Forschung & Entwicklung

Forschungsrat: Österreich leidet unter mangelnder Effizienz bei Innovation

Trotz einer F&E-Quote von 3,16 Prozent verfehlt Österreich erneut die Spitzenplätze, wie ein neuer Bericht des Rates für Forschung und Technologieentwicklung behauptet. Das Dilemma: Hiesige Innovationen werden nicht zu Markterfolgen.

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Tolle Ideen, mit denen aber kein Geld verdient wird - das Dilemma der österreichischen Forschungslandschaft. 

Trotz einer F&E-Quote von 3,16 Prozent des BIP im Jahr 2018 wird es Österreich bis 2020 nicht gelingen, in die Gruppe der Innovation Leader vorzudringen. Den ausschlaggebenden Grund dafür sieht der Ratsvorsitzende, Hannes Androsch, in der Diskrepanz zwischen dem Innovations- Input und dem Innovations-Output. „Aus diesem Missverhältnis zwischen eingesetzten Mitteln und daraus generierten Ergebnissen lässt sich“, so Androsch, „vor allem eines schließen: die mangelnde Effizienz der österreichischen Innovationsaktivitäten“. 

Der Abstand zu den "Innovation Leaders" wird größer

Wie schon in den vergangenen Jahren betont der Forschungsrat in seinem Bericht, dass es in einigen Bereichen des Innovationssystems durchaus Aufwärtstrends zu verzeichnen gibt, die auch entscheidende Verbesserungen bringen. Insgesamt jedoch bleibt Österreich deutlich hinter den entsprechenden Entwicklungen der führenden Innovationsnationen zurück, weshalb auch der Abstand zur Gruppe der Innovation Leader nicht kleiner, sondern größer wird.

Österreich in der EU hinter Schweden

Mit einer Forschungsquote von 3,15 Prozent für das Jahr 2016 (das aktuellste Jahr mit EU-Vergleichsdaten) liegt Österreich in der EU hinter Schweden an zweiter Stelle, um mehr als einen Prozentpunkt höher als der Durchschnitt der EU-28 (2,0 Prozent) sowie weltweit unter den fünf best- platzierten Ländern. Vor Österreich befinden sich lediglich Israel und Südkorea mit einer F&E-Quote von rund 4,2 Prozent sowie Japan (4 Prozent) und Schweden (3,3 Prozent).

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Nicht gelungen der strategischen Zielsetzung näher zu kommen

Dem gegenüber steht die Platzierung Österreichs im European Innovation Scoreboard (EIS). Hier liegt Österreich derzeit auf Rang 7 in der EU (Rang 9 bei Berücksichtigung der Nicht-EU-Mitglieder Schweiz und Island) und übernimmt damit neuerlich den Lead in der Gruppe der "Strong Innovators". Mit der Rückkehr an die Spitze der Verfolgergruppe steht Österreich allerdings exakt an derselben Position, auf der es bereits vor neun Jahren zum Zeitpunkt der Erarbeitung der FTI-Strategie rangierte. In diesen neun Jahren ist es augenscheinlich nicht gelungen, der strategischen Zielsetzung näher zu kommen und Plätze gutzumachen, geschweige denn in die Gruppe der führenden Innovationsnationen vorzustoßen, so wie es die FTI- Strategie vorsieht. Der Abstand zu den Innovation Leaders liegt heute – nach Jahren des Rückfalls bzw. der Stagnation – wieder auf dem Niveau von 2009.

Betrachtet man weitere wichtige internationale Rankings zu Innovationsperformance und Wettbewerbsfähigkeit über den Zeitverlauf der letzten Jahre, so ist in Summe ein stagnierender oder gar rückläufiger Trend zu konstatieren. Auch wenn einzelne Rankings (Global Competitiveness Report 2017-2018,EIS 2017) zuletzt eine Aufwärtsbewegung zeigen, so geht die Entwicklung insgesamt doch eindeutig abwärts. Zumeist liegt Österreich bestenfalls im Mittelfeld, was dem Spitzenplatz im Bereich der F&E-Ausgaben zuwider läuft.

Das Dilemma Österreichs Forschung 

Es gelingt in Österreich offenbar nur unzureichend, den hohen Input in einen entsprechenden wissenschaftlichen und technologischen Output bzw. in marktfähige Innovationen sowie einen daraus resultierenden geschäftlichen Erfolg umzusetzen. Den ganzen Report können Sie hier herunterladen. 

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