Erlebt die Wiener Smart Automation endlich eine Renaissance?

Als Fachmesse für Automatisierung erlebt die Wiener Smart Automation im Dreieck mit Intertool und C4I gerade eine echte Renaissance. Was ist neu? Wie nimmt es die Branche auf? Wo drückt der Schuh? Factory hat die Aussteller befragt.

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Alles neu macht der Mai, so lautet der Tenor für das neue Wiener Fachmesse-Trio, wobei zwei Akteure (Intertool und Smart) ja wohl bekannt und etabliert, einer aber echt neu ist: C4I steht für „Connectivity for Industry“ und soll als Plattform an den Start gehen, die das topaktuelle Zukunftsthema Digitalisierung in der Industrie fokussiert. Die C4I ist damit die logische Schnittstelle zu den beiden anderen Fachmessen. Ebenfalls als Missing Link zwischen den drei Messen sollen die Tagung „Skip Forward – Digital Cross Industry Exchange“ und das „IoT Forum CEE“ von Succus Wirtschaftsforen dienen. Messeleiter Alexander Eigner zeigt sich ob des dichten Programms sehr zuversichtlich: „Wir wollen mit der Kombination der Smart Automation Austria, der Intertool, der C4I und der Skip Forward Conference der produzierenden Industrie eine umfassende Themenwoche bieten“. Das Upgrading soll also Wien noch spannender machen: Dem Veranstalter will hier das gelingen, wovon digitale Visionäre träumen: Industrielle Automatisierung, Fertigungstechnik und IT an einem Ort zu verbinden.

Alexander, Eigner © www.christian-husar.com

„Die Wiener Smart bekommt durch die Verbindung mit der C4I und Intertool eine andere Darstellung. Hier möchten wir uns themenübergreifender darstellen.“ Alexander Eigner, Messeleiter Smart Automation

ABB im Wechselspiel Linz, Wien

Auf die Frage nach der Abgrenzung der Wiener Smart zur Linzer Zwillingsmesse betont Alexander Eigner immer wieder subtile Unterschiede: „Die Wiener Smart bekommt durch die Verbindung mit der C4I und Intertool eine andere Darstellung“, so der Messeleiter. Für ihn arbeitet Wien viel themenübergeifender. Für Linz bleibt die Rolle des Platzhirschen: „Die Smart Linz ist und bleibt der etablierte und von der Branche akzeptierte Branchenhotspot der industriellen Automation.“ Bei den Ausstellerzahlen in Wien gegenüber 2016 ist, so Eigner, sei Steigerung angesagt gewesen. Und das ist mit vielen Neulingen auch gelungen: ABB, Eaton, Festo, Lenze, Murrelektronik, Sick und Sonepar sind nur einige namhafte Unternehmen die die Messe heuer neu begrüßen darf. ABB ist ein Stamm-Aussteller, der aber zwischen Wien und Linz differenziert. Die Rückkehr heuer nach Wien sieht Thomas Makrandreou, Leiter Unternehmenskommunikation, pragmatisch: „Den Nutzen der Teilnahme an einer Messe bewerten wir auf der Basis fundierter Auswertungen und gesteckter strategischer Ziele Jahr für Jahr neu“.

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Beckhoff mit neuen Agenden

Große Stücke setzen Aussteller auf die völlig neue C4I, wie etwa Beckhoff Automation: „So war es der entscheidende Grund, sich aktiv an der C4I als Aussteller zu beteiligen, um ein intelligentes und interaktives Steuerungskonzept vorzustellen“, betont Thomas Konecny, für IoT und Industrie 4.0 bei Beckhoff Österreich zuständig. Für ihn muss eine Messe immer „am Puls der Zeit stehen“, und er argumentiert: „Meines Erachtens konnte das für die Smart 2018 mit der Integration der Plattform C4I auch umgesetzt werden“. Mit einem spannenden Demo-Aufbau engagiert sich Beckhoff selbst, verrät uns Konecny: „ So wird ein Konzept vorgestellt, wie eine zukünftige Interaktion mit Produktionsmaschinen stattfinden kann und welche Möglichkeiten dabei Technologien wie Virtual Reality, IoT oder Cloud-Computing im Bereich Automatisierungstechnik bieten können.“ Viel zu erfahren gibt es daher am Beckhoff-Stand über die einfache Implementierung zukunftsorientierter Anwendungen, etwa das Condition Monitoring mittels Automatisierungstechnologie, IoT und HoloLens.

