Lagerfundus

Acht skurrile Lager

Ob raffiniert, hochsicher oder rundum ökologisch. FACTORY hat für sie einen Fundus an zum Teil skurrilen Lagerlösungen ausfindig gemacht.

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© Backaldrin

DAS TRANSPARENTESTE LAGER

 

Kornspitz Produzent Backaldrin setzt auf lückenlose Rückverfolgbarkeit. Damit geht er als transparentestes Lager in die Runde. Der Erfinder des Kornspitz, Backaldrin, war eines der ersten Unternehmen, dass den Materialfluss im Hochregallager und auf der Fördertechnik mit Hilfe von SAP TRM (Task Ressource Management) steuert. Damit wird die gesamte Kette vom Wareneingang bis zur Verladung durchgängig in SAP abgebildet. So lässt sich die besonders im Lebensmittelhandel wichtige, lückenlose Rückverfolgbarkeit der Supply Chain der Rohstoffe vom Lieferanten bis zum Kunden garantieren. Die Effizienzlösung im Lager ist die 120 Meter lange „Spine“ in Form eines Stahlbetontunnels in fünf Meter Höhe als Verbindungsstück zwischen Wareneingang in alle Produktions- und Lagerbereiche sowie Warenausgang. 80 Prozent der Transporte werden auf diese Weise vollautomatisch abgewickelt.

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© Backaldrin

DAS TRANSPARENTESTE LAGER

 

Kornspitz Produzent Backaldrin setzt auf lückenlose Rückverfolgbarkeit. Damit geht er als transparentestes Lager in die Runde. Der Erfinder des Kornspitz, Backaldrin, war eines der ersten Unternehmen, dass den Materialfluss im Hochregallager und auf der Fördertechnik mit Hilfe von SAP TRM (Task Ressource Management) steuert. Damit wird die gesamte Kette vom Wareneingang bis zur Verladung durchgängig in SAP abgebildet. So lässt sich die besonders im Lebensmittelhandel wichtige, lückenlose Rückverfolgbarkeit der Supply Chain der Rohstoffe vom Lieferanten bis zum Kunden garantieren. Die Effizienzlösung im Lager ist die 120 Meter lange „Spine“ in Form eines Stahlbetontunnels in fünf Meter Höhe als Verbindungsstück zwischen Wareneingang in alle Produktions- und Lagerbereiche sowie Warenausgang. 80 Prozent der Transporte werden auf diese Weise vollautomatisch abgewickelt.

© Medizinische Universität Graz

DAS AUSGEGLICHENSTE LAGER

 

An der Medezinuni in Graz hat die M&R Automation Lagerkunst bewiesen. Biologische Proben können entnommen werden, ohne Temperaturschwankungen. An der Medizinischen Universität Graz wurde in mehrjähriger Entwicklungsarbeit ein neuartiges Lagersystem für biologische Proben in Flüssigstickstoff entwickelt und weltweit patentiert. Biologische Proben werden bei Temperaturen unterhalb von Minus 150 Grad in einem Tankbehälter mit flüssigen Stickstoff gelagert. Diese Uni verfügt über einer der größten Bio-Banken Europas. Die Sammlung von 4,5 Millionen Proben umfasst biologisches Material wie Gewebe, Blut und andere Körperflüssigkeiten. Das von der Universität gemeinsam mit der M&R Automation GmbH entwickelte Lagersystem macht einen direkten Zugriff auf einzelne Proben möglich. Die Zahl der bewegten Proben wird minimiert und Temperaturschwankungen werden fast vollständig eliminiert. Obwohl primär für Bio-Proben konzipiert, können mit dem innovativen Lagersystem beispielsweise auch Erd- oder Wasserproben gelagert werden.

