Neuer Standard

Ein Standard für die Echtzeit-Ortung

Omlox vereinheitlicht die Ortung von Industrieprodukten und könnte zu einem nicht mehr wegzudenkenden Standard werden. Was die Initiatoren der industriellen Ortungstechnologie versprechen.

Omlox ermöglicht es auch, fahrerlose Transportsysteme, Gabelstapler und Drohnen mit nur einer Infrastruktur zu lokalisieren und zu navigieren.

In der intelligenten Fabrik von Morgen sind alle Produktionsschritte digital abgebildet. Durch Echtzeitortung verfolgt und steuert man Produktionsprozesse. Je lückenloser Standortdaten in einem Digitalen Zwilling abgebildet sind, desto einfacher lassen sich Prozesse steuern. Hier kommt der neue Ortungsstandard Omlox ins Spiel. Er bietet ein Ortungssystem für die Umgebung der Produktion, dass Anwendungen verbinden, Prozesse optimiert und Kosten senkt.

Automatisierte Echtzeit-Ortung 

Die Fabrik von morgen ist intelligent vernetzt. Alle Produktionsschritte in der Fabrik der Zukunft sind im digitalen Zwilling abgebildet und miteinander verknüpft. Die Echtzeit-Ortung liefert für den Datenaustausch essenzielle Informationen. Sie ermöglicht es bereits heute, Produktionsprozesse digital zu verfolgen und zu steuern. Auch wenn noch nicht alle Maschinen und Arbeitsschritte integriert werden können, sorgt die große Menge an Standortdaten für eine spürbare Vereinfachung der Prozesse. Doch erst durch das Einbeziehen verschiedener Ortungstechnologien lassen sich Produkte durchgängig verfolgen. 

Auf den Millimeter genau

Omlox lokalisiert mit nur einer Infrastruktur Gabelstapler, Drohnen, fahrerlose Transportsysteme oder Werkzeuge verschiedener Hersteller. Positionsdaten lassen sich in der Fabrik breiter nutzen. Innerhalb von Gebäuden orten Anwender Geräte millimetergenau, ähnlich wie es mit GPS im Freien schon möglich ist. „Der gemeinsame Einsatz der hochpräzisen und robusten Ortung durch Ultrabreitband einerseits und weiteren Ortungstechnologien andererseits ist der Schlüssel für Ortungstechnologien in der Industrie. Industrieunternehmen können schon heute damit beginnen, vorhandene Insel-Lösungen in dieses zukunftssicherere und offene Gesamtsystem zu überführen“, sagt Matthias Jöst, der das Vorhaben innerhalb der Profibus Nutzerorganisation koordiniert.

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Prozessen optimieren

Die Echtzeitortung ermöglicht die Verfolgung von Aufträgen, Waren, Transportfahrzeugen, Werkzeugen und die sichere Navigation von fahrerlosen Transportsystemen (FTS) und Drohnen. Lokalisiert werden die Geräte und Gegenstände in der industriellen Fertigung mit Omlox unter Einsatz unterschiedlicher Ortungsgeräte verschiedenster Anbieter. Rund 60 Partner haben den offenen Standard für Echtzeit-Indoor-Lokalisierungssysteme geschaffen. 

Der Ortungsstandard spezifiziert offene Schnittstellen für ein interoperables Lokalisierungssystem. Bestehende Technologien wie UWB, BLE, RFID, 5G oder GPS werden vom Standard unterstützt. Mit der Integration von Software und Hardware ermöglicht Omlox Interoperabilität und Flexibilität innerhalb einer oder mehrerer Ortungszonen. Über eine einheitliche Schnittstelle stehen die Ortungsdaten bereit. Auf industrieller Software und Hardware wird ein Ökosystem.

Standard der Zukunft

Zu den Initiatoren und unterstützenden Industriepartnern von Omlox zählen etwa T-Systems, Sick und Pepperl+Fuchs sowie der Anbieter für Indoor-Navigationsdienste Heidelberg Mobil und der Lokalisierungsanbieter BeSpoon. Die Initiatoren verfolgen das Ziel Industriekunden den Einsatz von Hardware und Software verschiedener Hersteller zu erleichtern. Ein Partner ist auch Trumpf Werkzeugmaschinen. Thomas Schneider, Entwicklungsgeschäftsführer bei Trumpf Werkzeugmaschinen, sagt über den Standard: „Unternehmen sollten ungeachtet der aktuellen Situation die Zukunft fest im Blick behalten und ihre digitalen Anwendungen ausbauen. Ein gemeinsamer Standard für Ortungslösungen vereinfacht die Logistik enorm und sorgt für Effizienzgewinne in der digitalen Fertigung.“ 

Entwicklung geht weiter

Die weiter Entwicklung des Omlox-Standards liegt bei der Profibus Nutzerorganisation. „Die Profibus Nutzerorganisation besitzt alle Prozesse und Erfahrung, um offene und einfach nutzbare Kommunikationsstandards in die Welt zu tragen. Als unabhängige Organisation sorgen wir dafür, dass sich auch künftig alle Partner gleichberechtigt einbringen können“, sagt Karsten Schneider, Vorstandsvorsitzender von Profibus. Bei Omlox sind bereits Schnittstellen definiert, an die sich alle Produkte anbinden lassen. „Ähnlich wie USB im Büro nicht mehr wegzudenken ist, ermöglichen wir ab heute weltweit den Austausch verschiedener Ortungslösungen für die gesamte Industrie“, so Schneider weiter. Auf den Standard können künftig sowohl Hardware- als auch Softwarelösungen zugreifen. Ein Logo auf den Produkten garantiert, dass sie für Omlox anschlussfähig sind.

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