Ostermann, festo © Festo / Martina Draper

„Wir fordern den Messestandort Wien nach längerer Abwesenheit heraus.“ Rainer Ostermann, Country Manager Festo Österreich

Festo mit konkreten Vorstellungen

Auch Festo ist wieder mit dabei  mit viel Engagement und vor allem wegen der C4I: „Wir fordern den Messestandort Wien nach längerer Abwesenheit heraus – mit einem neuen Standkonzept und kompetenten Ansprechpartnern, die bereit sind für die Use Cases der Zukunft“, so Rainer Ostermann, Country Manager Festo Österreich optimistisch: „Funktioniert die neue Plattform C4I, kann das interessante Zielgruppen eröffnen“. Für die Zukunft der Smart ist absolute Innovation Grundbedingung des Überlebens, warnt Ostermann: „Kongresse waren gestern, neue Formate sind gefragt – Stichwort Infotainment!“ Dass Festo auch selbst einen Beitrag am Messestand dazu leistet, ist für Ostermann selbstverständlich: „Bionisch inspirierte Intuition, Standführungen im Cyberspace und spannende Highlights aus der Automation warten.“ Für Wien hat er die Ziele übrigens schon abgesteckt: „Treffen wir in Wien auf rund 20 % neue Gesprächspartner, wäre das erfreulich. Die Kontakte am Messestand werden der Indikator sein, ob es ein Wiedersehen bei der Smart 2020 in Wien gibt.“ Die Linzer Variante will er dennoch nicht missen.

Murrelektronik mit Terminwunsch

Das neue Wiener Messekonzept lockt auch Linzer Stammkunden, wie Murrelektronik: „Für uns war die Neuausrichtung der Wiener Smart entscheidend. Hier wurde viel in ein neues Konzept investiert“, freut sich Andreas Chromy, Managing Director Austria & CEE. Murrelektronik ist Stammgast bei der Linzer Variante, jetzt in Wien wieder als Aussteller am Start zu sein, dafür war das überarbeitete Konzept ausschlaggebend. Chromy regt aber einen neuen Zeitpunkt als weitere Optimierung an: Der Termin im Mai sei für ihn nicht ganz ideal, da dieser zu knapp nach der Hannover Messe ist. „Eine Alternative wäre vielleicht im Herbst , z.B.  September.“

Helmut, Maier, Sick © Sick / Martina Draper

„Die Messe sollte Gemeinschaftslösungen über verschiedene Hersteller hinweg ermöglichen. Das würde dem Besucher einen extremen Mehrwert bieten.“ Helmut Maier, Geschäftsführer Sick Österreich

 

Sick mit neuen Ideen für die Messe

Einen weiteren Vorschlag für die Messezukunft hat Helmut Maier, Geschäftsführer von Sick, bereit: „Die Messe sollte Gemeinschaftslösungen über verschiedene Hersteller hinweg ermöglichen – z.B. anhand verschiedener Hard- und Softwarehersteller eine Fabrik der Zukunft ausstellen. Das würde dem Besucher ein Komplettbild zeigen und einen extremen Mehrwert bieten.“ Und Maier ergänzt mit einer visionären Begründung: „Die Rolle der Organisation und Zusammenführung zu einem Ganzen sollte von der Messe übernommen werden, da diese einen übergeordneten, neutralen Benefit davon trägt, was bei den einzelnen Herstellern nur schwer machbar wäre.“ Dennoch ist Maier auch mit dem gegenwärtigen Messestatus zufrieden: „Wir denken, dass das C4I Konzept der Messe einige neue Besucher aus anderen Bereichen, wie z.B. der IT, anzieht“.

„Für uns war die Neuausrichtung der Wiener Smart entscheidend.“ Andreas Chromy, Managing Director Austria & CEE bei Murrelektronik

Rittal mit Appell an Austeller

Genau dieses neue Messekonzept fordert auch das engagierte Teilnehmen der Aussteller heraus, weil es viel an Aufbruchsstimmung vermittelt. „Gerade die Smart Wien hat sich durch eine einmalige Kooperation zwischen Veranstalter, Aussteller und Besucher zu einem Highlight im Jahreskalender gemausert“, zeigt sich Marcus Schellerer, Geschäftsführer von Rittal Österreich, positiv zur Messe, „so wurden viele Ideen von 2016 bis heute umgesetzt“. Rittal präsentiert daher selbst auch eine „innovative Neuheit im Bereich Großschrank “, verrät Schellerer mit Stolz: „Es handelt sich hier um die Österreich-Premiere des VX25." Marcus Schellerer fordert für einen Erfolg der Messe höchstes Engagement der beteiligten Unternehmen: „An meine Aussteller-Kollegen kann ich nur appellieren: Innovationen zeigen, im Vorfeld bewerben und aktiv auf die potenziellen Besucher zu gehen.“ 

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