Cyperphysische Produktionssysteme

Compunity: Start-up will Matchmaking für das Industrial IoT betreiben

Inspiriert von Online-Dating-Plattformen will das Start-up Compunity das Prinzip auf cyberphysische Produktionssysteme anwenden. Kurz gesagt: Die Linzer wollen Matchmaking zwischen virtuellen und realen Bauteilkomponenten betreiben.

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Das Prinzip der Modularisierung: Wollen cyber und physische Komponenten matchen, Compunity-Gründer Harald Müller (li.) und Florian Krenn (re.). 

Im Frühjahr erdacht, wurde Compunity im August 2018 von Harald Müller und Florian Krenn als Firma in Linz gestartet. Beide brachten Erfahrung im Workflow-Engineering und in der Entwicklung von verteilten Systemen mit. Und das wurde zum Firmencredo: „Ganz einfach: link components – achieve unity“, so Harald Müller im O-Ton, „inspiriert vom Online-Dating unterstützt unsere Plattform das Matchmaking zwischen cyber-physischen Komponenten.“ Co-Gründer Florian Krenn ergänzt: „Mit unserer Software können Innovatoren ihre Vision eines flexiblen, vernetzten Produktionssystems von der Idee bis zur Umsetzung realisieren“. 

Geheimnis Modularisierung?

Kern des Lösungsansatzes ist das Prinzip der Modularisierung oder vielmehr des digitalen Zwillings: „Produktionssysteme werden in virtuelle Bausteine mit einheitlichen Schnittstellen aufgeteilt, um somit schneller und leichter zusammengefügt, erweitert, verändert und wieder zerlegt zu werden“, erläutert Harald Müller den Aufbau eines cyber-physischen Produktionssystems. Da diese Bausteine in der virtuellen Welt leben, losgelöst von den physischen Produktionskomponenten, lassen sie sich beliebig neu organisieren. Die Bestandssysteme werden nicht verändert. Nach Simulation und Tests können die physischen Komponenten wieder eingebunden und, so Florian Krenn, „ die virtuellen Veränderungen in der realen Produktionswelt umgesetzt werden“. Großer Vorteil: „Die Modularisierung erlaubt eine schrittweise Flexibilisierung der bestehenden Systeme“ erläutert Krenn weiter, „dabei bleiben sowohl das Risiko als auch die Kosten handhabbar, und die Auswirkungen von Änderungen sind stets nachvollziehbar“.

Tool-Suite im Aufbau

Derzeit ist der ganze Fokus auf die Umsetzung der Tool-Suite gerichtet. „Aufgrund des Umfangs des Vorhabens und der bis jetzt kurzen Unternehmensgeschichte, sind unsere Softwarelösungen noch im Aufbau“, betont Müller, „Prototypen auf Basis experimenteller Entwicklung sind derzeit jedoch schon vorhanden und bestätigen uns in unserer Vision“. Mit Forschung geht es zur Umsetzung, zwei Projekte sind dabei besonders wichtig: „Sichten 4.0: Gemeinsam mit der Johannes-Keppler-Uni arbeiten wir an Lösungen für die fachbereichsübergreifende Modellierung von Industrie 4.0-Komponenten und deren Vernetzung“, berichtet Krenn, und setzt fort mit dem zweiten Projekt Tested „Der gerade in Begutachtung befindliche Projektantrag baut auf den Ergebnissen von Sichten 4.0 auf. Im Rahmen von Tested werden Methoden für das iterative und automatisierte Testen der Komponenten-Vernetzung erforscht.

White Paper zum Thema

Vision One-Stop-Shop

Wohin soll die Reise bei Compunity gehen? Florian Krenn weiß es schon heute: „Langfristig wollen wir uns als ‚One-Stop-Shop‘ - als ganzheitlicher Lösungsanbieter entlang des Lebenszyklus von cyber-physischen Produktionssystemen - etabliert haben“. Und der Zeithorizont ist klar: „2030 soll uns dies in der D-A-CH Region gelungen sein“, ergänzt Harald Müller. Als nächsten Schritt wird dann die weitere Expansion innerhalb Europas in Angriff genommen. „Bis dahin werden wir die Mannschaft der compunity erweitern, um vor allem die Kompetenzen im Vertrieb und in der Kundenbetreuung auszubauen“, so Krenn ziel- und selbstbewusst.

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