Digitalisierung

Crate.io: Vorarlberger Open-Source-Datenbank erobert die Industrie

Weltweit rittern Kunden und Investoren um die Gunst der Dornbirner. Ihr Erfolgsgeheimnis: Eine Open-Source-Datenbank für das Industrial Internet of Things.

Von
Crate.io IoT Industrie 4.0 IIoT IT

Datenbank-Kaiser CrateDB: Christian Lutz (li.) und Jodok Battlogg (re.) haben eine Open-Source-SQL-Datenbank entwickelt, die es erlaubt, Maschinen- und Sensordaten in Echtzeit zu erfassen, zu speichern und zu analysieren. 

Hinter Crate.io steht eine Firma, die 2013 in Vorarlberg von Jodok Battlogg und Christian Lutz ins Start-up-Leben gerufen wurde. Die beiden wollten einen digitalen Traum verwirklichen: „Eine schlaue Datenbank für die schnelle, datenintensive Welt, die Geschwindigkeit und Skalierbarkeit extrem einfach, offen und zugänglich macht.“ Konkretes Ergebnis der Ideenumsetzung war eine Open-Source-SQL-Datenbank, die es erlaubt, Maschinen- und Sensordaten in Echtzeit zu erfassen, zu speichern und zu analysieren. Damit schufen die beiden Dornbirner eine solide, aber auch spannende Grundlage, die SQ- Entwicklern eine Open-Source -Datenbank zur Erfassung, Analyse und Verwaltung ihrer maschinellen Lern- und KI-basierten Daten bereit stellt - ideal fürs boomende Internet der Dinge (IoT). 

Finanzierung solide gesichert

Crate.io ist inzwischen für internationale Investoren mächtig interessant geworden, das beweist der jüngste Finanzierungsschub. Mitte 2018 gaben die beiden Firmengründer den Abschluss einer Finanzierungsrunde mit Silicon Valley-Venture-Capitals in der Höhe von elf Millionen Dollar bekannt. Wen wundert ´s dass seitdem ein Firmenstandort in San Francisco zu denen in Dornbirn und Berlin dazu gekommen ist. Doch was steckt hinter CrateDB? Im Grunde ist es eine skalierbare SQL-Datenbank, die auf einer NoSQL-Architektur basiert. Damit können sehr einfach skalierbare Backends aufgebaut und große Datensätze in Echtzeit abgefragt werden. Die Dornbirner Datenbankspezialisten bieten so eine echte Alternative zu traditionellen SQL Servern wie MySQL, Microsoft SQL oder Oracle SQL an. Großes Plus: Für Kunden entfällt die mühevolle Suche nach neuen Applikationen, Experten-Support oder Hardware, denn CrateDB wird sofort auf bestehenden Systemen eingesetzt. Auch Konflikte mit Cloud-Anbietern oder sogenannten „Containerized Environments“, wo Anwendungen mit einer eigenen Betriebsumgebung gekapselt werden, gehören der Vergangenheit an.

Den Entwicklern Freiheit geben

Das Erfolgsgeheimnis von Crate.io ist eigentlich sehr einfach und logisch: „Wir wollen mit CrateDB Entwicklern die Freiheit geben, sich in ihrer Arbeit auf ihre Apps zu konzentrieren“, betont Jodok Battlogg, „ohne sich über die Backend Technologien Gedanken machen zu müssen“. Die starke Nachfrage ist seit 2013 ungebrochen, zuletzt lag sie jährlich bei deutlich über einer Million Downloads. „CrateDB ersetzt häufig MySQL- und Postgres-Datenbanken aufgrund der höheren Skalierbarkeit und Geschwindigkeit“, erklärt Christian Lutz den Hintergrund des starken Interesses. Doch nicht nur SQL-Datenbanken werden durch CrateDB ersetzt, „viele Kunden tauschen NoSQL-Datenbanken, wie zum Beispiel Cassandra und MongoDB aufgrund des einfachen Einsatzes und der benutzerfreundlichen Integration, durch CrateDB aus“, erklärt Lutz. Das Interesse kann sich übrigens sehen lassen: Bereits fünfzig Kunden setzen die Technologie produktiv und professionell ein, mehr als tausend aktive globale Cluster vertrauen auf CrateDB. Übrigens: Seit kurzem bieten die Vorarlberger eine eigene IoT-Plattform für diskrete Fertigung.

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