Ersatzteiltagung

Das bringt die Ersatzteiltagung 2021

Am 15. September laden FACTORY und Fraunhofer AUSTRIA zur 6. Ersatzteiltagung ETT nach Linz. Zu diskutieren gibt es viel, denn die vergangenen eineinhalb Jahre haben das Ersatzteil-Business massiv verändert.

Ersatzteile Fraunhofer Austria Cargo Partner Ersatzteiltagung

In der Pandemie waren Ersatzteile wichtiger denn je. Für jene, die sie benötigten, weil ohne eine rechtzeitige Lieferung das durch Corona ohnehin schon schwierige Geschäft noch unberechenbarer wurde. Und für jene, die sie verkauften, weil Ersatzteile sich auch unter Lockdownbedingungen als ein zuverlässiger Umsatzbringer erwiesen.

Die 6. Ersatzteiltagung ETT veranstaltet von FACTORY und Fraunhofer AUSTRIA, die am 15. September 2021 in der voestalpine Stahlwelt in Linz über die Bühne gehen wird, widmet sich daher unter vielen anderen Themen auch der Frage, wie die Pandemiezeit, in der nichts mehr so war wie davor, das Ersatzteilgeschäft verändert hat.

Wie konnten Unternehmen sicherstellen, dass ihre Techniker samt den benötigten Ersatzteilen trotz massiver Reisebeschränkungen doch vor Ort waren, als sie gebraucht wurden? Und was kann man daraus für die postpandemische Zukunft lernen? Martin Wendel, VP Global Services bei  Innio Jenbacher möchte sich in seinem Vortrag diesen Punkten widmen.

White Paper zum Thema

Schneller, besser, flexibler

Auf eine von der Pandemie nicht so stark abhängige Frage wird sich hingegen  Krisztian Abzalov, Head of Logistics Austria bei cargo-partner konzentrieren. Er spricht auf der Ersatzteiltagung darüber, wie sich Ersatzteillogistik noch schneller, besser und flexibler machen lässt. Die ganze Antwort soll hier nicht verraten werden, doch einen Kernpunkt nennt Abzalov schon im Voraus: Oft scheitern Verbesserungen daran, dass sie zwar angedacht, aber letztlich aus Zeitmangel nie umgesetzt werden. Ein schwerwiegender Fehler.

Einen schwerwiegenden Fehler machen auch jene, die die das Ausmaß der Veränderungen falsch einschätzen, die die Digitalisierung für das Ersatzteilgeschäft schon heute mit sich bringt und in Zukunft noch bringen wird. Martin Riester, Geschäftsbereichsleiter Logistik und Supply Chain Management bei Fraunhofer Austria Research, gibt daher im Rahmen der Ersatzteiltagung einen Überblick darüber, wie gut Österreichs Unternehmen mit der Digitalisierung der Ersatzteillogistik zurechtkommen.

Endlich aus dem Drucker?

Ein Digitalisierungsthema, das alle, die mit Ersatzteilen zu tun haben, bereits seit geraumer Zeit beschäftigt, ist der 3-D-Druck. Die bisherige Entwicklung lässt sich in drei grobe Phasen einteilen: Ungläubiges Staunen, die euphorische Idee, dass Ersatzteilproduktion on demand und womöglich gleich vor Ort stattfinden wird und schließlich leise Enttäuschung darüber, dass sich manche Vision bezüglich 3D-Druck als doch zu hochgegriffen erwies.

Doch wie ist es wirklich? Dieser Frage gehen Ralf Anderhofstadt, Head of Center of Competence 3D-Printing bei Daimler Trucks & Buses und Daniel Kluth vom Beschaffungsmanagement ebendort. Additive Verfahren und deren Grenzen haben auch Karl Ott, Head of Intralogistics and Materials Management bei Fraunhofer  und Patrick Klein vom Additive Manufacturing Supply Chain Management bei den ÖBB TS im Fokus, wenn sie in ihrem Vortrag erklären, unter welchen Voraussetzungen die additive Fertigung eine kosteneffiziente Variante sein kann.

Einsichten für die Praxis

In die Tiefe eines anderes, ebenfalls IT-affinen Themas, werden Robert Nebenführ, Project Manage Spareparts Catalog bei Fronius International und Nexhmedin Bicaj, Teamlead Sales bei Quanos Service Solutions eintauchen: Sie behandeln in ihrem Beitrag Kataloginhalte, die sich auf Produkt- und Seriennummerinformationen beziehen. Nebenführ und Bicaj zeigen dabei, wie wichtig diese Zahlenreihen für ein erfolgreiches Ersatzteile-Geschäftsmodell sind.

Ganz konkrete Cases bietet die Ersatzteiltagung natürlich auch. So berichtet Christian Waach

Vice President  bei der KTM AG darüber, wie das Unternehmen sein Ersatzteilmanagement und seine Ersatzteillogistik über viele Standorte und Unternehmen hinweg organisiert. Marc Wenzler, Digital Business Manager bei TRUMPF schildert wiederum, wie After Sales mit digitalen Ideen verbessert werden kann.

Und natürlich soll heuer wieder auf der Ersatzteiltagung Raum dafür sein, wofür Tagungen ein idealer Ort sind: für den Austausch, für Fragen an die vor Ort anwesenden Experten und dafür, sich untereinander zu vernetzen: während der Fragessions, der Pausen, aber auch zum Ausklang bei Bier und Bretzel.

Krisztian Abzalov, Head of Logistics Austria bei cargo-partner im Word-Rap:

Lean-Management in der Ersatzteillogistik bedeutet für mich ...

… durch nachhaltige Qualitätssicherung einen hohen Service-Level in der Logistikabwicklung zu erreichen. Wir wollen einen kontinuierlichen und organisatorisch verankerten Fortschritt sicherstellen. Dazu braucht es einerseits eine offene Fehlerkultur, andererseits ein gemeinsames Auseinandersetzen mit Problemen – also einen starken Teamgeist! Mit unserem kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) sorgen wir dafür, dass die Servicequalität Tag für Tag besser wird, und vermeiden nachhaltig, dass Fehler sich wiederholen. So können wir die Zusammenarbeit mit unseren Kunden laufend optimieren.

 Kunden lieben ihre Dienstleister, wenn ...

… diese einen hohen Service-Level erreichen, dauerhaft halten können und in allen Situationen Transparenz bieten. Dazu gehört bei uns die tägliche Anwendung unseres KVP. Aber auch, und das ist meiner Meinung nach erfolgsentscheidend, wie wir diesen KVP in der Praxis umsetzen. Denn es besteht die Gefahr, dass aufgrund von fehlender Zeit identifizierte Verbesserungspotenziale nicht umgesetzt werden und liegen bleiben. Unser Learning war hierbei, dass Mut zur Veränderung, einfach mal ausprobieren und wirken lassen, also eine bewusste Praxisorientiertheit, wichtige Schlüssel zum Erfolg sind!

Wer seinen After-Sales verbessern will, muss ...

… seine Ersatzteile am selben oder am nächsten Tag zuverlässig zu seinen Kunden und Servicetechnikern zustellen – und das laufend! Denn damit hat man einen unschlagbaren Wettbewerbsvorteil gegenüber den Marktbegleitern und kann eine sehr hohe Kundenzufriedenheit erreichen. Spätestmögliche Cut-off- bzw. Abhol-Zeiten, die dem Kunden Last-Minute-Bestellungen ermöglichen, runden das Angebot ab. Um das zu erfüllen, muss man für eine effiziente Logistik und ein darauf konzeptioniertes Lager sorgen.

Noch mehr Infos und Anmeldung unter: https://ersatzteiltagung.at/