© Linz aG

DAS GEFÄHRLICHSTE LAGER

 

Eine eigene Feuerwehr, eine Schaumstofflöschanlage und medienbeständige Auffangwannen das alles findet sich im Donaulager Linzer Hafen. Das größte Gefahrstofflager Österreichs. Gifte, Düngemittel, Farben, Lacke, Rohstoffe für die Pharmaindustrie oder Reinigungsmittel das alles befindet sich an einem Ort – am Donaulager im Linzer Hafen. Das spezielle Gefahrgutlager gilt als neutraler gewerblicher Lagerhalter für Industrie, Handel und Transportwirtschaft. Jedes gefährliche Gut, das einer Gefahrgutklasse zugeordnet wird, wird ganz individuell nach Kundenvorgaben gelagert. Mit Hilfe einer IT-Vernetzung ist jederzeit eine Statusmeldung des Lagerguts verfügbar. Vernetzung heißt in diesem Fall auch „rote Telefone“ zu Feuerwehr und Behörden, sollte von außen dringend Hilfe benötigt werden. Das Innovative in diesem Gefahrgutlager sind die zwölf verschiedenen Bauabschnitte mit gesamt 15.000 Palettenstellplätzen. Das Lager verfügt über eine Leerverrohrung für die Löschanlage sowie eigene Schaumstofflöschanlage, medienbeständige Auffangwanne und eine eigene Betriebsfeuerwehr.

© Ded Pixto

DAS SICHERSTE LAGER

 

Im Lager des Wiener Goldhändlers befindtet sich Gold in Wert von mehrere Millionen Euro. Damit ist es das wertvollste Lager Österreichs. Gold zu lagern ist simpel. Gold sicher zu verwahren hingegen ist heikel. Ein Spezialist dafür ist das Unternehmen GVS Lagerung des Wiener Goldhändlers Goldvorsorge Soos. Die Sicherheitsstandards im Lager Wien Nord sind aufwändig. Gold lagert in physischer Form als Barren in Panzerschränken, umgeben von mehrschichtigem Mauerwerk, dem selbst ein abstürzendes Flugzeug oder ein Bombeneinschlag nichts anhaben kann. Sicherheitsschleusen und ein permanenter Sicherheitsdienst sind vor Ort. Weiter Details möchte Benjamin Gross, Supply Chain Manager bei Goldvorsorge Soos , nicht nennen. Gold wird nicht besteuert. Beruhigend für dessen Besitzer: „Unsere Kunden können jederzeit aus allen Teilen der Welt auf ihr Gold in unserem Lager virtuell zugreifen, verkaufen oder kaufen“, erklärt Gross.

© Schachinger

DAS ÖKOLOGISCHSTE LAGER

 

Strom aus der Sonne, die Wände aus heimischen Holz. Schachinger geht in die Runde mit dem ökologischsten Lager Österreichs. Das oberösterreichische Speditionsunternehmen Schachinger Logistik hat Anfang September eine Logistikimmobilie in absoluter Passivhausqualität errichtet. Der 11.000 m2 große Lagerkomplex wurde in Massivholzbauweise errichtet, in dem künftig für den neuen Kunden Metro Cash & Carry Österreich täglich 400 Tonnen Waren umgeschlagen werden. Die markanten Merkmale der größten in Europa je in holzbauweise gebauten Immobilie: Hundertprozentige Passivhausqualität, komplette LED-Beleuchtung mit Tageslicht sowie ausblasbare Torabdichtungen zwecks effizienter Energienutzung im Inneren der Halle. Heizen und Kühlen der Anlage funktioniert über eine thermische Grundwassernutzung inklusive Freecooling-Schaltung, bei der 20 bis 25 Prozent der Kühlleistungen wärmepumpenfrei erzeugt werden. Den Strom für die Wärmepumpe liefert der die Sonne. Mitarbeiter finden in dieser ökologischen Immobilie eine inspirierende Arbeitswelt mit ergonomischen Büromöbeln, einer Kantine mit Bio-Produkten sowie Entspannungsmöglichkeiten mit Pilates, TCM und Zumba vor.

