ETT

Ersatzteillager: So gelingt die Distribution von Ersatzteilen

Über Herausforderungen in der Ersatzteillogistik und futuristische Entwicklungen wurde im ETT-Talk diskutiert.

Das Vorzeigeprojekt von cargo-partner ist das iLogistics Center in Fischamend.

Im ETT-Talk stand Krisztian Abzalov, National Product Manager bei cargo-partner, Rede und Antwort zum Thema Ersatzteillager. „Die Ersatzteillogistik ist für uns von großer Bedeutung. Wir bauen weltweit nahe an Verkehrshubs“, berichtet Abzalov. Die Herausforderungen in der Ersatzteillogistik sind wie so oft finanzieller Natur. „Das Bestandsmanagement ist herausfordernd. Es heißt, die richtige Bestandshöhe zu wählen und eine geringe Lagerdrehung der Artikel zu erreichen. Vor allem bei Anlagenstillständen geht es um eine Menge Geld“, so Abzalov. In vielen Unternehmen befinden sich die Ersatzteillogistik und die Produktionslogistik am selben Standort. Dabei entsteht oft ein Interessenskonflikt. „Häufig wird nachts oder an den Wochenenden bestellt und ausgeliefert. Eine eigenständige Organisation des Ersatzteillagers ist eine Grundsatzfrage“, meint er.

Ein effizientes Ersatzteilmanagement zeichnet sich laut Abzalov „durch sehr kurze Lieferzeiten, Lieferflexibilität und eine hohe Beschaffenheit des Produkts bei der Zustellung aus.“ Die Vorteile liegen „klar in der Argumentation für das Vertriebs- und Servicetechnikerteam“. Zuverlässig zuzustellen bringt also einen Wettbewerbsvorteil.

Das kann das iLogistics Center

Das Vorzeigeprojekt des internationalen Transport- und Logistikanbieters cargo-partner ist das iLogistics Center in Fischamend in der Nähe des Wiener Flughafens. „Der kurze Weg zum Flughafen und die Nähe zu Bratislava bieten besondere Möglichkeiten für Transporte, auch an Feiertagen. Wir können flexibel auf Wareneingänge- und Ausgänge reagieren und dementsprechend die Flächen nutzen“, erklärt Abzalov. Das iLogistics Center wird unter anderen vom österreichischen Spritzgussmaschinenhersteller Engel genutzt. Rund 300.000 Ersatzteile liefert das Schwertberger Unternehmen jährlich an seine Kunden - von kleinen Schrauben bis hin zu meterlangen Bauteilen. Dementsprechend groß ist das Ersatzteillager des Unternehmens. „Es handelt sich um Millionen von Teilen im Verkaufswert von rund 50 Millionen Euro“, sagt Harald Wegerer, Vice President Customer Service Division bei Engel Austria. Früher waren sie auf die drei Produktionsstandorte Schwertberg, St. Valentin und Dietach verteilt. „Dabei gab es zwei Herausforderungen: die Verfügbarkeit der Teile am Wochenende sowie standortübergreifende Aufträge“, sagt Wegerer. Beides ist nun kein Problem mehr: Mit Juni 2018 hat Engel die europaweite Ersatzteillogistik mit dem Logistikspezialisten cargo-partner in dessen iLogistics Center in Fischamend zentralisiert.

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Hierhin geht die Entwicklung

Die Optimierung von Prozessen wird von Logistikdienstleistern getrieben. „In den letzten zehn bis fünfzehn Jahren kamen mehr und mehr Aufgaben auf die Logistikdienstleister zu. Ein Thema sind zum Beispiel Holzkistenverpackungen“, so Abzalov. Und wohin wird es gehen? „Eine futuristische, aber meiner Meinung nach zeitnahe Entwicklung, ist der 3D-Druck von Teilen direkt im Ersatzteillager des Dienstleisters."