Fügetechnologie

Fracture Analytics: Start-up erstellt unabhängige Klebstoff-Rankings

Ob etwas klebt oder hält, kann eine schicksalshafte Frage für Klebstoffhersteller und -anwender sein. Das Start-up Fracture Analytics bietet erstmals unabhängige Klebeperformance-Rankings an. Eine Bereicherung für Anwender, die aber gerne Herstellerangaben ernüchtert.

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Bewertung von Industrie-, Struktur- und Hightech-Klebstoffen: Das Start-up von Martin Brandtner-Hafner erstellt unabhängige Klebstoff-Rankings.

Seit Leichtbau immer beliebter und damit Schraub- und Nietsysteme immer unbeliebter werden, sind geklebte Verbundsysteme am Vormarsch. Eine Welt in der sich Martin Brandtner-Hafner bereits einen Namen gemacht hat. Als Detektiv der Klebstoff-Performance erstellt er unabhängige empirische Begleitstudien für Klebeprodukte und rankt diese nach ihrer Performance. Denn die große Herausforderung der Anwender: Welcher Kleber hält auch was er verspricht? Der einfachste Weg führt immer noch ins technische Datenblatt des Herstellers, das technische und chemische Eigenschaften anführt. Eine Abhängigkeitssituation für die Anwender, die sich hier oft auf subjektive Herstellerangaben verlassen müssen. Eine Situation, die der „Detektiv der Klebstoff-Performance“ mit seinem Start-up Fracture Analytics erstmals beenden kann. Ein völlig neues Konzept am heiß umkämpften Klebemarkt.

So erfolgt die Klebstoffbewertung

Fracture Analytics bringt also Licht ins Dunkel der Datenblätter und soll unabhängig von Herstellerangaben machen. Das Start-up setzt dabei auf ein klares Konzept zur Bewertung von Industrie-, Struktur- und Hightech-Klebstoffen. Es erstreckt sich über drei Stufen: eine Prüfungsphase (Testing), eine Auswertephase (Assessment) und eine Vergleichsphase (Benchmarking). Schon 2016 entwickelte Brandtner-Hafner Dissertation ein neuartiges Prüfkonzept. „Damit lassen sich erstmals auch spröde und hochfeste Adhäsive stabil testen“, so Brandtner-Hafner. In der zweiten Phase werden dann Kennzahlenbündel ermittelt und mit Hilfe eines Algorithmus mathematisch ausgewertet.

Klebstoff-Performance-Index

Der Klebstoffanwender bekommt damit einen ersten Eindruck. In der Auswertephase erfolgt dann die Verknüpfung der vom Kunden festgelegten Kennzahlenbündel. Auch chemische Attribute, wie die Viskosität, oder auch wirtschaftliche Parameter können eingebaut werden. Das Resultat ist der sogenannte Klebstoff-Performance-Index (KPI-Index). Mit diesem lassen sich – unabhängig von Hersteller und Kunden – vergleichbare Peer-Groups bilden. Aus denen entstehen dann ein Rating und ein Ranking. Fracture Analytics schafft also eine Art Vergleichsranking mit Konkurrenzprodukten. Auch Hersteller profitieren davon, denn „Sie können ihre technischen Produktdatenblätter um wertvolle Informationen erweitern.“ Für den promovierte Bruchanalytiker eine Win-Win-Situation.

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Top-Klebstoffmarken

Das Fazit von Brandtner-Hafner zum Klebehype: „Technische Datenblätter allein erlauben noch keine Beurteilungsgrundlage zur Klebstoffperformance. Gewissheit können nur empirisch-valide Daten liefern.“ Die nötigen Begleitstudien liefert Fracture Analytics. Übrigens: Zahlreiche Untersuchungen zu Klebstoffsystemen gibt es schon. Die Ergebnisse überraschen durchaus: So zählen zu den Top-Klebstoffen z.B. jene des Schweizer Anbieters Sika, der sehr stark im Bereich Automotive vertreten ist, dicht gefolgt von Murexin aus Österreich.

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