Personal

Ex-Kanzler Kern widmet sich der digitalen Transformation

Das Geheimnis um seine berufliche Zukunft hat Christian Kern nun gelüftet. Er steigt bei der Blue Minds Gruppe seiner Frau ein, ein Unternehmen das Businessmodelle für die digitale Transformation der Industrie entwickelt.

Digitale Transformation: Christian Kern wird Tech-Unternehmer. 

Das Geheimnis um seine berufliche Zukunft hat der am Wochenende offiziell als SPÖ-Obmann verabschiedete Christian Kern dem Wirtschaftsmagazin trend gegenüber gelüftet. Er steigt in die von Eveline Steinberger-Kern gegründete Blue Minds Gruppe ein. Der Ex-Kanzler, seine Frau und Bernhard Raberger, ein früherer Verbund-Manager halten nun je ein Drittel. „Großkonzerne kenne ich. Nun will ich was Eigenes machen“, sagt Kern im trend.

Chairman der Beteiligung FSIGHT in Tel Aviv

Die Blue Minds Gruppe entwickelt Businessmodelle für die digitale Transformation der Industrie mit Schwerpunkt Energiesysteme und Clean Tech. Kern wird Chairman der Beteiligung FSIGHT in Tel Aviv, die für die immer dezentraler organisierte Energieerzeugung eine auf Blockchain basierte Technologie zur Vermarktung von Strom entwickelt hat. „Das Produkt ist sehr weit, jetzt gehen wir ins internationale Marketing. Ich werde den größeren Teil meiner Zeit in Israel verbringen.“

Auslagerung des Innovationsprozesses von Konzernen als zweites Standbein

Mit Kern an Bord richtet Blue Minds, das bis dato 25 Millionen Euro in Start-ups investiert hat, den Fokus auch auf Deutschland, Frankreich, die Türkei und China. Neben Investments in Technologieunternehmen nennt Kern Services für die Auslagerung des Innovationsprozesses von Konzernen als zweites Standbein: „Der rasante technologische Fortschritt überfordert selbst bei Großunternehmen die internen Ressourcen und eröffnet der Zusammenarbeit mit Startups enormes Potenzial.“ Dritte Säule wird die Beteiligungen an klassischen Stromerzeugern sein. So könnte Blue Minds an Kraftwerksprivatisierungen in Israel und der Türkei teilnehmen.

White Paper zum Thema

Gesellschaftspolitisch wird sich der Ex-Kanzler weiterhin engagieren. Aber: „Politikberatung im klassischen Sinn werde ich keine machen.“

Verwandte tecfindr-Einträge