© Helene Waldner

DAS RAFFINIERTESTE LAGER

 

Um den Hochregalstaplereinsatz zu optimieren hat Rosenbauer ein ausgeklügeltes Modell zur Prozessoptimierung entwickelt und umgesetzt. Mit Rafinesse geht damit dieses Lager in die Runde. Der Feuerwehrausstatter Rosenbauer betreibt ein Lager mit allen Schikanen. 4500 Quadratmeter groß, beherbergt es 11.000 Lagerplätze für Kleinstteile, hat 15.000 Positionen für Mittelteile in einem begehbaren Etagenlager sowie einen 13-gassigen Hochregalbereich mit über 8.000 Palettenplätzen. In diesem Lager befinden sich sowohl schnell drehende Teile für die Produktion als auch Ersatzteile auf längerfristigen Vorrat. Mit dem Josef-Ressel-Zentrum der FH Hagenberg fanden die Feuerwehrausstatter schließlich einen Partner mit Radikalansatz für eine Lager-Neuorientierung. Ein raffiniertes Modell zur Prozessoptimierung entwickelt und umgesetzt. Die Aufgabenstellung dabei: Prozesse im Lager durch Errechnung von Verdichtungen und Optimierung von Um- und Einlagerungen IT-technisch zu unterstützen. „Durch die bessere Lagerraumausnutzung wird gleichzeitig die Effizienz der Kommissionierung deutlich und nachweislich erhöht“, betont Werner Achleitner, Leiter Logistik bei Rosenbauer in Leonding. Im Hochrelllager sind zwei Stapler im Einsatz, die nach Umstellung auf das neue optimierte Bewirtschaftungsmodell bei der Kommissionierung deutlich kürze Wege zurücklegen und somit Zeit und Kosten zu sparen.

© Österreichische National Bibliothek

DAS ANTIKSTE LAGER

 

Wer durch den Wiener Burggarten flaniert ahnt nicht, dass es darunter vier Stockwerke gibt, in denen die Österreichische Nationalbibliothek Bücher, Papyrus, Zeitungen und andere Schätze lagert. „Der Wert dieser einmaligen Bestände mit wertvollen Originalen und Unikaten in unserer Bibliothek sind nicht schätzbar“, gibt Thomas Zauner, Sprecher der Nationalbibliothek Auskunft. Der Bücherspeicher unter dem Burggarten wurde 1992 auf einer Fläche von 16.300 m2 installiert, auf 21.000 Meter Regallänge lagern an die drei Millionen Bücher. Es herrscht eine konstante Raumtemperatur von 18 bis 20 Grad und eine Luftfeuchtigkeit zwischen 45 bis 50 Grad. „Das schreiben die konservatorischen Richtlinien des hauseigenen Instituts für Restauration genau vor“, erklärt Zauner. Effizienz in der Lagerbewirtschaftung unter dem Burgarten heißt platzsparende Kompaktregalanlage, Aufstellung der Bücher nach Formatgrößen und mit fortlaufender Signatur zwecke Vermeidung von Leerflächen. Das Innovative ist der sogenannte Telelift zum Transport der Bücher aus dem Bücherspeicher in die Oberwelt, sprich zur Buchausgabe in der Modernen Bibliothek. Dank Telelift ist jedes Buch drei Stunden nach Bestellung abholbereit. Brandschutztechnisch sind die Lagerbestände mit einer sogenannten Inergen-Gaslöschanlage gesichert.

© Lenze

DAS HIGHTECH-LAGER

 

In Asten wurde Zukunft geschrieben. Die Lenze Österreich Gruppe hat dor ein Hightechlager der Extraklasse errichtet. Die Kapazitätsgrenzen waren nahezu ausgereizt, der Betrieb platzte aus allen Nähten. Grund genug, eine wichtige Entscheidung zu treffen – den Standort Asten nicht nur auszubauen, sondern auch für die Zukunft wettbewerbsfähig zu halten, war das Ziel. Und das hat die Lenze Österreich Gruppe auch geschafft. Mit einer Investition von 14 Millionen Euro erweiterte das Unternehmen seinen Standort. Kernstück der Erweiterung ist das neue Hochregallager. Es ist 20 Meter hoch und wurde in Silobauweise errichtet. Die Gebäude-Außenhülle des Gebäudes wird durch den Stahlbau des Hochregallagers getragen. Das Lager ist vollautomatisiert und mit integriertem Kleinteilelager, bietet es Platz für bis zu 9244 Paletten- und 18.000 Behälter-Stellplätze. Zur Prävention wird der Sauerstoffgehalt im Lager auf 15 Prozent reduziert - was ungefähr den Verhältnissen auf 3300 Metern Seehöhe entspricht. Wie ein Praxistest ergibt: Zigaretten anzuzünden, ist unmöglich.