Jubiläum

75 Jahre Fronius: Wie der Schweißtechnik-Experte ins Jubiläumsjahr startet

Von der regionalen Fach-Reparaturwerkstätte zum Global Player: Ein Blick zurück zeigt die kontinuierliche Entwicklung des oberösterreichischen Familienunternehmens Fronius. Was sich bei dem als Ein-Mann-Betrieb gegründeten Schweißtechnik-Experten binnen 75 Jahren getan hat.

Fronius Jubiläum Schweißtechnik

Am 20. Juni 1945 unterzeichnet Firmengründer Günter Fronius folgende Bekanntmachung: „Im Hause der Gastwirtschaft ‚Rankleiten‘ habe ich eine Fach-Reparaturwerkstätte für Radio- und Elektrotechnik eingerichtet. Reparaturen von Geräten werden von mir jederzeit übernommen und in und außer Hause durchgeführt. Ich bitte die geehrten Kunden sich mit vollem Vertrauen an mich zu wenden. Es war der Startschuss einer Erfolgsgeschichte, die bis heute Bestand hat und aktuell in dritter Generation weitererzählt wird. Ausgangspunkt war die Gemeinde Pettenbach, wo sich immer noch der Firmensitz von Fronius befindet. Hier lebte und arbeitete Günter Fronius, nachdem er eine alte Militärbaracke im Austausch für Reparaturarbeiten bekam. Zur damaligen Zeit war das Laden von Autobatterien keine Selbstverständlichkeit – ein Umstand, den er so nicht akzeptieren wollte. Der gelernte Elektrotechniker entwickelte eine Lösung, damit die Batterien länger verwendet werden können. „Das hat sich in der Gegend herumgesprochen und von da an war ich ausgelastet“, erinnert sich der 2015 in hohem Alter verstorbene Unternehmensgründer in einem Video. „Was wir sind und wofür wir stehen, fußt somit auf einem nachhaltigen Gedanken meines Großvaters“, so Fronius Geschäftsführerin Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß, die die Geschicke des oberösterreichischen Familienunternehmens seit 2012 leitet.

Schweißrevolution, Internationalisierung und Sonnenstrom

1950 erweiterte Günter Fronius das damalige Produktportfolio um Schweißtransformatoren. Auf dieser technologischen Basis wuchs Fronius in den folgenden Jahrzehnten zu einem stattlichen mittelständischen Unternehmen heran, das der Elektrotechniker 1980 an seine Kinder Brigitte Strauß und Klaus Fronius übergab. Diese leiteten einen Wachstums- und Internationalisierungskurs ein, der zur Gründung von Tochtergesellschaften in aller Welt führte. 1992 wurde zudem beschlossen, auf das „Zukunftsthema“ Sonnenenergie zu setzen. „Wir wurden in diesem Zusammenhang sehr lange für Träumer gehalten und belächelt“, betont Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß immer wieder gerne. „Das hat sich stark geändert – nicht zuletzt aufgrund der brandaktuellen Klimaschutzpolitik. Was früher als alternativ galt, ist längst in sämtlichen Lebensbereichen angekommen, weshalb die Business Unit Solar Energy nun schon die Hälfte unserer gesamten Geschäftstätigkeiten ausmacht.“

Schweißtechnik, Photovoltaik und Batterieladetechnik

Als Fach-Reparaturwerkstätte für Radio- und Elektrotechnik gestartet, hat Fronius heute drei Standbeine: Schweißtechnik, Photovoltaik und Batterieladetechnik. Darüber hinaus forscht das Unternehmen stets an modernsten Technologien, aus denen sich teils neue Geschäftsideen ableiten lassen. So unterschiedlich diese Gebiete auf den ersten Blick erscheinen mögen, so klar ist die seit 75 Jahren definierte Mission, die von mehr als 4.760 Fachkräften in 28 Ländern verfolgt wird: Elektrizität als Kraftstoff der Zukunft zu erforschen und zu kontrollieren. Stark vereinfacht erklärt: Fronius wandelt mit seinen Produkten Sonnenenergie in Wechselstrom um, führt batteriebetriebenen Intralogistikfahrzeugen neue Energie zu und nutzt Strom aus der Steckdose für revolutionäre Schweißprozesse. Ist der Grundgedanke auch gleich geblieben, die Zeit hat dennoch für grundlegende Veränderungen gesorgt. Fronius ist kein reiner Produktionsbetrieb mehr, sondern längst als Hightechunternehmen anerkannt. Sämtliche Produkte basieren auf hochkomplexen Softwarelösungen, Datenmanagementsysteme und Apps sorgen für benutzerfreundliche Lösungen.

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Innovationsführer am Weltmarkt

Diese Form der Innovationskultur zieht sich wie ein roter Faden durch die 75-jährige Geschichte und hat dem Unternehmen unzählige Preise und Awards eingebracht. Das weltweit leichteste tragbare – und seit einigen Jahren wahlweise mit Lithium-Ionen-Akku ausgestattete – Elektroden-Handschweißgerät, Österreichs erste grüne Wasserstoff-Betankungsanlage oder der sogenannte Cold Metal Transfer, also das thermische Fügen von Stahl und Aluminium, sind nur einige Beispiele, die Fronius einzigartig machen. Insgesamt hält man bei 1.253 erteilten Patenten und ist somit einer der Innovationsführer am Weltmarkt. So lässt sich auch das aktuell sehr starke Wachstum des Unternehmens erklären. Zahlreiche Standorte werden umgebaut und regelmäßig neue Märkte auf der ganzen Welt erschlossen – was nicht zuletzt ein Plus an Mitarbeitern bedeutet. „Wir suchen international gute Leute – sei es im Bereich der Fertigung, der Softwareentwicklung oder der Elektro- und Metalltechnik, sei es als ausgelernte Fachkraft, als Lehrling oder als Hochschulabsolvent“, erklärt Engelbrechtsmüller-Strauß. Grundvoraussetzung ist vor allem eines: die Offenheit für Neues. Denn wie sagte einst schon Firmengründer Günter Fronius: „Man muss etwas gelernt haben. Man muss etwas können, etwas wissen. Und man muss etwas wollen. Dann wird man im Leben etwas erreichen.“

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