Kommunikation

BASF setzt auf eigenes 5G-Netz

Der deutsche Chemiekonzern BASF will laut Wirtschaftswoche sein eigenes 5G-Netz installieren. Autonome Fahrzeuge, die Überwachung von Pumpen und die Instandhaltung sollen von der Technologie profitieren.

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Chemie BASF ZVEI 5G Digitalisierung

Der Chemieriese denkt beim Einsatz der 5G-Technologie auch an die Überwachung von Pumpen oder an die Instandhaltung mit holographischen Datenbrillen, heißt es weiter. 

In dem Bericht heißt es weiter, dass die autonomen Fahrzeuge das 5G-Netz nutzen, um dauerhaft, in Echtzeit überwacht zu werden und ein schnelles Eingreifen bei Gefahren zu ermöglichen. BASF plant, nach der für dieses Frühjahr geplanten Versteigerung der 5G-Frequenzen durch die Bundesnetzagentur, in Ludwigshafen ein eigenes werkumspannendes Funknetz einzurichten, welches ganz neue Arbeitsprozesse und Optimierungen ermöglicht. 

Warnung vor Kleinstaaterei

Der Chemieriese denkt beim Einsatz der Technologie auch an die Überwachung von Pumpen oder an die Instandhaltung mit holographischen Datenbrillen, heißt es weiter. Schon im Sommer warnte die Telekom vor firmeneigenen Netzen: "Wenn jeder sein eigenes 5G-Netz auf seinem Fabrikhof baut, bekommen wir eine Kleinstaaterei mit vielen Lösungen, die überhaupt keine Größenvorteile bieten", zitierte damals die Wirtschaftswoche Telekom-Deutschland-Chef Dirk Wössner. 

Die Industrie will ihre eigenen Netze

Damit nicht allein die Consumerwelt von 5G profitiert wurde die Arbeitsgemeinschaft "5G Alliance for Connected Industries and Automation" (5G-ACIA) gegründet. Die Industrie braucht zuverlässige Netzwerkstrukturen, um die Digitalisierung der Fabriken voranzutreiben. Möglicherweise haben die Unternehmen Sorgen, dass die Provider operative Störungen nicht zuverlässig schnell lösen können oder der Ausbau nicht rasch fortschreitet.

White Paper zum Thema

Zitat aus dem Positionspapier des ZVEI: „Autarke Netzwerkstrukturen (Störungen im EPC des Providers wirken sich nicht auf den operativen Betrieb aus)“ Weiter heißt es: „Möglichkeit des Betriebs ´privater´ 5G-Netzwerke ohne zwingende Einbindung von Mobilfunkprovidern (reguliertes Spektrum, ISM-Band, vom Provider zur Verfügung gestellt)“ ISM-Bänder: Darunter werden Frequenzbereiche bezeichnet, die durch Hochfrequenz-Geräte in Industrie, Wissenschaft, Medizin, in häuslichen und ähnlichen Bereichen lizenzfrei und meist genehmigungsfrei genutzt werden können. Auch die Sicherheit der Systeme könnte eine Rolle spielen – „Geschlossene abgesicherte Netzwerkstrukturen.“ Übrigens auch US-Präsident Donald Trump denkt darüber nach ein eigenes 5G-Netz zu bauen.