Testreihe

Dieser Hersteller hat die einfachste Bedienung

Selbsttests ohne Gebrauchsanleitung schafft nur dieses Gerät.

Automation Elektronik Praxistest
Die Testet: Wir möchten uns herzlich bei allen Mitwirkenden der HTL Ottakring/Abendschule Elektrotechnik für Ihre Unterstützung bedanken. War ein toller Test!

Die dritte Sicherheitsregel bei Arbeiten an elektrischen Anlagen lautet: Auf Spannungsfreiheit prüfen - jedoch nur mit einem intakten Gerät. Deshalb muss ein Spannungsprüfer vor Gebrauch auf seine Funktion getestet werden. Factory hat die Frage interessiert ob ein Selbsttest ohne Bedienungsanleitung, die bekanntlich nie zur Hand ist, möglich ist. Am besten gelingt dies beim Greenlee GT-85ne von Klauke. Hier müssen die Prüfspitzen lediglich für einen Augenblick kurzgeschlossen werden. Bei Fluke-Geräten ist dies drei Sekunden lang erforderlich – einen Hinweis findet man diesbezüglich aufgedruckt am Gerät. Die anderen Prüfgeräte führen den Eigentest erst nach einer Kombination aus Tastenbetätigung und Kurzschluss der Prüfspitzen aus.

 Eine Schadensbehebung kann ohne Taschenlampe zu einem Stochern im Dunkeln ausarten. Bis auf die Geräte von Chauvin Arnoux  und Conrad werfen alle getesteten Geräte bei Tastendruck einen Lichtkegel in Richtung der Prüfspitze. Das vermeintlich nebensächliche Detail, dass bei sämtlichen Geräten die Lichtfarbe weiß anstatt orange ist, führten einige der Abendschüler als wichtigen Punkt an. Ihren Erfahrungen nach besteht bei oranger Beleuchtung Verwechslungsgefahr bei der Aderkennfarbe. In dieser Hinsicht haben alle Testgeräte bestanden. Lediglich dass beim Combi Check Pro von Weidmüller die Messstellenbeleuchtung nur für die Dauer des Tastendruckes eingeschaltet bleibt, wurde als etwas hinderlich angesehen, da bei einem Wechsel der Körperhaltung die Taste zwangsläufig ausgelassen werden muss.

Bester bei Tastenbedienung mit Handschuhen ist dieser Hersteller.

Im Praxiseinsatz wundert sich der Techniker ab und an über eine angezeigte Spannung an einer ausgeschalteten Leitung – der Grund dafür sind Einkopplungen. Diesen Umstand haben Fluke, Phoenix Contact und Weidmüller bedacht und die Geräte mit einer zuschaltbaren Lastfunktion ausgestattet. Durch diese kann der Blindspannungsanteil bedämpft und so zwischen diesem und einem unter Spannung stehendem Netz unterschieden werden. Außerdem kann eine – freilich nur grobe – Kontrolle des FI-Schalters durchgeführt werden. Sämtliche Geräte erhalten für diese Besonderheit ein Plus von den Testern. Der Duspol expert staubte hier noch einen Zusatzpunkt ab. Bei der Tastenbedienung mit Handschuhen schnitt das Gerät von Phoenix Contact am besten ab.

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Ebenfalls mit Handschuhen wurde der Frage nachgegangen ob ein einpoliger Phasentest mit Handschutz möglich ist. Sämtliche Geräte gingen in dieser Hinsicht als einpoliger Phasenprüfer durch. Das Gerät von Phoenix Contact schafft diese Aufgabe in einer etwas abgewandelten Art als Kabelbruchdetektor sogar berührungslos. Eine äußerst nützliche Zusatzausstattung ist auch die Drehfeldanzeige. Der Spannungsprüfer von Conrad besitzt diese Funktion nicht und musste in dieser Disziplin aussetzen, alle anderen Geräte zeigen das Drehfeld mehr oder weniger selbsterklärend an. Einen Ausreißer leistet sich hier das Chauvin Arnoux-Gerät. Nur nach mehrmaligem Durchgehen der Anleitungsschritte war ein richtiges Interpretieren der Drehrichtung zu schaffen. Die gesamte Testmannschaft stand der Frage ratlos gegenüber, ob hier nicht zwei simple LEDs für „Links“ und „Rechts“ ausgereicht hätten. 

Weiter auf Seite 4: Das ist der Gesamtsieger.

Alle acht Tools im Überblick gibts hier

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