Fabrik2015

Infineon gewinnt Sonderpreis Instandhaltung

Mit höchster Präzision arbeitet die Infineon Technology nicht nur in ihren Reinräumen: Bei den Kärntner kommunizieren die Anlagen mittlerweile eigenständig mit ihren Instandhaltern. Das machte sie zum Instandhaltungssieger 2015.

Von
Halbleiterindustrie Instandhaltung Industrie 4.0 Infineon
Die Siegerperspektive: Thomas Reisinger, technischer Vorstand bei Infineon.

Nicht dass Thomas Reisinger ein Perfektionist in all seinen Lebensbereichen ist. Aber geht es um seine Anlagen steht der Technische Vorstand der Infineon Technology Austria– so viel ist schnell klar – für keine Diskussionen zur Verfügung. „Immerhin stehen allein in Villach Anlagen im Wert von über einer Milliarde Euro“, rechnet Reisinger vor. Im Minutentakt werden dort 2.000 verschiedene Produkttypen gefertigt. Selbsterklärend, dass Reisinger seine – wie er sie gerne nennt - „Babys“ hegt und pflegt. Und dafür hat er einen bunten Strauß an Möglichkeiten. 

Instandhaltung ist bei den Kärntnern im Prozess integriert und kennt keine örtlichen Grenzen. Gemeinsam mit den Schwesterwerken in Dresden, Regensburg und Malaysien wird an  Effizienzthemen gearbeitet. Ziel ist es die Instandhaltung mit weiteren Bereichen wie dem Facility Management in Wechselwirkungen zu setzen. 

Die Bibeln der Instandhalter.

Datenbrillen und 3D-Druck sind für Reisinger schon lange kein Spielzeug der F&E-Abteilung mehr, sondern echte Wertbringer. Mit einem Prototyp teste man gerade das Drucken von Ersatzteilen. Auch laufen Datenbrillen-Tests mit den Malaysischen Kollegen. „Damit können wir den Anlagentechnikern von Europa aus über die Schulter schauen“, so Reisinger. Halbjährlich gibt es „Instandhaltermeetings“. Aus jedem Werk treffen sich dazu Techniker und tauschen Erfahrungen aus. Zusätzlich gibt es sogenannte E-Books - die Bibeln der Instandhalter - eine Art Check-Liste für effiziente Abläufe und dem Wissenstransfer. 

White Paper zum Thema

Anlagen, die selber mitdenken.

Letzter Push Richtung Sieg, war das Konzept der Kärntner einer Weiterentwicklung der  zustandsorientierten Instandhaltung. Denn „Unsere Ersatzteile denken mit“, wissen wann ihr Abnutzungsvorrat erschöpft ist und durch eine neues ersetzt werden müssen, so Reisinger. Mittlerweile gibt es auch infineonweit ein virtuelles Lager, aus dem sich die einzelnen Standorte dann Just In Time bedienen. Die Kärntner reduzieren damit das „tote Kapital“ auf ein Minimum. Über die Hälfte der Anlagen überwachen bereits  eine Vielzahl an Parametern wie z.B. Verbräuche oder Druck  um daraus den voraussichtlichen Zeitpunkt einer Wartung vorherzusagen. Die restlichen älteren Modelle, „die noch nicht so kommunikativ sind wie die Neuen“, krittelt Reisinger. – werden bereits intensiv von Schnittstellenprogrammierern bearbeitet.  In zwei bis drei Jahren möchte der Operations-Vorstand alle seine Anlagen „on the line“ haben und damit Industrie-4.0-Euphorikern den Neid in die Augen treiben.

Fabrik2015

Zum ersten Mal wurde im Rahmen des härtesten Produktionswettbewerbs Österreichs, der „Fabrik 2015“ von Fraunhofer und Industriemagazin Verlag eine eigene Kategorie Instandhaltung ausgeschrieben. Dabei besucht ein Spezialistenteam von Fraunhofer Austria die Finalisten für eine eintägige Vor-Ort-Evaluierung. Aus den gesammelten Erkenntnissen ergeben sich dann die Sieger des Fabrik-Wettbewerbs. 

Infineon gewann sowohl in der Sonderkategorie Instandhaltung als auch den Preis "Bester Konzern".

Infineon hält einen exklusiven Vortrag auf der Instandhaltungskonferenz

Alles zu den restlichen Siegern lesen Sie bei unserer Schwester Industriemagazin.