Auszeichnung

CCIP-Konzept zur Vermeidung von Müll gewinnt ie:ku Award 2017

Verwertung statt Abfall: Mit CCIP, einem Projekt der Uni Linz, bewegen sich Produkte in einem geschlossenen Lebenszyklus. Müll soll so weitgehend vermieden werden.

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Auszeichnung Cleantech-Cluster Business Upper Austria Produktion

Im Bild (v.l.n.r.): Cleantech-Cluster Manager Christian Maurer, Siegerin Julia Schmitt und Preissponsor Christian Ehrengruber, Lavu AG.

Produktentwicklung ist wie ein Ringelspiel, immer schneller und rasanter bis zum Rausfliegen. Und genau das will das Forschungsprojekt CCIP verhindern. Dahinter steht das von der Quality Austria, dem Land Oberösterreich und der Johannes Kepler Universität Linz 2015 gestiftete Institute for Integrated Quality Design (IQD). Mit CCIP, Kürzel für „Cradle to Cradle Innovation Processes“, wird untersucht, wie sich der erste Produktzertifizierungsstandard der Kreislaufwirtschaft - Cradle to Cradle - auf die Innovationsprozesse von Unternehmen auswirkt und diese verändert.

Pioniere im Blickfeld

CCIP untersucht an Best-Practice-Beispielen, wie österreichische Umweltpioniere das Wissen um diesen neuartigen Produktgestaltungsansatz in die Realität umgesetzt haben. Dazu verwendet es eine Prozesstheorie aus der Innovationsforschung, die die Identifizierung, Aufnahme des Konzepts und dessen Umsetzung analysiert. Dadurch soll ein firmen- und branchenübergreifendes Verständnis der Entwicklungsprozesse gänzlich neuartiger Produkte ermöglicht werden, das hilft, schneller und zielgerichteter kreislauffähige Produkte zu entwickeln. „Cradle to Cradle ist zwar ein Thema für Unternehmen, aber es wurde bisher in der Innovationsforschung noch nicht wirklich aufgegriffen“, argumentiert Julia Schmitt, CCIP Expertin am IQD, die Bedeutung des Projektes, „daher wollen wir besser verstehen, wie das Konzept der Kreislaufwirtschaft Innovationsprozesse verändert  um Unternehmen damit beim Umstieg zu unterstützen“

Von Wiege zu Wiege

Mit Cradle to Cradle gibt es keinen „Produkttod“, denn am Ende steht die „Wiege“ für ein Neues, weil, so Schmitt, „alle Teile eines Produktes dem technischen oder biologischen Kreislauf zugeordnet werden“. Das bedeutet entweder eine hundertprozentige Wiederverwertung ohne Verringerung der Materialqualität (downcycling) oder eine hundertprozentig biologische Abbaubarkeit, so dass das Material keinen Schaden am Ökosystem hervorruft oder als Nährstoff neuen Humus generiert. „Auch kurze Produktlebenszeit ist dadurch möglich,“ betont Schmitt.