Anlagenbau

Andritz beliefert Weltneuheit

Der steirische Anlagenbauer liefert die elektromechanische Ausrüstung, Wartung und Betriebsführung für eine der weltweit ersten Kombi-Anlagen von Solarenergie und Pumpspeicher-Wasserkraft. Zudem verdoppelte Andritz im ersten Quartal sein Konzernergebnis.

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Offene Gruben einer aufgelassenen Goldmine in Australien.

Der internationale Technologiekonzern Andritz erhielt von McConnell Dowell und John Holland den Auftrag zur Lieferung der elektromechanischen Ausrüstung für das 250-MW-Pumpspeicherkraftwerk Kidston in North Queensland, Australien. Kidston ist nicht nur das erste neu errichtete Pumpspeicherkraftwerk in Australien seit über 40 Jahren, sondern auch eine der weltweit ersten Kombi-Anlagen aus Sonnenenergie und Pumpspeicherkraft. Eigentümer und Projektentwickler von Kidston ist Genex Power. Die Inbetriebnahme der Anlage wird für 2024 erwartet.

Der Auftragsumfang für den heimischen Anlagenbauer umfasst die Konstruktion, Fertigung, Lieferung, Transport, Montage und Inbetriebnahme der beiden 125-MW reversiblen Pumpturbinen sowie den gesamten Betrieb und die Wartung der Anlage für mehr als zehn Jahre. Das einzigartige Pumpspeicherkraftwerk nutzt zwei offene Gruben einer aufgelassenen Goldmine. Einmal mit Wasser befüllt arbeitet es als geschlossenes System. Bei Bedarf kann es in Spitzenzeiten genug elektrische Energie aus erneuerbaren Quellen bereitstellen, speichern und in das Netz einspeisen, um mehr als 280.000 australische Haushalte mit nachhaltiger und sauberer elektrischer Energie zu versorgen. Darüber hinaus kann die Anlage als Phasenschieber betrieben werden, um die Netzstabilität abzusichern, sowie Blindleistung und Schwungmasse bereitzustellen. 

Verdoppelung des Konzernergebnisses

Andritz freut sich außerdem über positive Unternehmenszahlen. So konnte das Konzernergebnis im ersten Quartal 2021 von 31,5 Millionen Euro auf 62,1 Millionen Euro verdoppelt werden. Das Unternehmen profitierte von der guten Geschäftsentwicklung des Segments Pulp & Paper und von Ergebnisverbesserungen im Bereich Metals nach den Kostenanpassungen des vergangenen Jahres.

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Die Entwicklung der Auftragseingänge besonders in den Bereichen Metals und Hydro stimmten Andritz-Chef Wolfgang Leitner positiv. Die Metals-Sparte verzeichnete im ersten Quartal 2021 ein Plus bei den Auftragseingängen von 18,7 Prozent, Hydro ein Plus von 15,8 Prozent. Im Bereich Pulp & Paper gingen die neuen Aufträge dagegen um rund ein Fünftel zurück (minus 21,6 Prozent), im Segment Separation stand ein Plus von 1,7 Prozent zu Buche.

„Hinsichtlich der Entwicklung der von uns bedienten Märkte sind wir auch für die kommenden Monate vorsichtig optimistisch und erwarten eine insgesamt solide Projekt- und Investitionstätigkeit," so Leitner. Der im März gegebene Ausblick wurde heute bestätigt. So wird für heuer weiterhin ein leichtes Umsatzminus, aber ein stabiles Ergebnis auf operativer Ebene (EBITA) erwartet. Jedoch räumt das Unternehmen ein, dass es zu negativen Auswirkungen auf die Auftragslage kommen könnte, sollte sich die weltweite Konjunktur nicht wie von Marktforschern erwartet erholen.