Robotik

ABB baut auf Roboter-Boom in der Baubranche

Das Plus des Robotergeschäfts am Baumarkt könnte in den nächsten Jahren auf 20 bis 30 Prozent pro Jahr anwachsen.

ABB arbeitet mit mehreren Universitäten zusammen, um gemeinsam neue automatisierte Bautechnologien zu entwickeln, darunter die ETH Zürich.

Der Elektrotechnikkonzern ABB hat für sein Robotergeschäft eine neue Wachstumslokomotive ausgemacht: die Baubranche. „Wir haben in den vergangenen 18 Monaten ein großes Interesse der Bauindustrie an Automatisierung gesehen“, so Bereichsleiter Sami Atiya. Während das Geschäft mit der traditionell wichtigsten Kundengruppe, den Automobilherstellern, in den kommenden Jahren um drei bis fünf Prozent wachsen dürfte, schätzt Atiya das Plus im Baumarkt auf 20 bis 30 Prozent pro Jahr. „Das Bauwesen ist dort, wo die Automobilindustrie vor etwa 50 Jahren war, was die Dichte von Robotern und Automatisierung angeht“, meint er. Dieses Geschäft komme von einer niedrigeren Basis, werde aber viel schneller wachsen.

Während das ABB-Robotergeschäft zuletzt unter dem Abschwung in der Automobilbranche litt, rechnet ABB im Bausektor auch dank der milliardenschweren staatlichen Konjunkturprogramme nach der Coronakrise mit Rückenwind. ABB arbeite an Projekten wie dem Einsatz von Robotern bei der Installation von Aufzügen für die Schweizer Schindler oder der Automatisierung der Produktion von Komponenten für Fertighäusern. Die schwedische Skanska verwende ABB-Roboter, um Stahlkörbe zur Verstärkung von Gebäuden zusammenzuschweißen.

Auf dem weltweit rund 45 Milliarden Dollar (36,85 Milliarden Euro) schweren Industrieroboter-Markt konkurriert ABB unter anderem mit der deutschen Kuka und der japanischen Fanuc. Zusammen mit Zusatzgeräten und Software können Roboter zwischen 100.000 und einer Millionen Dollar kosten.