Hannover Messe 2018

Hannover Messe: Mexiko sucht Industriepartner

Das lateinamerikanische Land ist dieses Jahr Partner der Hannover Messe. Die Mexikaner suchen in Europa neue Partner und Kontakte - ein aktualisiertes Freihandelsabkommen soll noch im Frühjahr unterschrieben werden.

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Reisegruppe gen Mexiko (v.l.): Lukas Zanger von Magazino, Dr. Klaus-Dieter Rosenbach vom VDMA, Dr. Robert Bauer von Sick und Dr. Jochen Köckler von der Deutschen Messe wollen Partner für Mexiko und seinen Botschafter Rogelio Granguillhome sein. 

Wenn Botschafter ihr Land auf der traditionellen Hannover Messe-Preview präsentieren, dann folgt das dem immer gleichen Schemata: Dank an die Partner, Präsentation der ökonomischen Zahlen und Verkündung der Ausstelleranzahl - 2018 werden es über 150 sein. Dieses Jahr war es wieder ähnlich - bis auf eine kleine Passage: Der mexikanische Botschafter Rogelio Granguillhome sucht mit seinem Land neue Partner jenseits des Atlantiks, in der alten Welt. Dazu passt, dass in wenigen Wochen das Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Mexiko erneuert wird.

Problem mit Trumps Mexiko Politik 

Auch wenn der Name des US-Präsidenten nicht ausgesprochen wurde, Donald Trumps angekündigte Mexiko-Politik schwingt aber immer mit und verunsichert die Mexikaner und die Unternehmen, denn für viele Ökonomen ist klar: Mexiko und die USA und sogar Kanada kann man nicht isoliert voneinander betrachten. Über die Grenze von Tichuana und San Diego rollen täglich Waren im Wert von einer Milliarde US-Dollar, bei 200.000 Grenzübertritten im Jahr. Es existieren integrierte Produktionsketten zwischen US-Unternehmen und mexikanischen Zulieferern - manche Produkte kreuzen vier bis fünfmal die Grenze, die Luftfahrtindustrie lässt Turbinen in Mexiko warten, Autobauer investieren vor Ort und Geldgeber aus den USA investieren in den boomenden IT-Sektor Mexikos. 

Was man über Mexiko wissen sollte

Wenn Trump wahrt macht, was er ankündigt, dann brauchen die Mexikaner dringend neue Partner. Und die Umworbenen? Die sollten sich dreier Dinge bewusst sein: 

White Paper zum Thema

  • 1. Die familiären Verbindungen zwischen den USA und Mexiko können auch durch eine ökonomische Abschottungspolitik nicht gekappt werden.
  • 2. Die USA sind das zweitgrößte spanisch sprechende Land der Welt - nach Mexiko. 
  • 3. In einigen Jahren sind die Hispanics die größte Minderheit in den USA, 2050 werden es rund 100 Millionen Menschen sein, die Karriere machen, Verantwortung in Unternehmen übernehmen und Ansprechpartner für europäische Unternehmen sind.

Die Unternehmen sind in einem Dilemma: Wer heute dem Druck der US-Regierung nachgibt, wird es in Zukunft schwer auf dem nordamerikanischen Markt haben, wer sich gegen Trump wehrt, verschließt sich vielleicht den Weg in die USA. Fakt ist: Mexiko ist ein sehr wichtiger Partner für die Industrie. Die Partnersuche von Rogelio Granguillhome könnte im April also erfolgreich verlaufen. Selten war ein Partnerland der Hannover Messe so unbekannt, handels- und außenpolitisch so heikel (mit Ausnahmen von Russland oder China) und gleichzeitig ökonomisch so wichtig wie Mexiko. 

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