Metall- und Elektroindustrie

Deutschland: Produktionseinschränkungen bei Metall- und Elektrobranche

Im Jänner informierten mehr Betriebe, dass sie Einschränkungen in ihrer Produktion bemerken. Doch obwohl mehr Betriebe von Einschränkungen berichten, sind die Produktionskapazitäten besser ausgelastet als noch im Oktober.

Etwa 21 Prozent der Betriebe rechnen damit, dass der Umsatz 2021 noch einmal deutlich niedriger ausfallen wird als 2020.

In der Metall- und Elektrobranche in Deutschland mit etwa vier Millionen Beschäftigten melden wieder mehr Betriebe coronabedingte Einschränkungen ihrer Produktion. Im Jänner waren dies 85,8 Prozent der Betriebe und damit etwas mehr als im Oktober (84,2 Prozent), wie aus einer Umfrage des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall hervorgeht. „Die Hoffnungen auf eine rasche wirtschaftliche Erholung waren offenkundig verfrüht“, so Hauptgeschäftsführer Oliver Zander. Nur knapp 40 Prozent aller Unternehmen der Branche gingen davon aus, dass sie bis Ende 2021 das Niveau vor der Rezession Ende 2018 wieder erreichten. Ebenso viele sähen das erst für 2023 oder könnten noch gar keinen Zeitpunkt erkennen, wann sie auf das Vorkrisenniveau zurückkämen.

Eine Umfrage von Mitte Juni 2020 zeigte, dass fast 90 Prozent der Betriebe in der Produktion von der Coronakrise betroffen seien, so Zander. Rund zwei Drittel der Unternehmen nutzen demnach Kurzarbeit - dies betreffe etwa 1,6 Millionen Beschäftigte in der deutschen Metall- und Elektroindustrie. Schon damals erwarteten die Unternehmen keine schnelle Erholung. Nur jede fünfte Firma ging davon aus, dass der Stand von vor der Coronakrise bis Ende 2020 erreicht werden würde. Gut zwei Drittel rechneten damit im Verlauf des Jahres 2021.

Bessere Auslastung als im Herbst

Obwohl mehr Betriebe von Einschränkungen berichten, sind die Produktionskapazitäten besser ausgelastet als noch im Oktober. Ihre Auslastung stieg der Umfrage zufolge auf 80,9 Prozent nach 76 Prozent im Oktober. Der Anteil der Betriebe, die die Einschränkungen mit sehr stark und stark angaben, ging um rund zehn Prozentpunkte auf knapp 20 Prozent zurück.

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Gut 21 Prozent der Betriebe rechnen damit, dass der Umsatz 2021 noch einmal deutlich niedriger ausfallen wird als im Coronakrisenjahr 2020, und zwar in der Größenordnung von 17 Prozent. Zander verwies darauf, dass bisher dennoch nur gut zwölf Prozent der Betriebe Mitarbeiter gekündigt hätten. Zudem sei der Anteil der Unternehmen, die in diesem Jahr Beschäftigung abbauen wollten, seit Oktober von knapp 38 auf 29 Prozent gesunken. „Die Zahlen zeigen, dass die M+E-Unternehmen trotz der enormen Unsicherheit darauf setzen, die Beschäftigten zu halten, soweit das irgendwie geht“, betonte Zander. (apa/red)