhe von 500 Millionen Euro in den Standort im steirischen Mürztal fließen - diese Summe erhöht sich mit der heutigen Bekanntgabe auf 535 bis 570 Millionen Euro. Während rund eine halbe Milliarde in das neue Werk fließen, kam es quasi nebenan bei der voestalpine Böhler Aerospace in Kapfenberg im vergangenen Jahr zu einem empfindlichen Personalabbau. Wegen der Nachfrageflaute während der Coronapandemie wurden dort 300 Stellen gestrichen. Auch der Öl- und Gasindustriebereich litt unter der Wirtschaftskrise. Das kostete beim Nahtlosrohrhersteller voestalpine Tubulars in Kindberg 250 Jobs.

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Insgesamt schraubt die voestalpine ihre Investitionen im Geschäftsjahr 2020/21 um ein Fünftel kräftig zurück - das Volumen verringerte sich den Konzernangaben in der Bilanz zufolge um 21,2 Prozent von 777 Millionen auf 612 Millionen Euro. Neben dem Edelstahlwerk in Kapfenberg sei etwa am Standort Krems aufgrund des boomenden Onlinehandels im Bereich Lagertechnik in Schweiß- und Assemblierungsanlagen investiert worden. (apa/red)